11.01.2012

Wünsche auf Bestellung


Vor einigen Wochen unterhielt ich mich mit einer Bekannten darüber, dass ich über ein externes Büro für mich nachdenke. Wenn ich künftig Tipi-Sitzungen mache, kann ich das wohl kaum in meinem Wohnzimmer. Außerdem täte es mir gut, Arbeiten und Leben zumindest etwas zu entkoppeln. „Wenn das nur nicht so hohe Extra-Kosten wären!“, sagte ich zu ihr. „Wünsch’ dir doch einfach ein Büro, das nur 60 Euro im Monat kostet“, empfahl sie mir.

Sie würde das ab und an so machen, und das funktioniere bei ihr ganz gut. „Kennst du das Buch 'Bestellungen beim Universum'?“, fragte sie mich. „Schon gehört, aber nie gelesen“, war meine Antwort. Prompt hielt sie es mir am nächsten Morgen vor die Nase. Bestellungen beim Universum. Ein Handbuch zur Wunscherfüllung. Geschrieben von Bärbel Mohr, die 2010 erst 46-jährig verstorben ist.

Zwischen den Jahren las ich also ihr kleines Wunscherfüllungsbüchlein. Ich hatte es mir esoterischer und irgendwie abgehobener vorgestellt. Dabei ist es (zumindest im Einstieg) eine sehr kurzweilige Lektüre, mit einem Augenzwinkern verfasst. Was ich aus dem Buch mitgenommen habe, ist folgendes: Bestellungen scheinen zu funktionieren, wenn ich bereit bin, meine Wünsche loszulassen. Aber: Ich muss aufpassen, was ich mir bestelle! Denn möglicherweise erfüllt sich mein Wunsch, und ich merke, dass es doch nicht das war, was ich eigentlich brauche oder haben will. Diese Betrachtung hat mich amüsiert.

Versuch und Irrtum funktioniert also auch beim Wünschen. Da ersehnt man sich etwas so sehr. Und wenn es da ist, will man es gar nicht haben. In dem Moment habe ich das Wünsche bestellen in Frage gestellt. Denn wenn die Wünsche gar nicht das sind, wofür ich sie halte, brauche ich keine in Auftrag zu geben. Andererseits lerne ich auf diese Weise sehr schnell, was ich eigentlich will oder nicht will.

Ich erlaube mir seither den Spaß, meine potenziellen Wünsche möglichst konkret zu fassen, damit auch ja nichts schiefgehen könnte. Statt „ich wünsche mir ein neues Auto“ heißt das dann eben „ich wünsche mir ein neues funktionstüchtiges Auto ohne Beulen, allerhöchstens 5 Jahre alt, mit geringem Benzinverbrauch, in der Farbe Silbermetallic, mit wenigen Kilometern, scheckheftgepflegt“ und so weiter und so fort.

Doch irgendwie macht das Wünschen und Träumen so keine Freude. Ein bisschen Ungewissheit und Offenheit sind doch sehr erfrischend! Außerdem will ich ja nicht so vermessen sein und mir zu allen Gelegenheiten eine Wunscherfüllung bestellen.

Die Sache hat allerdings doch einen großen Vorteil: Sie eröffnet mir den Blick auf Dinge, die ich sonst möglicherweise nicht in Betracht gezogen hätte, z. B. ein Büro für 60 Euro zu finden. Das schaffe ich jedoch auch, wenn ich etwas länger über meine Wünsche nachdenke. Es gibt zu dem Thema übrigens einen guten simplify-Beitrag von Werner Küstenmacher, das Prinzip Wunderlampe. Diese ganzheitliche Art sich mit Wünschen und Zielen auseinanderzusetzen, spricht mich schon eher an. Sie macht mich auch nicht zu einer passiven Wunscherfüllungsempfängerin, sondern zu einer aktiven Wunsch-in-die-Tat-Umsetzenden. Irrtümer halte ich bei diesem Prinzip für seltener, weil ich mich schon vorher mit meinem Wunsch verbinde. Und wenn sie doch auftauchen, machen sie (oder der Weg dorthin) mich reif und reich an Erfahrungen.


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Hier bloggt simplify-Redakteurin Dunja Herrmann über ihren Alltag, der oft alles andere als einfach ist. Und sie fragt sich und Ihre Leser stets: Geht’s einfacher? Mal findet sie eine Antwort, ein anderes Mal nicht. Der Blog „Ganz einfach Dunja“ kommt mit einem Augenzwinkern daher, nimmt die Leser mit auf Dunjas Weg zur Einfachheit. Übrigens: Hin und wieder genießt die Autorin die Komplexität: „Sie fordert mich einfach“...

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