16.06.2014

Zettelterror


Auf meinem Schreibtisch gibt es einen zwar wohl geordneten, aber großen Stapel an Zetteln. Etwas chaotischere Verhältnisse herrschen in der Schublade des Küchentisches. Wahllos hineingeworfene Zettel. Und auch im Geldbeutel sorgen allerlei Zettel dafür, dass er ziemlich prall aussieht. Die Rede ist von Einkaufsquittungen, die seit Jahresbeginn bei mir auflaufen. Bis Ende 2013 habe ich unsere Ausgaben brav ins Online-Haushaltsbuch eingepflegt. In 2014 habe ich das irgendwie schleifen lassen. Mit jeder Quittung mehr, die dazu kommt, ist die Hürde größer, wieder damit anzufangen.

Nun habe ich euch ja neulich darüber berichtet, dass die meisten Menschen ihr Haushaltsbuch noch per Hand führen. Dreimal dürft ihr raten, was ich beim Aufräumen der Küche im Bücherkorb gefunden habe? Ein noch leeres Haushaltsbuch, das ich irgendwann einmal bei der Sparkasse geordert hatte! „Mama, kann ich das haben?“, fragte meine Tochter. „Nein, das brauche ich noch“, antwortete ich ihr.

Da ich es für unrealistisch halte, alle Quittungen aus den vergangenen 5 Monaten im Online-Haushaltsbuch nachzutragen, fange ich jetzt einfach mit dem Büchlein an. Das bietet einige Vorteile:

  • Das Eintragen geht schneller: Ich muss nicht erst den Computer anwerfen oder die Brötchenausgaben beim Bäcker irgendwo zwischennotieren. Buch aufschlagen, eintragen, fertig.
  • Das Buch ist flexibler, auch wenn es kaum zu glauben ist: Die fixen Ausgaben oder Einnahmen, die im Online-Haushaltsbuch einmal angelegt sind, lassen sich nur schwer verändern oder löschen. In meiner Version gibt es jedenfalls einen Logikfehler: Nehme ich eine fixe Einnahme zum Beispiel raus, fällt sie auch für die vorangegangenen Monate weg. Was die Jahresbilanz verfälscht. Und auf ein neues Haushaltsbuch-Programm habe ich aktuell keine Lust.
  • Das Rechnen mit Stift und Zettel hält fit: Wenn ich es schaffe, meine Ausgaben im Kopf zu rechnen, halte ich damit meine grauen Zellen in Schwung. Ich bin gespannt, ob ich das mache! Meine Oma hat bis ins hohe Alter ihre Einnahmen und Ausgaben auf einem karierten Block festgehalten und selbstverständlich im Kopf zusammengerechnet. Sie war stolz, immer rasch eine Antwort parat zu haben, wenn es um Zahlen ging.

Also, lasst euch überraschen, was mein Weg zurück in die Stift-und-Block-Zeit so alles mit sich bringt!


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Hier bloggt simplify-Redakteurin Dunja Herrmann über ihren Alltag, der oft alles andere als einfach ist. Und sie fragt sich und Ihre Leser stets: Geht’s einfacher? Mal findet sie eine Antwort, ein anderes Mal nicht. Der Blog „Ganz einfach Dunja“ kommt mit einem Augenzwinkern daher, nimmt die Leser mit auf Dunjas Weg zur Einfachheit. Übrigens: Hin und wieder genießt die Autorin die Komplexität: „Sie fordert mich einfach“...

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