Weitere Gesundheitstipps

Selbstverteidigung in gefährlichen Situationen


selbstverteidigung_ausweichen

So setzen Sie sich in gefährlichen Situationen zur Wehr

„Möglichst schnell nach Hause, wieder in sichere Umgebung." Das denken viele, wenn sie abends alleine mit mulmigen Gefühlen unterwegs sind, Bilder aus Zeitungen oder gar eigene Erlebnisse vor Augen. Holger Schumacher, ehemaliger Polizist aus Hamburg, hat ein Programm entwickelt, wie Sie mit aggressiven Zeitgenossen am besten umgehen.

Ausweichen ist besser als falscher Stolz

Situation: Sie gehen auf der Straße in einem unfreundlichen Viertel, und Ihnen kommt ein aggressiv aussehender Skinhead entgegen.

Typisches, aber falsches Verhalten: Sie haben nicht den Mut, die Straßenseite zu wechseln. („Wenn der sieht, dass ich vor ihm ausweiche, greift er mich erst recht an.") Richtiges Verhalten: Sie gehen auf die andere Seite, aber aufrecht und mit sicherem Schritt, als hätten Sie schon lange vorgehabt, dorthin zu wechseln. Lassen Sie Konfrontationen erst gar nicht entstehen. Der Kampf, der nicht stattfindet, ist der beste Kampf!

Verfolger anschauen und vorbeilassen

selbstverteidigung_verfolger

Situation: Sie gehen abends von der S-Bahn nach Hause und haben das Gefühl, verfolgt zu werden. 

Typisches, aber falsches Verhalten: Sie gehen tatenlos weiter und kommen schweißgebadet zu Hause an. Richtiges Verhalten: Drehen Sie sich kurz um, und bleiben Sie stehen, um den Menschen hinter sich vorbeizulassen, frei nach dem Motto: „Sie sind schneller." Jetzt haben Sie den Angstmacher vor sich und können sein weiteres Verhalten beobachten. In der Regel wird es Ihnen jetzt schon viel bes-ser gehen. War tatsächlich ein Angriff von hinten geplant, haben Ihr Blick und Ihr Stehenbleiben schon abschreckend gewirkt. War eine Verfolgung nach Hause geplant, ist es damit jetzt vorbei. Sie können gehen, wohin Sie wollen.


Wenn's zum Kampf kommt

selbstverteidigung_verfolger

Situation: Sie werden (obwohl das sehr selten vorkommt) beim Stehenbleiben angegriffen und müssen sich wehren. 

Typisches, aber falsches Verhalten: Ihre Körpersprache sagt: „Tu mir nichts, ich tu dir auch nichts." Eine unsichere Haltung aber bietet Angriffsfläche und animiert Angreifer zum Zuschlagen. Richtiges Verhalten: Ganz gleich, wem Sie gegenübertreten, nehmen Sie einen sicheren Stand ein: Beine gut hüftbreit auseinander, Knie beweglich, stabile Schrittstellung, Rechtshänder haben den linken Fuß vorne, Oberkörper und Kopf aufgerichtet. Werden Sie so angerempelt oder härter angefasst, wirft Sie das nicht um.

Angreifende Hände festhalten - nicht abwehren

selbstverteidigung_haende

Situation: Sie werden an den Haaren gepackt und weggezogen. 

Typisches, aber falsches Verhalten: Sie versuchen, sich loszureißen - das schmerzt! Richtiges Verhalten: Drücken Sie mit beiden Händen übereinander die fremde Hand auf Ihren Kopf. So tut es nicht mehr weh, selbst wenn Sie hochgehoben werden. Jetzt haben Sie gute Möglichkeiten auszuholen und den Täter zu treten.

Ein sicherer Tritt kann Berge versetzen

selbstverteidigung_tritt

Situation: Sie werden an den Schultern oder am Arm gepackt. 

Typisches, aber falsches Verhalten: Sie versuchen, sich herauszudrehen - werden aber immer wieder gepackt. Richtiges Verhalten: Auch wenn es Ihnen absurd vorkommt - halten Sie den Täter an seinen Handgelenken fest, damit Sie einen Halt bekommen. Sind die Handgelenke nicht greifbar, packen Sie ihn an seiner Oberbekleidung. Holen Sie dann mit Ihrem hinteren Bein aus. Haben Sie keine Hemmungen, es soll schmerzen! Treten Sie zunächst 3-mal mit voller Wucht und nach oben gezogenen Zehen Ihrem Gegenüber ans Schienbein und dann mit nach vorne gestreckten Zehen zwischen die Beine. Wichtig: Gehen Sie nach jedem Tritt wieder kurz in den sicheren Stand zurück. Erst wenn der Täter zu Boden geht, hören Sie auf und holen Hilfe. Kehren Sie dabei dem Täter niemals den Rücken zu, sondern behalten Sie ihn im Blick, bis Sie Hilfe durch Polizei oder andere haben.

Konkrete Hilfe erbitten

selbstverteidigung_hilfe

Situation: Sie werden in der S-Bahn von einer Gruppe angepöbelt, die eben noch randaliert hat. Sie haben keine Fluchtmöglichkeit. 

Typisches, aber falsches Verhalten: Sie wehren sich zunächst mit Worten und hoffen auf die freiwillige Hilfe anderer. Aber je mehr Menschen zuschauen, desto mehr verlässt sich jeder auf den anderen. Richtiges Verhalten: Sprechen Sie gezielt andere Fahrgäste an und bitten Sie sie um Hilfe: „Sie mit dem grünen Rock, rufen Sie den Zugfahrer über die Sprechanlage!" oder „Sie mit dem gelben Handy, bitte rufen Sie die Polizei!"

Holger Schumachers Stressreduktions- und Selbstbehauptungsschulungen WO-DE („Women's Defense") dauern 12 Stunden und umfassen ein realitätsnahes Outdoor-Abschlusstraining. Empfehlenswert für alle von 4 bis 88 Jahren. Informationen unter: Telefon (04154) 99 49 011 oder www.wo-de.info.

Autor: Tiki Küstenmacher


zum nächsten Artikel
zum vorherigen Artikel

Gratis E-Mail Newsletter

Gratis Download:

Best of simplify Gratis-Download

Jetzt für kostenlosen Newsletter eintragen und Sofort-Download sichern. 100% Gratis!