Wasser

Einfach Wasser! Worauf Sie bei der inneren Anwendung achten sollten


Es gibt ja schon noble Restaurants, in denen neben einer Weinkarte auch eine Wasserkarte gereicht wird. Zugleich sagen viele Menschen heute selbstbewusst, ihnen sei „Leitungsheimer“ (also Wasser aus dem Hahn) am liebsten. Hier allerlei Wissenswertes rund ums Wassertrinken:

Wenn sich der Durst meldet ...

... ist es eigentlich schon zu spät, denn dann fehlen Ihrem Körper schon 2 bis 3 Gläser Wasser. Faustregel für Ihren Flüssigkeitsbedarf: 30 ml Wasser pro Kilogramm Körpergewicht; das sind 1,8 Liter pro Tag bei 60 kg oder 2,7 Liter bei 90 kg. Hitze und sportliche Betätigung steigern den Flüssigkeitsbedarf enorm: 1 1/2 Stunden Tennis verursachen beispielsweise einen Flüssigkeitsverlust von fast 2 Litern! Die Krankenkasse BEK-GEK empfiehlt: Trinken Sie regelmäßig über den Tag verteilt, auf alle Fälle aber, wenn Sie durstig sind, dazu 1/2 Stunde vor den Mahlzeiten 2 Gläser und 2 1/2 Stunden nach dem Essen 1 Glas.

simplify-Tipp für alle, die in der Hektik ihres Tages oft zu trinken vergessen: Lassen Sie sich von einer „Trinkuhr“ auf nette Art daran erinnern. In Smiley-Form, als kleines Gerät zum Aufstellen, als Armband (trinkuhr.de) und als iPhone-App erhältlich.

Muss es denn immer Wasser sein?

Nein – auch mit anderen Getränken wie Kaffee, Schwarztee, Bier, Saft, Milch oder wasserhaltigen Lebensmitteln (z. B. Gurken) führen Sie Ihrem Körper Flüssigkeit zu. Dass Kaffee und Schwarztee Flüssigkeitsräuber sind, gilt nach der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) wissenschaftlich als überholt. Aber: Koffein/Teein, Alkohol und die in vielen Getränken enthaltenen Kalorien machen es ratsam, die genannten Getränke nicht als Durstlöscher zu verwenden.

simplify-Tipp für heiße Sommertage: Kühlen Sie sich ab nach Beduinenart – mit einem frisch gebrühten Tee, der Sie zunächst leicht schwitzen lässt. Dadurch bewirkt er einen viel besseren Kühleffekt als ein eiskaltes Getränk, das im Körperinneren erwärmt werden muss und so dafür sorgt, dass Ihr Körper auf „Heizen“ schaltet.

Leitungsheimer pur

In Deutschland kann man das Wasser aus dem Hahn prinzipiell bedenkenlos trinken. Hat Wasser nachts oder untertags über 4 Stunden in der Trinkwasser- Installation gestanden, sollten Sie es – so empfiehlt das Umweltbundesamt (UBA) – nicht zum Trinken bzw. zur Zubereitung von Speisen nutzen. Lassen Sie das Wasser so lange laufen, bis es merklich kühler aus dem Hahn kommt – dann ist das abgestandene Wasser weg.

simplify-Tipp: Nutzen Sie dieses sogenannte Stagnationswasser für Ihre Gießkanne. Sammeln Sie leere Milchflaschen, Jogurtgläser, Saftflaschen etc., und spülen Sie diese morgens mit dem Stagnationswasser aus.

Auf die letzten Meter kommt es an

Die Richtlinien der deutschen Trinkwasserverordnung sind sogar strenger als die für Mineralwasser. Ihr Wasserversorgungsunternehmen steht allerdings nur für die Qualität des Wassers gerade, das es bis zu Ihrem Wasserzähler transportiert, ab da ist der Hausbesitzer verantwortlich. Je nachdem, aus welchem Material die Rohre im Haus sind (z. B. Blei, Kupfer, verzinktes Eisen), kann das Wasser entsprechende Spuren von Metall enthalten.

simplify-Tipp: Lassen Sie – besonders dann, wenn Sie in einem Altbau wohnen – Ihr Trinkwasser testen. Viele Wasserversorger bieten eine solche Analyse an, aber auch die Stiftung Warentest (test-wasser.de/wassertests, kompletter Test, auch auf Bakterien) sowie private Firmen.

Leitungsheimer gesprudelt

In vielen Haushalten steht mittlerweile ein Wassersprudler, der Leitungswasser mit Kohlensäure versetzt. Das Gerät spart das Schleppen von Wasserkästen und auf lange Sicht auch Geld, denn der für 40 bis 60 Liter reichende Kohlendioxidzylinder ist billiger als eine entsprechende Menge Wasser beim Getränkehändler.

Aber Achtung: Hygieniker der Uni Mainz stellten vor einigen Jahren in einer Studie große bakterielle Verunreinigungen in aufgesprudeltem Wasser fest. Der Grund: Die Benutzer hatten die Reinigung vernachlässigt. Reinigen Sie die Flasche nach jedem Leeren – mit warmem Wasser und einer Bürste oder in der Spülmaschine (siehe unten). Wenn Sie bisher auf eine Reinigung verzichtet haben, nehmen Sie beim ersten Mal 50 bis 60 Grad heißes Wasser mit einem Schuss Essig. Säubern Sie auch das Gerät selbst (Patrone vorher ausbauen, kein Spülmittel verwenden). Außerdem wichtig: Trinken Sie nicht aus den Flaschen selbst, geben Sie aromatische Zusätze (Sirup) nicht in der Flasche, sondern erst im Glas dazu. Schütten Sie Wasser, das Sie binnen eines Tages nicht getrunken haben, vorsichtshalber weg.

simplify-Tipp für alle, die die Anschaffung eines Wassersprudlers planen: Testen Sie zuvor bei anderen, ob Ihnen das aufbereitete Münchner/Mönchengladbacher/Magedeburger Leitungswasser tatsächlich schmeckt. Wählen Sie ein System mit spülmaschinenfesten Flaschen (z. B. Glasflaschen), und kaufen Sie mindestens 1 Flasche extra, damit Sie sie regelmäßig austauschen können.

Mineralwasser aus der Flasche

„Mineralwasser“ muss aus unterirdischen Vorkommen stammen, rein, frei von Verunreinigungen, an der Quelle abgefüllt, konstant zusammengesetzt und amtlich anerkannt sein. Nur eines muss es nicht sein: reich an Mineralstoffen. Studieren Sie daher das Etikett Ihres Lieblingswassers, es gibt große Unterschiede. Besonders wichtig ist der Salzgehalt. Multiplizieren Sie die angegebene Natriummenge (Na) mit 2,5. Es gibt populäre Wassermarken mit 1.000 mg Na, das sind 2,5 g Salz pro Liter – 3 g ist der gesunde Tagesbedarf! Haben Sie hohen Blutdruck, meiden Sie Wasser mit mehr als 200 mg Na/l.

simplify-Tipp: Kaufen Sie Wasser (Saft, Limonade etc.) der Umwelt zuliebe in Mehrwegflaschen. PET-Mehrwegflaschen haben dabei im Schnitt noch eine bessere Öko-Bilanz als Glasflaschen, da sie leichter sind und beim Transport weniger Energie benötigen. Allerdings stehen sie im Verdacht, problematische Substanzen ans Wasser abzugeben. Die Alternative: in Glasflaschen abgefülltes Mineralwasser, das aus der Region stammt (kurze Transportwege). Was vielen Käufer nicht bewusst ist: „Pfandflasche“ bedeutet nicht automatisch „Mehrweg“. Dünne PET-Flaschen mit 25 Cent Pfand sind in der Regel Einwegflaschen. Achten Sie daher auf die explizite Kennzeichnung „Mehrweg“.

Autorin: Dr. Ruth Drost-Hüttl


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