Weitere Gesundheitstipps

Hochsensibilität: Wie erkennen, wie damit umgehen?


Mit Hochsensibilität leben etwa 15 bis 20 % aller Menschen. Sie empfinden Sinnesreize intensiver und ausgeprägter als der Durchschnitt: Lärm, Düfte oder Berührungen können für sie schnell unerträglich werden. Viele nehmen Stimmungen in ihrem Umfeld sehr fein wahr. Das kann von Vorteil sein, es kann aber auch belasten.

Hochsensibilität ist Anderssein

Hochsensible spüren, dass sie irgendwie anders sind und empfindsamer reagieren als ihre Mitmenschen. In welchen Lebenssituation sie hochsensibel sind, ist sehr unterschiedlich. Manche reagieren nur auf bestimmte Reize, andere haben generell eine sehr sensible Wahrnehmung. Für Hochsensibilität spricht z. B.,

  • wenn Sie von Eindrücken schnell genug haben, sich überreizt oder müde fühlen und sich gerne zurückziehen möchten,
  • wenn Sie Ihre Arbeit sehr gewissenhaft verrichten (mehr machen als nötig),
  • wenn Sie spontan mitfühlend mit anderen sind,
  • wenn Sie einen kleinen Freundeskreis mit tiefen Verbindungen pflegen,
  • wenn Sie sich von der Natur, von Kunst oder Schönheit tief berührt fühlen.

simplify-Tipp: Im Internet und in Büchern gibt es Fragebögen, mit deren Hilfe Sie einschätzen können, ob Sie hochsensibel sind. Wir empfehlen den Fragebogen bei www.susanmarlettahart.com (auf deutsch), der auf die US-amerikanische Psychologin Elaine Aron zurückgeht. Sie prägte den Begriff „Highly Sensitive Person, HSP“ (= hochsensible Person) und forscht zur Hochsensibilität.

hochsensibilitaet_muede

Hochsensibel bedeutet schneller erschöpft

Bei Hochsensiblen arbeitet das Nervensystem intensiver. Im Alltag zeigt sich das durch Erschöpfung, ein Bedürfnis nach Ruhe und Alleinsein. Im Zusammenleben und -arbeiten mit anderen Menschen kann die Empfindsamkeit leicht zu Konflikten oder Unverständnis führen.

Ein Beispiel: Die hochsensible Karla besucht mit ihrer Freundin Brigitte einen Kinofilm. Brigitte will danach noch in der Kneipe etwas trinken gehen. Karla ist aber durch die Eindrücke des Films schon an ihrer persönlichen Grenze. Sie weiß, dass sie die halbe Nacht nicht schlafen kann, wenn sie jetzt noch mit in die Kneipe geht. Viele, denen es so geht wie Karla, haben Angst in eine Schublade gesteckt zu werden und spielen ihre Hochsensibilität herunter.

simplify-Weg: „Eine Grenze setzen und sich verständlich machen“, rät Sigrid Eisenhardt, die in Süddeutschland die Kursreihe „Achtsamer Umgang mit Hochsensibilität“ anbietet. Karla könnte sagen: „Das sind mir zu viele Reize, Kino reicht. Wenn du noch einen kurzen Spaziergang durch den Park machen willst, bin ich dabei. Bei der Kneipe muss ich passen.“

Für sich selbst sorgen ist wichtig

hochsensibilitaet_natur

Hochsensibilität führt häufig zu Selbstzweifeln, und im konkreten Erleben bedeutet sie Stress. Sigrid Eisenhardt hat zusammengefasst, wie sich Hochsensible schützen können, z. B. indem sie

  • lernen sich freundlich abzugrenzen,
  • Ruhepausen und erholsame Tätigkeiten fest in den Tagesablauf einplanen,
  • gut für ihre körperlichen Bedürfnisse sorgen (Essen, Trinken, Baden, Bewegung in der Natur),
  • darüber sprechen,
  • sich selbst wertschätzen dafür, dass sie mit kleinen Dingen Freude erleben können und zu tiefen Begegnungen fähig sind und
  • bewusst auf Quantität verzichten zugunsten von Qualität des Erlebens.

simplify-Tipp: Tragen Sie Ruhepausen bewusst in Ihren Terminkalender ein! Sind Sie eher der spontane Typ, hilft die Frage „Wo bzw. wann kann ich mir erlauben, mich einfach eine Weile zurückzuziehen und nichts zu tun?“

Manchmal sind es Kleinigkeiten, die als Ruhepol fungieren: eine schöne Karte auf dem Schreibtisch oder die 5-minütige Toilettenpause.

hochsensibilitaet_reden

Die Bedürfnisse von Hochsensiblen ernst nehmen

 

Vielleicht sind Sie selbst nicht hochsensibel, haben aber jemanden in der Familie oder im Kollegenkreis, auf den das zutrifft. Dinge, die für Sie „nicht so schlimm“ sind, können für den anderen existenziell sein.

Ein Beispiel: Sie lieben frische Luft und öffnen ständig das Fenster. Ihre Kollegin kann wegen des Straßenlärms nicht arbeiten und schließt das Fenster bei jeder Gelegenheit.

simplify-Weg: Reden Sie mit Ihrer Kollegin in einer positiven Haltung, in dem Sie ihr zeigen, dass Sie ihr Bedürfnis in seiner Dringlichkeit anerkennen. Suchen Sie gemeinsam einen Kompromiss: „Was hältst du davon, wenn wir eine Viertelstunde lüften, danach bleibt das Fenster bis zur nächsten vollen Stunde zu. Wäre das okay für dich?“

Fast jeder Fünfte gilt als hochsensibel. Darum ist es wichtig, offen darüber zu sprechen. Bücher helfen dabei, sich selbst besser zu verstehen, gut für sich zu sorgen und sich den Menschen im eigenen Umfeld verständlich zu machen. Unsere Empfehlung: Susan Marletta Hart, „Achtsam leben mit Hochsensibilität“, mit CD, Aurum-Verlag.

Die Kursreihe „Achtsamer Umgang mit Hochsensibilität“ von Sigrid Eisenhardt findet in Lörrach statt. Kontakt: eisire@mail.pcom.de  

Autorin: Dunja Herrmann

 

 


zum nächsten Artikel
zum vorherigen Artikel

simplify your life

Holen Sie sich mit dem gedruckten Beratungsbrief "simplify your life" jetzt das echte simplify-Erlebnis. Hier die aktuelle Ausgabe und GRATIS-CD sichern.

Gratis E-Mail Newsletter

Gratis Download:

Best of simplify Gratis-Download

Jetzt für kostenlosen Newsletter eintragen und Sofort-Download sichern. 100% Gratis!