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Depression, Rückenprobleme & Co.: Wie Sie im Berufsleben mit einer chronischen Erkrankung umgehen


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Viele Menschen leiden unter einer chronischen Krankheit und stehen dennoch mitten im Berufsleben. Aber Bandscheibenprobleme, Allergien, Diabetes, Migräne, Depression, Alkoholsucht, Epilepsie usw. beeinflussen den Arbeitsalltag. Besonders wenn die Krankheit bei Ihnen neu auftritt oder Sie die Stelle wechseln wollen, stellen sich viele Fragen: Wie offen sollen Sie darüber sprechen? Welche beruflichen Einschränkungen bringt die Krankheit? Welche Freiräume können Sie sich schaffen? Wir haben uns Tipps von Betroffenen geben lassen.

Ihr Leben hat sich verändert

Es hat Sie unerwartet getroffen: Ihre Bandscheiben werden den Schreibtischalltag nicht mehr mitmachen. In Ihrem Job sind Sie ständig auf Achse, aber Ihr frisch diagnostizierter Diabetes bedeutet, dass Sie ab sofort besonders auf Ihre Ernährung achten müssen.

simplify-Tipp: Nehmen Sie sich Zeit, um den Diagnoseschock zu verdauen, am besten Urlaub. Reden Sie vor einem Gespräch mit Chef oder Kollegen ausführlich mit Ihrem Arzt und möglichst vielen Betroffenen. Mit welchen Einschränkungen müssen Sie rechnen (Beweglichkeit, Zeiteinteilung, Ernährung)? Was für Erleichterungen gibt es (bandscheibenfreundliche Möbel, flexiblere Arbeitszeiten)? Wenden Sie sich an eine Selbsthilfegruppe in Ihrer Nähe; Kontaktdaten haben oft die Krankenkassen, oder Sie googeln danach (z. B.: „Selbsthilfegruppe München Diabetes“).Wichtig: Denken Sie immer an beides – Ihren Arbeitsplatz, den Sie behalten möchten, und Ihre Gesundheit.

Darüber sprechen oder nicht?

Rechtlich gesehen müssen Sie Ihren Arbeitgeber nur informieren, wenn Sie aufgrund Ihrer Erkrankung wichtige Aufgaben nicht mehr erfüllen können, ohne sich oder andere zu gefährden – etwa als Fluglotse mit schlecht eingestelltem Blutdruck oder als Busfahrer, der an Epilepsie leidet. Dennoch kann es Vorteile haben, mit offenen Karten zu spielen:

  1. Sie können den Chef um die Arbeitserleichterungen bitten, die Sie brauchen, um weiterhin gut zu arbeiten (z. B. Arbeitsschichten, die auf Ihre Dialysezeiten abgestimmt sind).
  2. Die meisten Kollegen verhalten sich dann rücksichtsvoller (und nehmen Ihnen, wenn Sie rückengeschädigt sind, den Aktenstapel ab).
  3. Informierte Kollegen können im Notfall besser helfen (etwa indem sie Ihnen bei einer akuten Allergie-Attacke Ihren Cortison-Pack reichen).
  4. Sie beugen falschen Gerüchten vor („Der kommt nie mehr in die Kantine mit, der hält sich wohl neuerdings für was Besseres“).
  5. Sie kommen einer ungewollten „Entlarvung“ zuvor („Gestern habe ich Frau Braun vor der psychiatrischen Klinik gesehen“) und haben es in der Hand, wie Sie über Ihre Krankheit informieren.

simplify-Tipp: Formulieren Sie alle vorstellbaren Bedenken gegen ein „Coming-out“: „Ich werde als nicht belastbar abgestempelt.“ Oder: „Die halten mich für verrückt, wenn sie von meiner Depression erfahren.“ Tragen Sie auf einem Blatt Papier alle Pro- und Kontraargumente zusammen. Wägen Sie gründlich ab, ob und wen Sie informieren (nur den Chef, auch den Zimmerkollegen, die ganze Abteilung).

Fehlzeiten in Anspruch nehmen – Engagement zeigen

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Sie haben Angst um Ihr Image oder ein schlechtes Gewissen, wenn Sie aus gesundheitlichen Gründen fehlen oder kürzer treten? Machen Sie sich – und eventuellen Kritikern – klar: Dass Sie Ihre Arbeitskraft erhalten, ist für alle gut. Niemand hat etwas davon, wenn Sie einen Tag nach Ihrem Migräne-Anfall wieder voll ranklotzen und damit den nächsten riskieren. Zeigen Sie zu anderen Zeiten, dass Sie engagiert und rücksichtsvoll sind – z. B. indem Sie bei Bedarf länger bleiben oder es dem Kollegen ermöglichen, sich den Tag fürs Schulfest seiner Kinder frei zu nehmen.

simplify-Tipp: Fühlen Sie sich am Arbeitsplatz als Pionier. Sehen Sie die gesellschaftliche Dimension Ihres Umgangs mit Ihrer Krankheit. Von manchen Arbeitserleichterungen, die Sie für sich erbitten oder erkämpfen, profitieren auch die Gesunden. Wenn Sie sich ausbeuten (lassen), legen Sie die Messlatte für Leidensgenossen unnötig hoch.

Bewerbung: Seien Sie selbstbewusst

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In vielen Großunternehmen sind betriebsärztliche Untersuchungen Teil des Bewerbungsverfahrens. Unter welchen Umständen Sie dabei die Wahrheit sagen müssen und was Sie verschweigen dürfen, ist eine rechtlich komplizierte Frage. Verheimlichen Sie Ihre Krankheit aber nur, wenn Sie sicher sind, dass Sie das auch hinterher (zumindest in der Probezeit) gut durchhalten.Wenn Sie dagegen zu Ihrer Krankheit stehen, riskieren Sie, „aussortiert“ zu werden. Das ist bitter, aber wollen Sie in einem Unternehmen arbeiten, in dem Sie ewig ein Versteckspiel treiben müssen?

simplify-Tipp: Der Umgang mit einer chronischen Krankheit erfordert einiges Geschick von Ihnen. Viele unserer Interviewpartner sagten, sie hätten aufgrund ihrer Erkrankung Fähigkeiten trainiert, die auch in ihrem Berufsleben hilfreich seien. Trockene Alkoholiker gelten als sehr diszipliniert und zuverlässig, Diabetiker als extrem gut organisiert. Wenn Sie also über Ihre Krankheit sprechen: Betonen Sie die Stärken, die Sie gewonnen haben! 

 

Mit einer chronischen Krankheit müssen Sie jedoch nicht nur mit der Krankheit und ihren Symptomen klar kommen, sondern verbringen eventuell viel Zeit bei Ärzten oder in Krankenhäusern. Damit Sie diese Zeiten möglichst stressfrei hinter sich bringen können, haben wir die wichtigsten Tipps zur Stressbewältigung im Krankenhaus und für das Stressmanagement beim Arztbesuch für Sie zusammengestellt.


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