Gesunde Ernährung

Schlank bleiben mit Trick 17


Er gilt als „Sherlock Holmes des Essens“ – der amerikanische Ernährungspsychologe Dr. Brian Wansink. Bekannt wurde der Professor durch seine raffinierten Experimente. So erdachte er beispielsweise nie zu leerende Suppenteller, die sich über einen Schlauch am Tellerboden kontinuierlich nachfüllen ließen, ohne dass die Versuchsteilnehmer es merkten. Wansinks Grundthese: Gesunde Ernährung benötigt weder übermenschlichen Willen noch Kalorien-Buchhaltung, sondern lässt sich weitgehend automatisieren. Sein Buch „Slim by Design“ enthält eine Fülle praktischer Tipps, wie Sie Ihr Essverhalten mühelos steuern können. Hier unsere persönliche Auswahl, simplify-mäßig aufbereitet und auf deutsche Verhältnisse übertragen:

Schlagen Sie Ihre Teller entzwei

Zumindest in Gedanken! Stellen Sie sich bei jeder Mahlzeit vor, der vor Ihnen liegende Teller sei in der Mitte durchgebrochen. Füllen Sie eine Hälfte Ihres Tellers mit natürlicher Kost (Obst, Gemüse, Salat) – schon haben Sie das Fundament gesunder Ernährung gelegt. Mit komplizierten Mengen- und Kalorienangaben müssen Sie sich nicht herumschlagen.

simplify-Tipp: Sie haben Ihre Portion aufgegessen, aber Lust auf ein weiteres Stück Pizza oder noch ein zweites Stück Fleisch mit Sahnesauce? Geben Sie sich selbst die Erlaubnis nachzunehmen – unter der Voraussetzung, dass Sie sich noch einmal genauso viel Gemüse/Salat nehmen. Meist werden Sie dadurch automatisch den Nachschlag weglassen, ohne Ihre Willenskraft strapazieren zu müssen.

Shoppen Sie mit Trennwand

Auf Dauer können Sie nur dann die Hälfte Ihres Tellers mit Obst, Salat und Gemüse füllen, wenn Sie entsprechend einkaufen. Unterteilen Sie den Einkaufswagen im Supermarkt (mit Jacke, Schal, Stoffbeutel): Die vordere Hälfte ist reserviert für Frisches. Sie kaufen es im Gemüsegeschäft oder bekommen es per Biokiste? Dann drapieren Sie die Jacke so im Einkaufswagen, dass sie die komplette vordere Hälfte belegt. Kaufen Sie an übrigen Lebensmitteln nur so viel, wie in die hintere Hälfte passt.

simplify-Tipp: Wer hungrig zum Einkaufen geht, kauft nach Wansinks Erkenntnissen nicht etwa mehr, wohl aber meist ungesündere Nahrungsmittel. Dagegen hilft: Beim Shoppen Kaugummi kauen! Halten Sie in Ihrer Einkaufstasche welche bereit. Am besten wirken solche mit Pfefferminzgeschmack.

Verbergen Sie Ihre Lockvögel

Gehen Sie in Ihre Küche, jetzt gleich, und machen Sie eine Bestandsaufnahme: Welche Lebensmittel stehen auf der Arbeitsfläche, in offenen Regalfächern und ganz vorne im Kühlschrank? Lassen Sie von diesen Plätzen alles verschwinden, was Sie in Versuchung führt: die angefangene Kekspackung, die Frühstückscerealien, das große Stück Bergkäse, von dem Sie sich gerne einfach so ein Stück abschneiden, das Glas Nutella ...

simplify-Tipp: Verbergen Sie Ihr persönliches Naschwerk (ob süß oder salzig) in undurchsichtigen Plastik-Containern, die Sie mit einem Etikett versehen. Ein farbiger Deckel tut Wunder! Füllen Sie den Inhalt verführerischer Großpackungen in kleinere Behältnisse um.

Halten Sie natürliche Snacks griffbereit

Sorgen Sie dafür, dass Ihr „Was kann ich denn jetzt essen“-Blick stets als Erstes auf Obst oder Gemüse fällt. Besonders gut: Früchte, die Sie nicht schälen müssen (Äpfel, Birnen, Cocktailtomaten). Nehmen Sie Bioqualität, und legen Sie die Früchte bereits gewaschen in eine Schale. Sie essen als Mutter kleiner Kinder oder gestresster Bürowerker – leider – oft einhändig im Multitasking-Modus? Verändern Sie zumindest, wonach Sie dabei greifen. Wenn Sie bereits morgens Rohkost für untertags mundfertig zubereiten, verliert die zwar schneller ihre Vitamine, aber gesünder als Kekse sind Melonen oder Paprikastückchen allemal.

simplify-Tipp: Hinter Appetit kann sich auch Durst verbergen. Wenn Sie zwischen den Mahlzeiten nach etwas Essbarem suchen, versuchen Sie’s erst einmal mit Trinken. Keine Lust auf langweiliges Wasser? Peppen Sie Ihre Kanne Leitungsheimer mit einem Stück Ingwer, einem Schuss Zitronensaft und/oder Minzblättern auf. Oder bereiten Sie gleich morgens aromatischen Tee zu, den Sie in der kühleren Jahreszeit in einer Thermoskanne warmhalten

Bringen Sie Batman ins Spiel

Softeis oder Obstsalat? Haben Kinder beim Essen Auswahl (Schulmensa, Fußballcamp, Fast Food-Restaurant), entscheiden sie sich meist automatisch für immer dasselbe ungesunde Essen. Diesen Automatismus können Sie als Eltern/Lehrer/Trainer unterbrechen, indem Sie kurz vor dem Essen fragen, was ihr Idol jetzt wählen würde (sei es Batman, Heidi Klum, Philipp Lahm oder die beste Freundin). Wichtig: Wie auch immer die Auskunft ausfällt, fragen Sie danach kommentarlos: „Und was möchtest du?“ Selbst wenn Batman angeblich zum Softeis greifen würde, sind dadurch die Chancen für den Obstsalat gestiegen!

simplify-Tipp: Auch sich selbst können Sie mit so einer Frage positiv beeinflussen. Probieren Sie es in Kantine oder Restaurant mal mit: „Wonach würde meine Schwägerin/mein Freund Ralph/mein Fitnesstrainer greifen?“

Verachten Sie nicht die doggie bag

In vielen Restaurants sind die Portionen so groß, dass sie kaum zu bewältigen sind. Halbe Portionen werden oft gar nicht oder nur als Kinder- oder Seniorenteller angeboten. Fragen Sie trotzdem beim Bestellen, ob Sie zu einem reduzierten Preis eine halbe Portion haben können. Wenn Sie Ihren Wunsch damit begründen, dass Sie „gerne noch Platz für eine Vorspeise (ein Dessert) hätten“, wird man ihm leichter stattgeben.

simplify-Tipp: Erkennen Sie beim Anblick Ihres Tellers, dass Ihnen das Essen zu viel sein wird, beschließen Sie bereits zu Beginn des Essens, wie viel Sie übrig lassen wollen. Erstaunlich viele Restaurants finden heutzutage nichts dabei, Essen einzupacken – aus den USA kommend hat sich dafür der Begriff doggie bag (Hundetüte) eingebürgert. 


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