Stressbewältigung

Stressbewältigung durch emotionale Medizin


Wie Sie ohne Medikamente Ihre Selbstheilungskräfte aktivieren

An gebrochenem Herzen sterben – ja, das ist möglich. Manchmal sterben Witwer kurz nach dem Tod ihres Ehepartners. Manager erleiden einen Herzinfarkt, weil sie sich zu „herzlich“ mit ihrem Job verbunden haben. Längst ist erwiesen, dass emotionaler Stress in „Herzensangelegenheiten“ ein noch größerer Risikofaktor ist als Rauchen. Wenn das emotionale Gehirn aus den Fugen gerät, leidet das mit ihm verbundene Herz und gibt schließlich auf.

Aber genau diese enge Verkettung von Kopf und Herz lässt sich dazu nutzen, mit mentalen Methoden Ihr Herz-Kreislauf-System durch gezielte Stressbewältigung zu heilen – ohne jedes Medikament! Der französische Neurologe David Servan-Schreiber hat die neuesten Forschungsergebnisse der Neurobiologie zusammengestellt und damit bei Laien wie Fachleuten großes Aufsehen erregt.

Ihr Herz – eine Welt für sich

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Das menschliche Herz hat ein eigenes Nervensystem und produziert eigenständig Hormone. Diese wirken unmittelbar auf das Gehirn – das Gehirn steuert also nicht nur unsere Organe, sondern auch umgekehrt!

Das autonome Nervensystem des Körpers besteht aus 2 Strängen: Das „sympathische“ setzt Adrenalin und Noradrenalin frei, steuert Kampf- und Fluchtreaktionen und beschleunigt wie ein Gaspedal den Herzschlag. Der andere, „parasympathische“ Strang, gleichsam die Bremse, produziert einen Neurotransmitter, der entspannen und den Herzschlag verlangsamen kann. Bei Säugetieren sind diese beiden Systeme in Balance und ermöglichen komplexe soziale Beziehungen: Ohne das parasympathische Bremssystem würden z. B. Männer unkontrolliert über Frauen herfallen oder bei jeder drohenden Gefahr in hemmungslose Rage geraten.

Die Wellen der Herzfrequenz

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Die unmittelbare Auswirkung dieses sensiblen Balance-Systems ist die ständige Veränderung der Herzschlagfrequenz. Diese Veränderlichkeit ist normal und gesund – wenn ein Herz mit der Regelmäßigkeit eines Metronoms zu schlagen beginnt, ist das ein Zeichen für den nahenden Tod! Bei Stress, Angst, Depression oder Zorn verändert sich der Herzschlag in chaotischen, ungleichmäßigen Mustern. Wohlbefinden, Mitgefühl und Dankbarkeit dagegen führen zu gleichmäßigen Pulsveränderungen, der so genannten Kohärenz. Im Lauf des Lebens lässt die (parasympathische) Bremse nach, die Stressbewältigung wird für das Herz schwerer. Die wichtigste Voraussetzung für ein langes und gesundes Leben ist also, Ihr parasympathisches System zu trainieren.Und das ist möglich! Hier Servan-Schreibers einfache Mental-Methode für ein gesundes Herz durch erfolgreiche Stressbewältigung:

Gedanken, die Ihr Herz heilen helfen

  1. Atmen Sie 2-mal langsam und tief ein und aus, mit einigen Sekunden Pause zwischen allen Atemzügen. Damit regen Sie den Parasympathikus an und verlagern das Schwergewicht auf die „Bremse“.
  2. Lenken Sie nach 10 bis 15 Sekunden Ihre Aufmerksamkeit auf die Herzgegend. Stellen Sie sich vor, Sie atmen durch das Herz, das sich dadurch in einem Bad frischer, reinigender Luft wäscht (ähnlich den Atemanweisungen beim Sternum-Projekt, Seite 1). Denken Sie sich, Ihr Herz wäre ein fröhlich planschendes Kind in einer Badewanne mit warmem, sauberem Wasser.

  • Empfinden Sie im Herzraum Wärme und Ausdehnung. Nach Jahren emotionaler Misshandlung ist das Herz manchmal wie ein Tier nach langem Winterschlaf. Ermuntern Sie es, indem Sie Ihren Brustraum mit dem Gefühl von Dankbarkeit füllen. Ihr Herz kann dieses Gefühl unmittelbar wahrnehmen, so, wie das Auge Licht empfangen kann! Wählen Sie ein Bild, das Sie besonders lieben: das Gesicht eines Kindes, eine friedliche Naturszene, eine herrliche Skiabfahrt, ein Bad in einer Meereslagune. Viele Menschen bemerken während dieser Übung, wie ein Lächeln aufkommt, das in der Brust entsteht und sich auf dem Gesicht ausdrückt. Das ist ein Zeichen von Kohärenz.
  • Mit Messgeräten, die den Pulsschlag auf einem Bildschirm sichtbar machen (Biofeedback), lässt sich der Lernprozess beschleunigen. Aber eigentlich sind Geräte nicht nötig, nur Geduld und Ruhe. Menschen mit Meditations- oder Yogaerfahrung kommen besonders schnell in diesen Zustand der Kohärenz.

    Zum spannenden Weiterlesen sehr empfohlen: David Servan-Schreiber, Die neue Medizin der Emotionen, Goldmann Verlag 2006, 9,95 €, ISBN 3442153530.


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