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Erste Hilfe - simplify!


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Mit wenigen Maßnahmen können auch Sie Leben retten!

Wie lange haben Sie sich nicht mehr mit Erster Hilfe befasst? Wenn Sie Ihr Wissen seit dem Führerschein nicht mehr aufgefrischt haben, haben Sie vermutlich das meiste davon vergessen oder kennen zumindest nicht den aktuellen Stand (seit 2006 gibt es neue Richtlinien). Wer aber unsicher ist, bleibt im Notfall oft hilfloser Zuschauer. Monika Eichin, Ausbilderin bei der Johanniter-Unfall-Hilfe, hat uns für Sie zentrale Tipps gegeben.

Trauen Sie sich!

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Die schlechteste Reaktion im Notfall: nichts tun. Was viele nicht wissen: Sie sind gesetzlich zur Hilfe verpflichtet! Außerdem: Bis der Notarzt kommt, kann es bereits zu spät sein. In jeder Notfallsituation ist ein Paket von 4 Maßnahmen gefragt:

1. Notruf betätigen, 2. Vitalfunktionen sichern = die je nach Situation erforderlichen medizinischen Maßnahmen, 3. Eigenwärme erhalten, 4. trösten und betreuen.

simplify-Tipp: Stellen Sie sich das Ganze bildlich vor: Ihr Lieblingsstofftier aus der Kindheit (Trost) sitzt auf einer Kuscheldecke (Wärme) und hält in der einen Pfote ein Telefon (Notruf) sowie in der anderen eine Mullbinde (= Beispiel für die konkrete Maßnahme). Im Notfall rufen Sie sich dieses Bild ins Gedächtnis, um an alle 4 Punkte zu denken.

112

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Diese Notrufnummer gilt deutschlandweit und in fast ganz Europa. Vom Handy aus benötigen Sie keine Vorwahl. Informieren Sie die Leitstelle anhand der „W-Fragen“ (wer, wo, was ist passiert, wie viele Menschen, welche Verletzungen?). Wichtig: Beenden Sie das Gespräch nicht selbst, sondern warten Sie, bis die Leitstelle alle Rückfragen gestellt hat und auflegt.

simplify-Tipp: Wenn Sie einen fremden Menschen auffordern, den Notarzt zu verständigen, lassen Sie sich von ihm danach mitteilen, was die Leitstelle gesagt hat. Auf diese Weise vergewissern Sie sich, dass sich der andere nicht einfach davongeschlichen, sondern den Auftrag wirklich ausgeführt hat.

Lebenskraft stärken

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Sprechen Sie möglichst viel mit dem verunglückten Menschen, auch wenn er bewusstlos ist. Sagen Sie ihm, was Sie gerade tun („Ich drehe Sie jetzt auf die Seite“). Das wirkt beruhigend und hilft Ihnen, sich auf Ihre Tätigkeit zu konzentrieren. Auch Körperkontakt tut gut. Mit einer Decke oder Ihren eigenen Kleidungsstücken sorgen Sie dafür, dass der Verunglückte seine kostbare Energie nicht mit Wärmeerzeugung verschwendet.

Lebensrettend: Die stabile Seitenlage

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Sie dient dem Freihalten der Atemwege und ist mit wenigen Handgriffen hergestellt. Nötig ist sie immer dann, wenn ein Mensch nicht mehr bei Bewusstsein (also nicht mehr ansprechbar) ist, aber noch atmet. Auch wenn der Verunglückte etwa stark am Kopf blutet! 1. In den Mund schauen und Kaugummi, loses Gebiss o. Ä. herausnehmen, Brille des Verletzten abnehmen. 2. Atem kontrollieren. 3. Den nahen Arm des Bewusstlosen angewinkelt nach oben legen. 4. Fernen Arm am Handgelenk greifen, auf Ihre Seite herüberziehen, Handrücken des Betroffenen an seine Wange legen und dort festhalten. 5. Fernes Bein aufstellen und den Bewusstlosen damit zu Ihnen herüber drücken (Hebelwirkung) in die stabile Seitenlage. 6. Das obere Bein vor dem Körper hinlegen. 7. Mund des Betroffenen öffnen.

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Lagern Sie ansonsten den Verletzten bei Problemen oberhalb des Nabels mit aufrechtem Oberkörper, bei Schock liegend und Füße im 30-Grad-Winkel erhöht (Bierkasten-Höhe).

Lebensrettend: Herz-Lungen-Reanimation

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Sie ist immer dann angesagt, wenn keine Atmung mehr festzustellen ist. Machen Sie den Oberkörper des Verunglückten komplett frei und legen Sie ihn auf eine harte Unterlage. Knien Sie sich hin, damit Sie mehr Kraft haben. Wechseln Sie zwischen Herzdruckmassage und Beatmen: 30-mal in der Brustmitte drücken, 2-mal von Mund zu Mund beatmen, 30, 2 usw. Überstrecken Sie beim Beatmen den Kopf und halten Sie bei der Mund-zu-Mund-Beatmung unbedingt die Nase zu.

simplify-Tipp: Atmen Sie, sofern griffbereit, durch ein Zellstofftuch aus dem Verbandskasten – die Luft geht durch, aber Sie bekommen keine Flüssigkeit aus dem Körper des Verunglückten an Ihren Mund.

 Immer mehr größere Geschäfte, U-Bahnhöfe etc. sind mit einem Defibrillator ausgestattet.Verwenden Sie das Gerät, wenn Sie keine Atmung feststellen.

simplify-Tipp: Falls Sie in nächster Zeit ein solches Gerät (z. B. in einem U-Bahnhof) sehen, nutzen Sie Ihre Wartezeit und machen Sie sich durch Lesen der Anleitung mit der (denkbar einfachen) Bedienung vertraut.

Kontrollieren Sie bei dem Verunglückten fortlaufend die BAK-Vitalfunktionen (Bewusstsein, Atmung, Kreislauf) und reagieren Sie auf Veränderungen. Decken Sie offene Verletzungen möglichst steril ab (Verbandstuch). Immer noch besser als Ihr Taschentuch ist die Innenseite einer frischen Zeitung.

Bilden Sie sich weiter

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Besser als die Lektüre eines Erste-Hilfe-Ratgebers ist ein regulärer Kurs mit 8 Doppelstunden, wie ihn etwa Johanniter oder Malteser anbieten. Hier üben Sie die Maßnahmen und werden dabei gegebenenfalls korrigiert. Motivieren Sie sich dazu mit einer statistischen Tatsache: Im Ernstfall liegt vor dem Helfer häufig kein Fremder, sondern ein geliebter Mensch.

Autor: Tiki Küstenmacher


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