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Gesundheitsmythen aufgeklärt


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An welche Gesundheitsmärchen haben Sie geglaubt?

Selbstverständlich lässt Frau H. ihr schmerzendes Knie mit einer Kernspintomografie untersuchen. Genauso selbstverständlich nimmt sie nach einem Wespenstich homöopathische Globuli und tauscht sich in Internetforen über „Großmutters Gesundheitsratschläge“ aus. So wie Frau H. setzen viele Menschen zur gleichen Zeit auf die Möglichkeiten der modernen Medizin, auf alternative Heilmethoden und auf populäre Weisheiten. Doch so manches „Gesundheitswissen“ ist tatsächlich ein Gesundheitsirrtum. Hier einige Beispiele, die der Mediziner Dr. Michael Prang gesammelt hat.

Heilmittel

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Irrtum: „Natürliche Heilmittel können nie schaden.“

Tatsache ist: Die Wirkstoffe von Heilpflanzen können genauso unerwünschte Nebenwirkungen haben wie die von klassischen Medikamenten. Beispiel: Echinacea, ein Extrakt aus dem Roten Sonnenhut, ist in der kalten Jahreszeit sehr beliebt, weil es bei Erkältungen das Immunsystem stärken soll – es kann aber auch gefährliche allergische Schocks auslösen.

simplify-Tipp: Wenn Ihnen im Internet ein natürliches Mittel, Heilkräuter etc. gegen bestimmte Beschwerden genannt wird, googeln Sie das empfohlene Mittel in Kombination mit dem Begriff „Nebenwirkungen“. Sammeln Sie Heilkräuter nicht selbst (Verwechslungsgefahr, Schadstoffbelastung je nach Standort), sondern kaufen Sie die in der Apotheke, und lassen Sie sich dort auch gleich dazu beraten.

Schlaf

Irrtum: „Rotwein fördert den Schlaf.“

Tatsache ist: Der Alkohol im Rotwein hilft beim Einschlafen. Sobald allerdings die Alkoholkonzentration im Körper wieder sinkt, kommt es zu Weckimpulsen. Wachen Sie daraufhin häufig in der Nacht auf, stört dies Ihre Tiefschlafphasen.

simplify-Tipp: Ein Glas Milch vor dem Zubettgehen fördert das Einschlafen ohne solche Nebenwirkungen. Für optimale Entspannung zelebrieren Sie Ihren Milchtrunk so, wie Sie das Glas Wein genießen würden.

Gewicht

Irrtum: „ 5 Snacks pro Tag sind besser als 3 große Mahlzeiten.“

Tatsache ist: Im Endeffekt kommt es auf die Zahl der Kalorien an, nicht darauf, auf wie viele Mahlzeiten die verteilt sind. Der Nachteil von 5-maligem Essen: Sie haben es schwerer, den Überblick über Ihre Essensmenge zu behalten, und mehr Gelegenheiten, über die Stränge zu schlagen.

simplify-Tipp: Wählen Sie den Essensrhythmus, mit dem Sie sich körperlich am wohlsten fühlen. Sie sind z. B. immer schon am späten Vormittag hungrig? Wenn Sie Ihren Körper nun mit einem „Für das Mittagessen ist es noch viel zu früh!“ zurechtweisen, fangen Sie womöglich kurze Zeit später doch damit an, nebenbei allerlei vor sich hin zu futtern. Schieben Sie stattdessen lieber eine geplante Zwischenmahlzeit ein!

Heißhunger

Irrtum: „Heißhunger entsteht, wenn der Körper dringend Kohlenhydrate braucht.“

Tatsache ist: Heißhunger entsteht durch Kohlenhydrate, genauer gesagt: durch große Mengen von kurzfristig wirkenden Kohlenhydraten (Zucker, Brötchen, Kuchen). Der Blutzuckerspiegel schießt dadurch zunächst in der Höhe, um anschließend durch die vom Körper ausgeschüttete große Menge an Insulin wieder abrupt zu fallen.

simplify-Rat: Lenken Sie sich mit etwas Nichtessbarem (Musik, Telefongespräch, spannende Lektüre) ab, wenn Sie eine Heißhungerattacke überfällt. Nach wenigen Minuten haben Sie’s meist schon überstanden. Für Ihre Gegenwehr hilfreich: Putzen Sie sich mit minzhaltiger Zahnpasta die Zähne.

Erkältung

Irrtum: „Nasehochziehen ist gefährlich.“

Tatsache ist: Seit Generationen versuchen Eltern mit dieser Warnung, ihren Kindern ein als „eklig“ empfundenes Verhalten abzugewöhnen. Wirklich ungesund ist vehementes Naseputzen, denn der hohe Druck kann den Nasenschleim samt Krankheitserregern in die Nebenhöhlen und ins Mittelohr treiben. Wenn Sie ohne Taschentuch unterwegs sind und sich weit genug weg von anderen Menschen befinden, spricht nichts dagegen, dass Sie sich mit Nasehochziehen behelfen.

simplify-Tipp: Bringen Sie Ihren Kindern die richtige Schnäuztechnik bei: jeweils ein Nasenloch zuhalten und nur mit mäßigem Druck schnauben.

Sehkraft

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Irrtum: „Karotten sind gut für die Augen.“

Tatsache ist: Karotten liefern Betacarotin, das der Körper in Verbindung mit Fett in Vitamin A umwandelt, welches für Ihre Sehkraft wichtig ist. Allerdings müssten Sie täglich mehrere Kilo Karotten essen, um Ihren Tagesbedarf allein darüber zu decken. Und: Vitamin-A-Mangel ist hierzulande ohnehin selten.

simplify-Tipp: Wesentlich besser als über Karottenrohkost kann Ihr Körper Betacarotin über gekochte Karotten (z. B. in einer Gemüsesuppe) aufnehmen.

Fingernägel

Irrtum: „Helle Flecken auf den Fingernägeln bedeuten Kalziummangel.“

Tatsache ist: Dieser Zusammenhang ist nicht bewiesen. Meist sind helle Flecken die Folge von Druck an der Nagelwurzel. Während Längsrillen medizinisch keine Bedeutung haben, können Querrillen frühzeitig Allergien und Handekzeme ankündigen bzw. auf eine Infektion im Körper hinweisen.

simplify-Tipp: Achtung bei dunklen Flecken unter dem Nagel. Bei einem Bluterguss sollte ein Arzt winzige Löcher in den Nagel bohren und so das Hämatom entlasten. Bei einem dunklen Fleck ohne Verletzung könnte es sich auch um einen bösartigen Hautkrebs handeln.

Michael Prang: Vegetarier leben länger. Die 101 größten Gesundheitsirrtümer. C.H. Beck Verlag, München 2011. ISBN-10: 3-406-599880. 9,95 €.

Autorin: Dr. Ruth Drost-Hüttl


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