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Viele Menschen kennen - gerade in Zeiten stärkerer Belastungen - wiederkehrende Schmerzen im Nacken und in den Schultern. Die häufigsten Ursachen: innere Spannungen, Stress, zu wenig Bewegung und eine schlechte Haltung, vor allem bei der Arbeit am Schreibtisch. Falls Sie zu den Geplagten zählen: Der Tänzer und Bewegungspädagoge Eric Franklin hat Entspannungsübungen entwickelt, die die Nackenmuskulatur spielerisch lockern.
Betrachten Sie Verspannungen und Schmerzen nicht als Feind, sondern als Freund, der gekommen ist, um Sie auf etwas aufmerksam zu machen. Für jede Verspannung gibt es einen tieferen Grund; jeder Körperteil ist verbunden mit einem Teil Ihrer Seele. Belastungen im Beruf, finanzielle Probleme, Beziehungsstress - all das kann Ursprung Ihrer Schmerzen sein.
Je mehr Sie gestresst sind, desto höher tragen Sie Ihre Schultern. Die Muskeln zwischen den Schulterblättern verkürzen sich, bleiben in Dauerspannung und fühlen sich bald hart an. Das belastet die Wirbelsäule und kostet unnötig Energie. Durch diese Entspannungsübungen, bei der Sie auch Ihre Stimme kräftig einsetzen sollten, wird Ihre innere Ruhe größer und Ihre Atmung tiefer:
Halten Sie die Arme vor den Brustkorb, etwa auf Höhe des Herzens. Die Hände greifen hakenförmig ineinander, die Ellenbogen sind auf derselben Höhe wie die Hände. Drücken Sie die Ellenbogen nach hinten, halten Sie die Finger aber fest. Ziehen Sie die Schulterblätter dabei zusammen, der Rücken streckt sich, der Kopf geht nach oben, das Brustbein bewegt sich nach vorn. Bewegen Sie die Schulterblätter wieder auseinander, der Rücken wird dabei etwas gebeugt. Stellen Sie sich vor, dass Ihre Schulterblätter Flügel wären, mit denen Sie auf- und abschwingen können. Wiederholen Sie diese Bewegung 5- bis 10-mal. Bewegen Sie sich möglichst fließend und atmen Sie dabei locker weiter.
Um das Schlüsselbein herum befinden sich sehr viele Gefäße und Muskeln. Wenn Sie den Bereich um diese Knochen lockern, tut das der Atmung und Ihren Schultern gut. Heben Sie dazu die Schultern ein wenig in die Höhe, so dass Sie Ihr Schlüsselbein mit den Fingern gut spüren können. Versuchen Sie, den ganzen Knochen zu massieren, vom Brustbein bis zum Schulterblatt. Kreisen Sie mit den Schultern und spüren Sie die Bewegung des Schlüsselbeins. Wundern Sie sich nicht, wenn es dabei kracht und knackt: Das ist ein deutliches Zeichen dafür, dass Sie endlich wieder Gelenke bewegen, die viel zu lange unbenutzt geblieben waren.
Körpergerechtes Aufstehen und Hinsetzen gehören zu den besten Möglichkeiten und Entspannungsübungen, Ihre Körperhaltung zu verbessern. Wenn die Kraftübertragung von den Beinen auf das Becken gut koordiniert wird, entsteht ein ideales Fundament für die Wirbelsäule, die sich aufrichtet und verlängert. Dies entspannt Schultern und Nacken.
Dr. Elisabeth Rimmele-Schick
Zum Weiterlesen: Eric Franklin, Entspannte Schultern, gelöster Nacken. Kösel Verlag, München 2000. 16,95 €. ISBN 3-466-34429-8.