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Sich selbst verzeihen


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So schöpfen Sie neue Kraft und besiegen Ihre Leiden

Es ist äußerst gesund für Sie, wenn Sie anderen Menschen verzeihen können. Einen noch umfassenderen Wellness-Effekt hat es, wenn Sie auch sich selbst verzeihen lernen. „Verzeihe dir selbst“ ist ein fester Begriff in der traditionellen chinesischen Medizin (TCM). Dahinter steckt die Vorstellung, dass Verzeihen die Tore des Körpers öffnet und die vom Körper selbst produzierten Gifte austreten können. Wenn Sie an Zorn, Wut oder alten Verletzungen festhalten, entscheiden Sie sich für das Leiden. Wenn Sie Vergebung in Ihrem Herzen wachsen lassen, können Sie Ihr wahres, liebevolles Wesen erfahren. Verzeihung ist eine starke heilende Kraft.

Sich selbst verzeihen macht den Weg frei

Am Beginn einer Suchttherapie stehen meist diese 3 Schritte: 

  1. Ich erkenne, dass ich Probleme habe (mit Alkohol, Drogen, Süßigkeiten, Rauchen, Arbeitssucht usw.).
  2. Ich verzeihe mir selbst, dass ich sie habe.
  3. Ich wage den Wandel. Ich suche eine Selbsthilfegruppe, spreche mit Fachleuten.

Ohne Schritt 2, das Selbstverzeihen, fallen Sie unweigerlich aus dem Verfahren heraus. Die Therapie hat keine Aussicht auf Erfolg, weil Sie sich mit dem Verbleiben im Teufelskreis unbewusst weiter bestrafen wollen.

Sich selbst verzeihen lindert Schmerzen

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Eine besonders wichtige Rolle spielt das Loslassen von Selbstvorwürfen in der Schmerztherapie. Die Gate-Control-Theorie von Melzack und Wall beruht auf der Tatsache, dass angenehme Empfindungen (Berührung, Streicheln) und Schmerzwahrnehmung von denselben Nervenbahnen übertragen werden. Ob ein Signal als schmerzhaft empfunden wird, entscheidet ein Mechanismus im Gehirn, der ab einer gewissen Schwelle Alarm schlägt. Die Höhe dieser Schwelle hängt ab von vielen subjektiven Faktoren. Selbstvorwürfe, Hadern mit eigenen Entscheidungen, das Durchspielen vergangener Ereignisse verstärkt den Schmerz. Schmerzlindernd wirken menschliche Zuwendung, Ablenkung, Musik, Lesen, Entspannung, Phantasieübungen, vor allem ein positives Verhältnis zu sich selbst.

Die Grenzen der Vergebung

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Vergebung ist der wichtigste Schatz der christlichen Seelsorge, eine Möglichkeit, die keinem Psychotherapeuten zur Verfügung steht. „Im Namen Gottes spreche ich dich von deinen Verfehlungen los. Du bist frei.“ So etwa lautet die Formel. Aber trotz aller Vergebung durch Gott und die anderen behalten manche Menschen ihre Schuldgefühle. Neben der Bitte um Vergebung braucht ein Mensch, der einen schweren Fehler begangen hat, auch den festen Entschluss, sich selbst verzeihen zu wollen. Das lässt sich durch folgende Methoden erleichtern:

Selbstverzeihung durch Exerzitien

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„Die eigenen Stärken erkennen, die dazu gehörenden Schwächen akzeptieren und sich selbst verzeihen.“ Diese 3 Schritte sind Bestandteil der „Geistlichen Übungen“ (Exerzitien) des Ignatius von Loyola, dem Gründer des Jesuitenordens. Exerzitien (meist 6 bis 10 Tage) werden von verschiedenen kirchlichen Einrichtungen angeboten und haben sich bei nagenden Selbstzweifeln und anderen Blockaden sehr bewährt. Einen Überblick über die Angebote der katholischen Kirche in Deutschland und Österreich erhalten Sie bei www.exerzitien.info.

Eine Verzeihens-Übung

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Gehen Sie in eine leere Kirche, an einen schönen einsamen Ort in der Natur oder sonst einen Platz, an dem Sie sich wohl fühlen und ungestört sind. Stellen Sie ein Symbol Ihrer Schuld oder Ihres schlechten Verhaltens vor einem Altar, einem heiligen Symbol oder einfach vor sich auf. Entfernen Sie sich ein paar Meter und beobachten Sie, wie „das Heilige“ mit Ihrer Schuld umgeht. Lassen Sie sich dabei Zeit. Spüren Sie, wie Sie auch selbst Ihre Schuld loslassen können.

Der Tränen-Test

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Wenn Sie in Krisen zu weinen beginnen, ist das prinzipiell ein gutes Zeichen: Etwas löst sich und soll fortgeschwemmt werden. Das tut es sogar tatsächlich: In der Tränenflüssigkeit sammeln sich Prolaktin und andere Stresshormone, die Ihr Körper in solchen Momenten im Übermaß produziert. Bremsen Sie Ihre Tränen nicht.
Stellen Sie sich nach Ihrem Ausbruch aber die Frage: Über wen habe ich geweint? Meistens über Sie selbst! Akzeptieren Sie den reinigenden Effekt Ihrer Tränen. Stellen Sie sich vor, dass auch der größte Teil Ihres Selbstmitleids dabei herausgeschwemmt wurde. Lösen Sie sich von der Idee, dass Ihre Tränen auf einen anderen Menschen Eindruck machen sollen.                                         Sie sind für Sie selbst da und können so zum gesunden Selbstverzeihen beitragen.


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