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Gesundheit: Mundgeruch und Körpergeruch bekämpfen


simplify-Tipps rund um die Tabuthemen Körper- und Mundgeruch

Erinnern Sie sich an Situationen, in denen Sie am liebsten den Raum verlassen oder sich die Nase zugehalten hätten, weil Sie abgestoßen waren vom Geruch eines anderen Menschen? In dieser Jahreszeit, in der jeder schnell schwitzt, ist das Problem besonders groß. Lesen Sie, was Sie gegen eigenen Körper- und Mundgeruch tun können (Seite 1 und 2) – und wie Sie reagieren können, wenn jemand aus Ihrer Umgebung unangenehm riecht (Seite 3).

Kampf dem Körpergeruch

Der Schweiß, den Ihr Körper bei Wärme produziert, riecht erst im Zusammenspiel mit Bakterien, die den Schweiß auf der Haut zersetzen. Besonders gut gedeihen die wegen des warmen Klimas und der Behaarung unter den Achseln und im Genitalbereich. Der Schweiß wirkt aber auch mit den flüchtigen Geruchsmolekülen von Knoblauch & Co. zusammen, die ihre Wirkung auf der Hautoberfläche dadurch entfalten, dass sie in Schweiß gehüllt sind. Das können Sie gegen Körpergeruch tun:

  • Reduzieren Sie den Schweiß, indem Sie sich nicht nur morgens, sondern auch zwischendurch unter den Achseln waschen. Kein Waschbecken in der Nähe, wo Sie dies ungestört tun könnten? Reinigen Sie Ihre Achseln auf einer Toilette mit einem unparfümierten Feuchttuch, wie es zur Babypflege verwendet wird und in Drogeriemärkten erhältlich ist.
  • Tragen Sie Ihr Deo nur auf frisch gewaschene Haut auf. Ist bereits Schweißgeruch vorhanden, können Sie ihn damit nur kurzzeitig „überduften“ und riskieren zudem Hautreizungen.
  • Deo ist nicht gleich Deo: Manche hemmen in erster Linie das Bakterienwachstum, andere überlagern vor allem den Schweißgeruch. In der Umgangssprache oft als „Deo“ bezeichnet werden auch Antitranspirante, die die Schweißproduktion regulieren, indem sie die Schweißdrüsenausgänge verstopfen.
  • Die Verpackung Ihres Deos verrät nichts über dessen Inhaltsstoffe bzw. Wirkungsweise? Machen Sie sich im Internet schlau – dort geben die meisten Hersteller Produktinformationen. Auf der Website codecheck.info finden Sie unter „Kosmetische Mittel, Körperpflege, Deos“ nicht nur Angaben zu Hunderten von Deos, sondern auch kritische Bewertungen einzelner Inhaltsstoffe; dazu haben Sie die Möglichkeit, Produkte zu finden, die auf bestimmte Inhaltsstoffe verzichten.
  • Wenn Sie mit Ihrem Deo nicht zufrieden sind: einfach mal ein anderes ausprobieren. Bei der Auswahl können Sie sich z.B. an den Ergebnissen der Stiftung Warentest orientieren, um sich vor leeren Werbeversprechen zu schützen.
  • Rasieren Sie sich die Achselhaare, auf denen die Bakterien so gut gedeihen.
  • Vermeiden Sie schweißtreibende Nahrungsmittel wie Kaffee, Alkohol und scharf gewürzte Gerichte (Pfeffer, Chili). Essen Sie vor Situationen, in denen Sie naturgemäß stark schwitzen (Fitnessstudio, Fahrt in unklimatisierten Verkehrsmitteln), nichts, was unangenehm riecht (Knoblauch, rohe Zwiebeln). Gegen das Schwitzen nicht effektiv und sogar gefährlich: wenig trinken.
  • Ziehen Sie sich luftig an, vermeiden Sie eng anliegende Kleidung. Nehmen Sie Wechselkleidung mit, oder deponieren Sie schon welche an Ihrer Arbeitsstelle. Wenn Sie beim Radeln zur Arbeit Ihr Unterzieh-TShirt verschwitzt haben, tauschen Sie es gegen ein frisches. Damit ist die Hauptduftquelle weg, das Oberhemd können Sie weiterbenutzen.
  • Wenn Sie verhindern wollen, dass Sie Ihr Oberteil verschwitzen und womöglich peinliche Schweißflecken an Hemd oder Bluse zu sehen sind, verwenden Sie Achselpads, wie es sie in Drogeriemärkten zu kaufen gibt. Einfach in die Kleidung einkleben und am Abend rausziehen und wegwerfen.

simplify-Tipp: Starkes Schwitzen kann krankhaft sein (Hyperhidrose), Körper- bzw. Mundgeruch kann ein Zeichen für ein Gesundheitsproblem sein. Wenn die genannten Maßnahmen nicht helfen, sollten Sie daher zum Arzt gehen.

Parfum: Duft oder Gestank?

Nicht nur Körpergeruch, sondern auch eine Parfumwolke wird von vielen Menschen als unangenehm empfunden.

simplify-Tipp: An Gerüche, die Sie permanent um sich haben, gewöhnen Sie sich schnell. Erhöhen Sie die Parfummenge also auch dann nicht, wenn Sie selbst den Eindruck haben, dass „man ja gar nichts davon wahrnimmt“. Denn auf die Menschen, mit denen Sie nicht die ganze Zeit zusammen sind, wirkt Ihr Parfum unvermindert stark.

Mundgeruch – die Ursachen liegen meist im Mund

Mundgeruch (Halitosis) hat seine Ursache meist in Zungenbelägen oder Zahnfleischentzündungen. Lutschbonbons oder Mundwässer überlagern den Geruch nur, beseitigen aber die Ursache nicht (nachhaltig). 2 Maßnahmen, die sich immer lohnen, weil Sie damit auch etwas für Ihre Gesundheit tun:

  • Zungenbeläge mit einem mechanischen Zungenreiniger (Apotheke, Drogeriemarkt) beseitigen. Das geht ganz einfach: nach jedem Zähneputzen vor dem Spiegel die Zunge rausstrecken, den Zungenreiniger hinten auf der Zunge ansetzen und nach vorne ziehen. Je nach Breite des Zungenreinigers zwischen 5 und 15 Mal.
  • Auch wenn Ihre Krankenkasse das nicht zahlt: Gehen Sie regelmäßig zur professionellen Zahnreinigung, bei der auch die Ursachen von übelriechenden Zahnfleischentzündungen bekämpft werden.
  • Sind diese Ursachen ausgeschlossen, kann der Herd des Mundgeruchs (selten) auch im Magen liegen (z. B. bei häufigem Aufstoßen), in der Kiefernhöhle, in den Rachenmandeln oder in schlechten Zähnen. Der Genuss von Knoblauch, Zwiebeln, Nikotin und Alkohol spielt zusätzlich eine wichtige Rolle. Was viele nicht wissen: Auch Mundtrockenheit (eine Nebenwirkung mancher Medikamente wie Schlafmittel oder Antidepressiva), Stress und radikale Hungerdiäten, durch die sich der Stoffwechsel umstellt, können zu Mundgeruch beitragen.

simplify-Tipp: Sie haben Angst, dass Ihr Atem schlecht riecht, es Ihnen aber niemand sagt? Selbsttests (in die Hände hauchen und anschließend daran riechen) sind leider wenig aufschlussreich. Besser: Fragen Sie 1–2 vertraute Personen oder Ihren Zahnarzt. Wenn Sie engen Kontakt mit kleineren Kindern haben, können Sie davon ausgehen, dass die Ihnen mit schonungsloser Offenheit Bescheid sagen.

Werden Sie Schnüffelprofi

So unangenehm manche Gerüche sind, Ihre Nase ist ganz entscheidend für Ihr Wohlbefinden. Ihr Geruchssinn hilft Ihnen dabei, Nahrung zu genießen, mit anderen Menschen vertraut zu werden, sexuelle Lust zu empfinden und Erinnerungen abzurufen. Trainieren Sie Ihr Riechvermögen (nimmt in der 2. Lebenshälfte ab). Nehmen Sie bewusst wahr, was Ihnen im Alltag alles in die Nase steigt, und verknüpfen Sie diese Riecheindrucke mit Worten und Bildern („Aha, Meiers grillen mit Holzkohle“). Oder rufen Sie sich bestimmte Gerüche aus Ihrem Leben ins Gedächtnis, und beschreiben Sie die. Wie roch z. B. die Kleidung Ihrer Großeltern oder der Hund, den Sie als Kind hatten?

Zum Weiterlesen: Rachel Herz: Weil ich dich riechen kann. Der fünfte Sinn und sein Geheimnis. Herbig Verlag, München 2009. ISBN-13: 978- 37766260118. Gebraucht erhältlich. Andreas Filippi: Frischer Atem. Ein Ratgeber zum Thema Mundgeruch. Quintessenz Verlag, Berlin 2006. ISBN-13: 978-3-938947319. 6 €. Einen medizinischen Fragebogen zur Mundgeruchsdiagnose finden Sie im Internet unter andreas-filippi.ch/pdfs/Mundgeruchfragebogen.pdf

Autorin: Dr. Ruth Drost-Hüttl


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