Entspannungsübungen

Qi Gong im Alltag


Sie müssen nicht im Morgengrauen "schattenboxen"

Qi Gong, die "Arbeit mit der Lebenskraft" ist eine uralte chinesische Methode, um Körper und Seele in Harmonie zu bekommen. Sie widmet der Entspannung breiten Raum und legt Wert auf regelmäßiges Üben. Qi Gong können Sie nicht nur zu Hause üben. Die Lebensenergie Qi (oder "chi"), wird durch die Vorstellung gelenkt, und so sind gerade Routineabläufe im Alltag hervorragende Gelegenheiten, Qi Gong zu üben.

Entspannen Sie sich mit der Schwerkraft

Diese Übung dient als Vorbereitung für alle weiteren, ist aber auch für sich allein schon sehr wohltuend. Richten Sie Ihre Aufmerksamkeit auf den Scheitelpunkt Ihres Kopfes und entspannen Sie von hier aus das Gesicht. Lassen Sie die Entspannung über Brust, Magen und Bauch laufen. Spüren Sie, wie die Welle des Loslassens von der Erdanziehung sanft nach unten gezogen wird. Entspannen Sie sich von dort aus weiter über die Vorderseiten der Ober- und Unterschenkel bis zu den Zehen. Schicken Sie anschließend eine Entspannungswelle vom Scheitelpunkt abwärts über Hinterkopf, Nacken, Hals, Rücken und Rückseiten der Beine. Wenn's dabei behaglich in der Wirbelsäule kribbelt, machen Sie alles richtig. Gehen Sie ein 3. Mal vom Scheitelpunkt aus und entspannen Sie die Seiten: Ohren, Kiefergelenke, Hals, Schultern und Arme. Dann weiter zu Brustkorb, Hüften, Außenseiten der Beine bis in die Zehen.

Hören Sie in den Kosmos

Nehmen Sie Kontakt auf mit dem Himmel, indem Sie in den Kosmos hineinhören und dann die Aufmerksamkeit wieder sich zuwenden. Stellen Sie sich vor, wie Ihre Aufmerksamkeit aus den Ohren hinaustritt in die Unendlichkeit des Alls, dort verweilt und danach wieder in Ihren Kopf zurückkehrt.

Verankern Sie sich in der Erde

Nehmen Sie Kontakt mit der Erde auf, indem Sie beide Füße flach auf den Boden stellen und sich mit den Zehen dreimal kurz festkrallen. Stellen Sie sich vor, wie unsichtbare Wurzeln aus Ihren Beinen durch alle Materie hindurch bis in den Mittelpunkt der Erde wandern.

Nähren Sie Ihre Seele mit Freude

Entspannen Sie Ihre Gesichtszüge und Ihr "drittes Auge" (die Gegend zwischen den Augen, etwas oberhalb der Brauen). Schließen Sie dazu die Augen, berühren Sie mit einer Fingerspitze sanft die beschriebene Stelle und lächeln Sie in Gedanken einem geliebten Menschen zu.

1. Übung: Der große Zehenkanal

Diese einfache Übung kann gegen Bluthochdruck und unregelmäßigen Stuhlgang helfen. Denken Sie an Ihre große Zehe und klammern sich mit ihr (ohne Verkrampfung) in der Erde fest. Spüren Sie, wie durch den Zeh die Kraft der Erde in Sie strömt. Atmen Sie dabei ruhig und bewusst weiter.

2. Übung: Die Seh-Kette

Diese Übung dient der Stärkung des Gedächtnisses, um Gehörtes oder Gelesenes besser behalten zu können. Sie eignet sich besonders vor Vorträgen, Vorlesungen, Konzerten oder dem Lesen eines wichtigen Textes. Sie sollten Sie etwa 3 Minuten lang ausführen. Entspannen Sie wie oben beschrieben den ganzen Körper. Schließen Sie die Augen und sehen Sie zur Nasenspitze. "Blicken" Sie anschließend in Ihrer Vorstellung mit der Nasenspitze zum Mund, dann mit dem Mund zum Herzen und mit dem Herzen zu den Ohren. Das ist hilfreich beim Hören eines Vortrags. Beim Lesen eines Buchs blicken Sie mit dem Herzen zu den Augen. Mit etwas Übung können Sie das Ganze auch mit offenen Augen durchführen. Entscheidend ist Ihre Vorstellung.

3. Übung: Das Ordnen der Flüsse

Sehr empfehlenswert bei Erkältungen im Frühstadium. Das Qi fließt nach chinesischer Vorstellung entlang der Meridiane, die den Körper wie Flüsse an der Oberfläche und im Innern durchziehen. Sind sie blockiert, kommt es zu Störungen. Stehen Sie bei dieser Übung. Zu Hause können Sie eine angenehme Musik hören. Grundlage sind langsame, zarte Schüttelbewegungen. Für Wartezeiten (z. B. an der Bushaltestelle) genügt es, wenn Sie sich anstelle des Schüttelns mehrmals leicht auf die Zehenspitzen stellen und dann auf die Fersen fallen lassen. Beginnen Sie mit der oben beschriebenen Entspannungsübung. Ordnen Sie dann in Ihrer Vorstellung Ihre Meridiane mithilfe leichter, rhythmischer Schüttelbewegungen. Beginnen Sie an der Schädeldecke und gehen Sie in Gedanken den ganzen Körper entlang nach unten. Wichtig ist Ihre Vorstellung vom "Geraderichten" der Meridiane. Danach stellen Sie sich ruhig hin. Denken Sie beim Einatmen an nichts. Beim Ausatmen stellen Sie sich intensiv vor, wie verbrauchte Energie durch die Körpermitte über die vordere Hälfte Ihrer Füße tief in den Boden abfließt. Gehen Sie langsam von oben nach unten, als ob Sie einen Flüssigkeitsspiegel Atemzug um Atemzug absenken. Atmen Sie dabei immer kurz und tief ein, und langsam durch die Nase aus. Gönnen Sie sich nach der Übung in jedem Fall noch einige Augenblicke ruhigen Stehens, sonst macht sie Sie müde.

Zum Weiterlesen: Joachim Pongratz, Qi Gong im Alltag. Knaur Verlag, München 2001. ISBN 3-426-8139-4. 6,90 €.

simplify-Autorin Dr. Elisabeth Rimmele-Schick


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