Burn out

Burn out Syndrom


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Tipps gegen das gar nicht seltene Phänomen des Ausgebranntseins

„Mein Job hat mir einmal so viel Spaß gemacht – aber jetzt bin ich nur noch müde und ausgelaugt.“ So seufzen viele Menschen, vor allem solche aus sozialen Berufen. Bereits 1/3 aller Lehrer, Krankenschwestern und Polizisten zeigt Symptome des Burn out Syndroms („Ausgebranntsein“). Merkmale: chronische Ermüdung, Antriebsschwäche, mangelnde Lebensfreude bis hin zur Depression. Was können Sie als Betroffener dagegen tun? Der entscheidende 1. Schritt ist, sich die Entstehung von Burnouts klar zu machen:

Die 4 Phasen des Ausbrennens

Die Entstehung von Burnouts ist ein schleichender, von den Betroffenen schwer erkennbarer Prozess. Am Anfang (1. Phase) steht immer ein großes Engagement (nur wer „brennt“, kann „ausbrennen“). Von hohen Idealen getragen, investieren Sie viel Zeit und Kraft in Ihre Arbeit und stellen eigene Bedürfnisse zurück.

In der 2. Phase treten zeitweilige Erschöpfungszustände auf. Sie fühlen sich lustlos und erleben unerwartete Konflikte. Sie haben immer wieder Konzentrationsschwächen: Arbeiten, die Ihnen früher flott von der Hand gingen, dauern immer länger.

Die 3. Phase ist gekennzeichnet von Kopfschmerzen, übertrieben aggressiven Reaktionen („Ausraster“) und Ausstiegsfantasien („Am liebsten würde ich alles hinschmeißen“).

In der Endphase schließlich regieren Verzweiflung, Hoffnungslosigkeit und völliger körperlicher Zusammenbruch.

Bei einer Untersuchung von Lehrern in der Region Brandenburg waren nur etwa 15% zufrieden, leistungsfähig und gesund. 15% hatten angesichts der Belastungen auf „Schonung“ geschaltet: reduziertes Engagement, völlige Abwehr zusätzlicher Aufgaben. Etwa jeder Dritte hatte deutliche Burnout-Symptome. Die mit über 35% größte Gruppe aber gehörte zum Muster „Selbstüberforderung“ (was etwa der 2. Stufe des 4-Phasen-Modells entspricht).

Einstiegsdroge Aufopferung

Die „Selbstüberforderer“ verausgaben sich, gönnen sich kaum Erholung und reagieren auf die Belastung von außen mit einer inneren Opferhaltung. Häufig übertragen sie dieses Muster auch auf ihr Privatleben. Sie entwickeln ein negatives Selbstbild, weil sie sich körperlich und emotional überfordert fühlen. Ihren Klienten (Schüler, Patienten, Mitarbeiter, Familie) können sie sich nicht mehr in geeigneter Weise zuwenden und entwickeln zunehmend ein negatives Bild von ihnen („die schlimme Klasse“, „die ewig nörgelnden Patienten“). Die wiederum reagieren auf solche Einschätzung verständlicherweise sauer und bestätigen das negative Bild – eine verhängnisvolle Spirale.

So durchbrechen Sie den Teufelskreis

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Agieren Sie, bevor es zu spät ist. In der Phase der Selbstüberforderung haben Sie noch Handlungsspielraum. Gewinnen Sie wieder positiven Kontakt zu Ihren Klienten, um die wichtigste Kraftquelle anzapfen: Ihre persönlichen Fähigkeiten, anderen Menschen zu helfen. Der simplify-Tipp: Tun Sie es exemplarisch. Nehmen Sie sich Zeit für einen Ihrer Schutzbefohlenen, widmen Sie sich einer Ihrer vielen Aufgaben besonders intensiv. Überfordern Sie sich dabei nicht mit einem besonders schweren Fall, sondern wählen Sie einen Menschen oder eine Aufgabe, der bzw. die Ihnen liegt.

Qualität statt Quantität

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Arbeiten Sie mit dem ausgewählten Menschen bzw. der bevorzugten Aufgabe qualitativ hochwertig. Gehen Sie in die Tiefe, nehmen Sie sich Zeit. „Selbstüberforderer“ leiden meist unter einem Doppelproblem: Sie sind von der Menge ihrer Aufgaben her überbeansprucht, hinsichtlich der Qualität ihrer Tätigkeiten jedoch unterfordert.

Geben Sie Verantwortung ab

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Viele Menschen, die in Helferberufen arbeiten, sehen den Wald vor lauter Bäumen nicht. Sie helfen auch dort, wo sie es gar nicht müssten. Ihr Unterbewusstsein will das Muster Selbstüberforderung erfüllen. Damit behindern sie die Entwicklung ihrer Klienten. Beispiel Schüler die sich den Lernstoff auch ohne Lehrer beibringen – und so wird es in Schweden auch gemacht. Die Kinder lernen selbst, die Schnelleren erklären es den Langsameren und die Lehrkräfte kümmern sich während des „Unterrichts“ um einzelne Schüler.

simplify-Tipp: Sehen Sie Ihre derzeitige Kraftlosigkeit als Chance. Sagen Sie Ihren Klienten: „Ich kann nicht mehr. Ihr müsst es selbst machen.“

Nehmen Sie Dank entgegen

„Gratifikationskrise“ lautet der Fachbegriff für die tiefe Unzufriedenheit von Selbstüberforderungs-Opfern und Betroffenen des Burn out Syndroms, die zu wenig positive Rückmeldungen von ihren Kollegen, Vorgesetzten und Klienten empfangen.

simplify-Tipp: Schaffen Sie sich „Dankbarkeitsquellen“. Gehen Sie dabei wieder exemplarisch vor. Gründen Sie mit einzelnen Kollegen eine Solidaritätsgruppe, in der Sie nicht über die anderen schimpfen, sondern sich gegenseitig beraten und Mut machen. Veranstalten Sie eine publikumswirksame Aktion, für die Sie Dank und Anerkennung ernten werden. Sagen Sie sich innerlich ganz offen: Meine Seele braucht mal wieder etwas Applaus, und dadurch werde ich ihn bekommen.

Autor: Tiki Küstenmacher


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