Stressbewältigung

Stressbewältigung: Auch guter Stress macht krank!


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Alles über die Lüge „Ich kann unter Druck am besten arbeiten“

Verschieben Sie Aufgaben gern auf den letzten Drücker? Mit der Ausrede „Vorher bin ich einfach nicht kreativ“? Sind Sie auch bei Nebensachen Perfektionist? Nehmen Sie Verpflichtungen übertrieben ernst? Ist Ihre Arbeit so beschaffen, dass Sie unersetzlich sind? Entwickeln Sie Katastrophenszenarien, was alles schief gehen könnte? Wenn Sie auf eine dieser Fragen mit „ja“ antworten, könnten Sie zur wachsenden Gruppe der Stress-Junkies gehören. Eine weit verbreitete Suchtkrankheit, legal und gesellschaftlich höchst anerkannt. Sie ist verwandt mit dem Workaholismus, tritt aber auch bei Nicht-Berufstätigen auf.

Die wunderbare Seite von Stress ...

Es geht um Rauschgifte! Sie heißen Epinephrin, Norepinephrin und Glucocorticoide – und werden unter Stress von Ihrem eigenen Körper erzeugt. Sie verursachen kurzzeitige Glückszustände, emotionale Aufgeregtheit und bringen Sie zu geistigen Höchstleistungen. Ihre körperlichen und seelischen Schmerzempfindungen werden drastisch gesenkt. Einsamkeit, Hunger, schlechte Erinnerungen oder momentane miese Beziehungen treten in den Hintergrund. Ihre gesamte Umgebung, normalerweise vielleicht etwas langweilig, erscheint durch Ihre chemisch angestachelte Aufmerksamkeit lebendiger und intensiver.

... und die Schattenseite

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Mediziner nennen diesen Zustand wegen der vielen positiven Effekte bisweilen Eustress („guter Stress“). Doch auch der – das zeigen zahlreiche Untersuchungen aus jüngerer Zeit – hat negative Nebenwirkungen. Die genannten Stoffe, die Ihr Körper unter Stress in die Venen pumpt, können Magengeschwüre, Herzkrankheiten und eine dramatische Schwächung Ihres Immunsystems auslösen. Unter Eustress sinkt Ihr Schlafbedürfnis, aber auch Ihre Aufmerksamkeit – ohne dass Sie es subjektiv merken. Das kann schlimme Folgen haben: vom Autounfall (mitverschuldet durch Ihre Müdigkeit) bis zu Depressionen, von einem unterschwelligen Unglücksgefühl bis zu kompletten körperlichen Zusammenbrüchen. Ganz zu schweigen von den Auswirkungen auf Ihre sozialen Beziehungen.

Stress-Missbrauch

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Jede Sucht strebt zum Extrem. Der Stress-Junkie erzeugt unbewusst Situationen, die in ihm Angst oder Zorn verursachen und ihm so das ersehnte Rauschmittel liefern – immer und immer wieder. Das wird lange Zeit nicht als besonders negativ erlebt. Stress-Süchtige beruhigen sich selbst, indem sie zu sich sagen: Eigentlich bin ich doch glücklich bei all der Anspannung – und sie macht mich erfolgreich. Die medizinischen Anzeichen für eine Schädigung aber wären – würden Sie den Weg zum Arzt wagen – eindeutig. Warten Sie nicht, bis es zu einem Zusammenbruch kommt, selbst wenn Ihr persönlicher Stress-Level noch nicht bedrohlich wirkt.

Wege zur Stressbewältigung: 1. Loslassen

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Stress ist von der Natur gedacht für Höchstleistungen in Notsituationen – wenn Sie etwa vor einem angriffslustigen Wolf fliehen müssen. Die anregenden Substanzen wurden in den frühen Tagen der Menschheit durch die körperliche Betätigung beim Davonrennen wieder abgebaut. Im Arbeitsalltag mit vorwiegend sitzender Tätigkeit aber bleibt das Gift in Ihrem Körper. Es gilt ja als unschicklich, auf den Tisch zu hauen oder wild herumzuhampeln. Daher lautet der Rat: Verleihen Sie Ihren Gefühlen Ausdruck, bewegen Sie sich viel, treiben Sie Sport. Das ist ein erster guter Schritt, um die körperlichen Schädigungen durch die Stressstoffe zu reduzieren.

2. Zugeben

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Jedes Selbsthilfeprogramm beginnt mit einem Selbstbekenntnis: „Ich bin süchtig.“ Solange Sie glauben, Ihre Sucht mit Willenskraft bekämpfen zu können, bleiben Sie in der Sucht gefangen. Sie kommen erst frei, wenn Sie zugeben, dass Sie Ihren Gefühlen gegenüber machtlos sind.

Eine Geschichte aus Tibet erzählt vom Yogi Milarepa, der während seiner Meditationen von einem riesigen Dämon geplagt wurde. Alle Versuche, ihn zu verscheuchen oder zu besiegen, schlugen fehl. Da setzte sich Milarepa mitten in das gefährliche Maul des Monsters, und es verschwand. Die destruktive Macht war gebrochen. Der Versuch, Stress zu kontrollieren, erzeugt Stress. Ein einfaches „Ja, ich habe Angst, und das ist ganz normal“ dagegen befreit Sie aus dem Teufelskreis.

3. Lieben

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Einer der klassischen Fehler aller Süchtigen: Sie hassen den Teil von sich, der sie in die Sucht treibt. Weil aber jede Sucht letztlich eine Reaktion auf eine schmerzvolle Erfahrung ist, können Sie die Sucht nicht auf aggressive, wiederum Schmerz verursachende Art bekämpfen. Behandeln Sie Ihren inneren Süchtigen stattdessen mit Liebe und Güte. Heißen Sie Ihr geplagtes und besorgtes Herz willkommen. Fragen Sie es: Warum hast du solche Schmerzen? Wie kann ich dir helfen? Machen Sie es zu Ihrem Verbündeten, vertrauen Sie auf seine Weisheit. Meist bekommen Sie von ihm die wertvollsten Informationen darüber, was Sie in Ihrem Leben ändern müssen.

4. Abgeben

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Wenn Sie durch die Nebenwirkungen Ihrer Stress-Sucht körperlich zusammenbrechen und in der Klinik landen, wird es auch ohne Sie weitergehen. Simulieren Sie Ihren Herzinfarkt gedanklich. Wie würden Sie sich dann verhalten? Ziehen Sie die Notbremse, bevor es Ihr Körper tut. Gehen Sie auf Kur, klinken Sie sich aus dem Trott aus, geben Sie eine krank machende Beschäftigung auf. Das ist auf längere Sicht nicht nur gut für Sie, sondern für jeden, dessen Leben mit Ihrem verbunden ist.

Die Einsichten beruhen auf einem Artikel von Martha Beck in The Oprah Magazine. Wenn Sie mehr wissen wollen, surfen Sie zu www.oprah.com und www.marthabeck.com.

Autor: Tiki Küstenmacher


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