04.05.2012

Worauf könnte ich eine Woche nur schwer verzichten?


Vor kurzem flatterte ein buntes Magazin in meinen Briefkasten. „For me“ nennt sich das Format des Herstellers Procter & Gamble. Ich weiß zwar nicht, warum das mit der Post zu mir kommt, aber ich habe es gelesen – und dabei vermutlich jede Menge Werbebotschaften unbewusst aufgenommen. Jedenfalls gab es darin den Beitrag „Eine Woche ohne ...“, für den einige Redaktionsmitglieder eine Woche lang ohne ihr Lieblingsprodukt gelebt haben.

Ich fand es spannend zu lesen, welche Lieblingsprodukte die anderen so haben. Und ich habe mich natürlich selbst gefragt, ohne welches Produkt ich nur schwer auskommen könnte. Erst mal zu den anderen:

Die erste Frau wollte nur schwer auf ihren Schlüssel-Finder verzichten. Ich denke dabei sofort an die Ur-Modelle aus den 1980er-Jahren. Ob die Schlüssel-Finder heute viel anders sind? Ich glaube, sie können mehr. Für mich sind sie ersetzlich, denn ich habe mir angewöhnt, den Schlüssel immer an denselben Platz zu legen. Liegt er dort nicht, gibt es in der Regel maximal zwei weitere Orte, wo er sein könnte. Schlüsselfindungsprobleme habe ich zum Glück keine!

Die zweite Frau lebte eine Woche ohne ihren Abdeckstift – und lief mit dunklen Augenringen durch die Welt. Die Kommentare der Kollegen, die sie anders kennen, können wir uns vorstellen ... Mich lässt das relativ kalt. Draußen kennt man mich auch ohne. Der Abdeckstift ist definitiv nicht mein Lieblingsprodukt.

Dann kam wieder eine Frau, die eine Woche ohne Navi auskommen musste. Seitdem ich eines dieser Geräte besitze, kann ich nachfühlen: Das kann man tatsächlich vermissen! Eigentlich bin ich Verfechterin der Selbst-Orientierung, außerdem passionierte Kartenleserin. Aber so ein Navi ist insofern simplify, als ich einfach einsteigen und losfahren kann, ohne vorher die Route genauestens auf der Karte studieren und ausdrucken zu müssen. In einen inneren Konflikt gerate ich immer dann, wenn eine Straße aus irgendeinem Grund gesperrt ist. Dann nehme ich die Umleitung, aber mein Navi will nicht von der Ursprungsroute abweichen und führt mich beharrlich immer wieder zurück zur Straßensperrung. Wenn ich dann mal um sechs Ecken gefahren bin, ist meine Orientierung dahin – und es fällt mir sehr, sehr schwer, den Weg alleine wieder aus dem fremden Dschungel zu finden! In diesen Augenblicken wünsche ich mir, vorher wenigstens ungefähr die Route im Kopf abgespeichert zu haben!

Letzter in der Versuchsreihe war ein Mann: Er gab sich eine Woche ohne Smartphone. Hm, dazu habe ich nur wenig zu sagen. Mein Smartphone erfüllt für mich hauptsächlich die Grundfunktionen – Telefonieren, SMS verschicken, Mailbox, MP3-Player. Darauf könnte ich auch mal eine Woche verzichten, vorausgesetzt ich muss in dieser Zeit nirgends hinfahren (...).

Und was könnte ich eine Woche nicht entbehren? Die erste Antwort lautet: das Internet! Nun ist das Internet aber kein Lieblingsprodukt im hier gemeinten Sinne. Als nächstes fallen mir so Dinge wie Zahnbürste oder Deo ein. Wer will schon darauf verzichten? Ja! Jetzt hab’ ich’s! Meine Kaffeepadmaschine! Das würde mir schwerfallen: ohne meine heiße Tasse in den Tag zu starten. Denn eigentlich bin ich eine Teetrinkerin. Will heißen: Ich kann keinen Kaffee kochen. Also muss das die Maschine erledigen. Und das tut sie! Danke!

Übrigens habe ich heute gerade wieder gelesen, dass es sehr erfüllend ist, Danke zu sagen. Ob es sich nun an einen Menschen richtet, an die Natur, das Auto oder eben den Kaffeeautomaten. Danken tut gut!


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Hier bloggt simplify-Redakteurin Dunja Herrmann über ihren Alltag, der oft alles andere als einfach ist. Und sie fragt sich und Ihre Leser stets: Geht’s einfacher? Mal findet sie eine Antwort, ein anderes Mal nicht. Der Blog „Ganz einfach Dunja“ kommt mit einem Augenzwinkern daher, nimmt die Leser mit auf Dunjas Weg zur Einfachheit. Übrigens: Hin und wieder genießt die Autorin die Komplexität: „Sie fordert mich einfach“...

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