Achtsamkeit

Achtsamkeit: Was ist das überhaupt?


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Entschleunigung und Stressbewältigung mit Achtsamkeit

Die sogenannte Achtsamkeit füllt inzwischen Bücher, Vorträge und Übungsräume. Doch was verbirgt sich dahinter? Es scheint darum zu gehen, etwas besser zu machen im Leben – zugunsten des eigenen Wohlbefindens und der Lebensqualität. Wir von simplify haben uns gefragt, ob alle über dasselbe reden, wenn es um Achtsamkeit geht.

Vorsicht: Das ist es nicht!

In unserem alltäglichen Sprachgebrauch übersetzen wir „achtsam sein“ unter anderem mit „vorsichtig“ oder „sorgsam sein“: „Geh bitte achtsam mit dem Porzellan um, es stammt von meiner Großmutter!“ Diese Achtsamkeit hilft uns Fehler und Missgeschicke zu vermeiden. Sie signalisiert, dass wir uns an die Regeln oder Vorgaben halten.

Ein einfaches Wahrnehmen: Das ist es!

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Achtsamkeit im Zusammenhang mit Stressbewältigung und Gesundheit definiert sich anders. Sie hat sehr alte Wurzeln, die bis in die Anfänge der buddhistischen Tradition zurückgehen. Gemeint ist eine bestimmte Art aufmerksam zu sein: bewusst, im gegenwärtigen Augenblick, ohne auf spontane innere Bewertungen, Vorlieben oder Abneigungen zu reagieren.

Stoppen Sie den Autopiloten!

Im Alltag bewegen wir uns oft wie ferngesteuert. Die Gedanken schweifen ab in die Zukunft – „Wenn ich meinen Abgabetermin nicht schaffe, wird mein Chef wieder wütend sein!“ – oder in die Vergangenheit – „Wenn ich heute Morgen nur ruhig geblieben wäre! Dann wäre alles halb so schlimm!“ Oft bewerten wir das, was wir erleben: „Das ist ja wieder mal typisch! Frau Meister hat ihre Unterlagen vergessen!“ So geht das mitunter den ganzen Tag. Und bei dem, was wir erledigen, sind wir unachtsam. Das ist der sogenannte Autopilotmodus.

simplify-Test: Greifen Sie sich einen Bereich aus Ihrem Tagesablauf heraus – z. B. das Frühstück. Wie bewusst nehmen Sie das wahr? Sind alle Ihre Sinne wach? Versuchen Sie einmal, genau zu schmecken, was Sie essen. Wie fühlt es sich an, das Brot in Ihren Händen? Oder das Knusper-Müsli auf der Zunge? Zwischen den Zähnen? Nehmen Sie die Temperatur Ihrer Kaffee- oder Teetasse wahr. Betrachten Sie das Muster einer aufgeschnittenen Kiwi. Je mehr Sie feststellen: „Darauf habe ich noch nie geachtet!“, desto mehr haben Sie sich bisher dem Autopiloten hingegeben.

Die gute Nachricht: Jeder kann’s!

Achtsamkeit ist also weder etwas Besonderes noch etwas Außergewöhnliches. Es handelt sich um eine Fähigkeit, über die grundsätzlich jeder verfügt. Durch Übungen (hier Link setzen) können Sie Ihre Achtsamkeit stärker entwickeln und dem gegenwärtigen Augenblick einschließlich Ihnen selbst mehr Aufmerksamkeit schenken.

simplify-Tipp: Bei Achtsamkeitsübungen geht es immer um das, was Sie gerade erleben. Mit Fragen wie „Was nehme ich jetzt in diesem Moment wahr? Was spüre ich in meinem Körper?“ machen Sie bereits den ersten Schritt, um sich für die Gegenwart zu öffnen!

Dank Achtsamkeit behalten Sie auch in unangehemen, emotional stressigen Situationen den Überblick, weil Sie mit Ihren Gedanken, Ihren aufsteigenden Gefühlen und Körperempfindungen in Kontakt sind. Ihnen ist bewusst, was in Ihnen geschieht, denn Ihr innerer Beobachter ist aktiv. Das schaltet den Autopiloten aus und ermöglicht Ihnen, angemessen anstatt unbewusst zu reagieren.

Übrigens: Der US-amerikanische Molekularbiologe Prof. Jon Kabat-Zinn entwickelte sein Programm der „Achtsamkeitsbasierten Stressreduktion“, um Patienten das Leben mit Schmerzen, Ängsten und Krankheiten zu erleichtern!

Dieser Beitrag entstand in Zusammenarbeit mit Elke-Olivia Hermann, Dipl. Sozialpädagogin, Psychologische Beraterin und Lehrerin für Stressbewältigung durch Achtsamkeit, MBSR, in Karlsruhe. www.omega-zentrum.de

Autorin: Dunja Herrmann

 

 


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