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Entspannungsübungen für die Augen: Besser sehen ohne Brille


Natürliches Augentraining mit einfachen Entspannungsübungen steigert Ihre Kreativität und Lebensfreude

Die Philosophin und Psychologin Janet Goodrich lehnt es ab, das menschliche Auge als bloße Kamera zu betrachten, die mit einer vorgesetzten Linse repariert werden kann. Wenn ein Mensch Gegenstände in der Ferne nur noch unscharf wahrnehmen kann, steckt dahinter möglicherweise eine sinnvolle Beschränkung des Gehirns auf die Dinge in der Nähe. Die Fähigkeiten des Auges wandeln sich entsprechend unseren inneren Bedürfnissen. Mit einer Brille wird der gegenwärtige Zustand „eingefroren", die Möglichkeiten eingeschränkt. Janet Goodrich plädiert für eine fröhliche, undogmatische Weise, die Brille auch einmal beiseite zu legen und die Fähigkeiten des Gehirn-Auge-Verbunds neu zu entdecken.

Schließen Sie Freundschaft mit dem verschwommenen Sehen

Erlauben Sie sich, die visuelle Welt so wahrzunehmen, wie Gehirn und Auge sie Ihnen derzeit darbietet. Sagen Sie sich: „Ich bin dankbar für das, was ich klar sehen kann. Ich genieße die Wasserfarbenwelt der Unschärfe. Nach und nach werde ich verstehen, wie ich mir diese meine Welt geschaffen habe und wie ich sie in Klarheit umwandeln kann."

Machen Sie Urlaub von Ihrer Brille

Schaffen Sie sich als Entspannungsübungen möglichst viele Situationen, in denen Ihre normale Sehfähigkeit ausreicht. Lassen Sie sich eventuell eine Brille machen, die ein wenig schwächer ist als Ihre derzeitige. Augenärzte und Optiker verordnen gern überscharfes Sehen und verstärken die optische Korrektur von Brille zu Brille. Wenn Sie das verschwommene Sehen nicht als Feind, sondern als kluge Möglichkeit Ihres Gehirns betrachten, kommen Sie auch mit normal scharfem statt überscharfem Sehen zurecht.

Gähnen Sie

Beim Gähnen öffnet sich das Kiefergelenk, befreit den Kaumuskel, lockert die Augenmuskeln, vertieft die Atmung, erschließt unbenutzte Regionen der Lunge, führt Gehirn und Augen frischen Sauerstoff zu, verringert den Giftstoffpegel im Organismus, regt die Produktion erfrischender Tränenflüssigkeit an und verbessert das Wohlbefinden. Beginnen Sie bewusste Entspannungsübungen für die Augen mit einem unverkrampften Gähnanfall. Gähnen Sie lautstark, genießen Sie die zusätzliche Entspannung, die sich durch ihre Stimme im Körper ausbreitet.

Benutzen Sie Ihren Nasenstift

Stellen Sie sich für Entspannungsübungen vor, auf Ihrer Nasenspitze sei ein gewichtsloser Zauberstift angebracht, der sich automatisch verlängert und verkürzt. Zeichnen Sie mit diesem Stift Formen, Linien und Ränder in Ihrer Umgebung nach. Verbinden Sie die Dinge, die Sie sehen, mit der weichen Spitze Ihres Zauberstifts locker und rhythmisch. Indem Sie nicht nur mit Ihren Augen, sondern mit vielen anderen Muskeln dabei winzige („saccadische") Bewegungen ausführen, wird der Sehvorgang umfassender, das Gehirn stimuliert und die einseitige Konzentration auf die Augen entspannt.

Üben Sie den Nah-Fern-Schwung

Mit dem Nasenstift dürfen Sie auch während des Spazierengehens und Autofahrens spielen und Entspannungsübungen probieren. Versuchen Sie, nahe und ganz ferne Dinge mit einem Strich Ihres Zauberstifts zu verbinden. Gleiten Sie mit dem Stift dabei elegant und schwungvoll von nah nach fern und wieder zurück. Das ist Gymnastik für Ihre elastische Augenlinse und gleichzeitig eine Entknüpfung Ihres Gehirns, das z. B. bei Kurzsichtigkeit weiter entfernte Dinge ausgeblendet hat.

Palmieren Sie

Legen Sie Ihre leicht gewölbten Handinnenflächen über Ihre Augen, so dass alles Licht von außen abgeschirmt wird, Sie die Augäpfel aber nicht berühren. Spüren Sie, wie aus Ihren Händen wohltuende Wärme und Kraft in Ihre Augen fließen. Entspannen Sie dabei Ihre Augen, schließen Sie die Lider, atmen Sie ruhig oder gähnen Sie. Stellen Sie sich nun eine blaue Sonne im Mittelpunkt der Erde vor. Die blauen Farbschattierungen dringen durch alle Erdschichten, fließen durch Ihre Beine und Arme bis in alle Adern. Sie fluten durch Ihre Schultern und lockern sie dabei. Dann sammeln sie sich in Ihren Handflächen und strömen weiter in Ihre Augen und Ihr Gehirn. Öffnen Sie nach einiger Zeit Ihre Augen und genießen Sie die Frische Ihrer Sehkraft.

Betrachten Sie Mandalas

Wenn Sie kreisförmigen Figuren mit dem Zauberstift nachfahren, können Sie die von Astigmatismus verursachte Unschärfe mildern (beim astigmatischen Sehen erscheinen z. B. waagerechte Linien deutlicher als senkrechte). Besonders geeignet für diese Entspannungsübungen für die Augen sind Mandalas (indisch: Rad) mit Speichen. Malen Sie die senkrechten, waagerechten und diagonalen Linien innerhalb des Umkreises mit dem Zauberstift nach. Legen Sie dann das Bild weg, schließen Sie die Augen und stellen Sie es sich vor dem geistigen Auge vor. Nun öffnen Sie wieder die Augen und malen die Speichen des imaginären Mandalas nach. Das können Sie bei vielen Gelegenheiten wiederholen als „heimliche" Übung, die kein Außenstehender mitbekommt. Noch wirksamer wird dieses Training, wenn Sie sich die kleinen Perlen auf den einzelnen Speichen einzeln klar und scharf vorstellen.

Bleiben Sie locker

Sie müssen Ihre Brille nicht wegwerfen, Sie brauchen sich zu nichts zu zwingen. Führen Sie alle Entspannungsübungen für die Augen zwanglos und ohne Druck durch. Dann gewinnen Sie ganz nebenbei und allmählich Ihre volle Sehkraft zurück. Ihre vom Gehirn gesteuerten Sehfunktionen erweitern sich, Ihr Denken wird breiter, entkrampfter und kreativer.

Eine Fülle weiterer Übungen enthält das Standardwerk zum Thema: Janet Goodrich, Natürlich besser sehen. VAK Verlag, Kirchzarten 2000. ISBN 9783932098970. 14,95 €.


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