Weitere Gesundheitstipps

Gesund aus dem Krankenhaus


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Was Sie selbst dafür tun können

Viele Krankenhauspatienten haben das mulmige Gefühl, nicht mehr selbstbestimmt, sondern auf Gedeih und Verderb ausgeliefert zu sein. „Irrtum!“, sagt Fabian Heupel, langjähriger Krankenpfleger an einer großen Münchner Klinik. Lesen Sie seine Tipps, wie Sie als Patient zum Erfolg Ihres Krankenhausaufenthalts beitragen können.

Name und Gesicht statt Nummer sein

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Im Krankenhaus kümmern sich viele Menschen um viele Menschen.

simplify-Tipp: Fragen Sie Krankenschwestern und -pfleger nach dem Namen („Sie kenne ich noch nicht!“), zeigen Sie Interesse an ihrer Arbeit, und wechseln Sie ein paar freundliche Worte mit ihnen. Dadurch signalisieren Sie: Ich sehe Sie nicht als stummen Diener, sondern als Menschen. Sie werden dadurch selbst leichter als Mensch und nicht nur als „Galle in Bett 394“ oder gar als „die Jammertante am Fenster“ wahrgenommen. Erleichtern Sie es dem Personal, sich Ihren Namen zu merken („Und dann hat der Arzt zu mir gesagt, Herr Maier, hat er zu mir gesagt ...“). Praktischer Nebeneffekt: Dadurch sinkt auch die Gefahr von Verwechslungen mit anderen Patienten.

Das Problem mit der Schrift

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Bei der Aufnahme macht sich der Sie behandelnde Krankenhausarzt am Bett Notizen (über Ihre Medikamente, Ihre Vorerkrankungen). In der Hektik kann schon mal etwas vergessen oder unkorrekt geschrieben werden.

simplify-Tipp: Tippen Sie vor Ihrem Krankenhausaufenthalt eine Liste Ihrer bisherigen Krankheiten und aller Medikamente, die Sie gegenwärtig nehmen, mitsamt der aktuellen Dosis. Oder nehmen Sie einfach die Medikamentenpackungen mit. Sie müssen im Notfall für jemanden eine Übersicht erstellen? Viele Menschen haben inzwischen eine Stammapotheke, die alle Medikamente registriert.

Einblick verschafft Durchblick

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Wo Menschen arbeiten, passieren Fehler. Nachbefunde landen nicht in der zugehörigen Krankenakte; der Brief an den Hausarzt enthält Informationen, die dem Patienten selbst nicht mitgeteilt wurden.

simplify-Tipps: Lesen Sie Ihre Einwilligungserklärung in medizinische Maßnahmen vor dem Unterzeichnen aufmerksam durch. Fragen Sie nach, wenn Sie etwas nicht verstehen. Bitten Sie um Einblick in wichtige Befunde, oder lassen Sie sich den Entlassungsbericht des Krankenhauses an Ihren Hausarzt in Kopie zuschicken. So können Sie etwaige Fehler entdecken und berichtigen. Haben Sie einer vertrauten Person eine Vorsorgevollmacht gegeben, darf auch sie Einblick in Ihre Befunde nehmen.


Die Sache mit der Erfahrung

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Natürlich ist es unangenehm, wenn Schwester oder Arzt beim Blutabnehmen oder Spritzen noch ungeschickt ist. Doch nur wenn Berufsanfänger eine Chance zum Lernen haben, können sie sich zu erfahrenen Fachkräften entwickeln.

simplify-Tipps: Versuchen Sie, Ungeschicklichkeiten unter „Er muss halt noch üben!“ zu verbuchen. Fühlen Sie sich zu elend dazu, bitten Sie höflich darum, dass jemand Erfahrenes diese medizinischen Maßnahmen durchführt: „Ich weiß, ich habe schwierige Venen. Könnte bitte ein erfahrener Kollege nach einer guten Stelle zum Pieksen suchen? Mir ist schon sehr schwindlig.“ Das ist Ihr gutes Recht, denn jeder Eingriff bedarf Ihrer Einwilligung.

Die richtige Seite

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In der Praxis sind Verwechslungen extrem selten, aber viele Patienten haben Angst, dass ihnen z. B. das falsche Knie operiert wird.

simplify-Tipp: Machen Sie’s wie Spitzensportler, und bringen Sie mit einem dicken Filzstift eine eindeutige Markierung an. Schreiben Sie auf das gesunde Knie „gesundes Knie“ – das sieht der Operateur, falls er sich aus Versehen daran zu schaffen machen sollte.

Auf Hygiene achten

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Leider ein Faktum: Im Krankenhaus sind viele Kranke, die Ansteckungsgefahr ist groß. „Bei etwa jeder 3. Infektion stammt der Keim von einem anderen Patienten und wurde meist durch Ärzte oder Pflegepersonal übertragen.“ – So das „Ärzteblatt“.

simplify-Tipp: Seien Sie wachsam! Untersucht der Arzt bei der Visite Ihren Bettnachbarn und danach Sie – ohne Händedesinfektion? Desinfiziert sich die Krankenschwester, nachdem sie dem Patienten im Nebenbett die Wunde neu verbunden hat? Falls nicht, bitten Sie um die fällige Hygienemaßnahme. Sagen Sie ruhig: „Ich habe solche Angst vor Ansteckung.“

Achten Sie auch auf Ihre Besucher und die Ihrer Mitpatienten: Bringt jemand Husten und Erkältung mit? Setzt sich jemand mit Straßenkleidung auf Ihr Bett? Sprechen Sie den Betreffenden direkt an, oder wenden Sie sich ans Pflegepersonal, das z. B. dem erkälteten Besucher einen Mundschutz zur Verfügung stellen kann. Riskieren Sie lieber, als „schwierig“ zu gelten, als dass Sie sich aus Höflichkeit oder Rücksicht eine schlimme Infektion einfangen!

Autor: Tiki Küstenmacher


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