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So bereiten Sie sich optimal auf eine Anästhesie vor

Niemand denkt gern über eine Operation nach. Beschäftigen Sie sich dennoch hier und heute damit – im Ernstfall werden Sie davon profitieren. Hier die Tipps des Anästhesisten und simplify-Autors Dr. Andreas Höfner.

Was Sie gleich tun sollten

Fassen Sie auf einem DIN-A4-Blatt die wesentlichen Daten und Ereignisse Ihres Patienten-Lebens zusammen: Erkrankungen, Operationen, Medikamente, Allergien, Abhängigkeiten, Besonderheiten (Hörgeräte, Prothesen), Beschwerden nach bisherigen Betäubungsmaßnahmen.

Alles andere als eine Formsache: Das Narkose-Vorgespräch

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Trotzdem findet das Gespräch mit dem Anästhesisten oft unter Zeitdruck statt. Bereiten Sie sich gut darauf vor, damit Sie an alle wichtigen Punkte denken! Geben Sie dem Anästhesisten Ihre – vorher nochmals überprüfte – Übersicht, und halten Sie spezielle Ausweise (Allergiepass, Schrittmacherausweis, Diabetestagebuch) und Arztbriefe griffbereit.

Informieren Sie den Arzt unbedingt über alle Medikamente, die Sie regelmäßig oder gelegentlich nehmen – auch wenn die Ihnen ganz harmlos vorkommen. Manche Medikamente müssen Sie in einem gewissen zeitlichen Abstand zur OP und Narkose absetzen, Acetylsalicylsäure-Präparate beispielsweise 3–5 Tage zuvor.Wenn Sie ein Herz-Kreislauf-Mittel nehmen, gleich ob verschreibungspflichtig oder nicht, fragen Sie unbedingt, wie Sie es handhaben sollen. Der Anästhesist entscheidet auch, ob eine Dauermedikation (z. B. bei Asthma) fortgesetzt werden muss.

Greifen Sie mehr als 1 Mal pro Woche zu einem Schlaf- bzw. Beruhigungsmedikament oder trinken Sie häufiger Alkohol, so kann Ihr Narkotikabedarf erhöht sein. Ebenfalls wichtig: eine ungeschönte Auskunft, wie viel und seit wann Sie rauchen. Apropos Rauchen: Schon 2 Tage ohne Nikotin können den Sauerstoffgehalt Ihres Blutes anheben. Und vielleicht Ihr Start in ein rauchfreies Leben sein.

simplify-Tipp: Sprechen Sie Ängste offen an („Werde ich ganz bestimmt nichts spüren?“). Nur dann kann der Anästhesist gezielt darauf eingehen.

Das beste Narkoseverfahren für Ihre Situation

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Die Vollnarkose ist eine äußerst risikoarme standardisierte Methode. Alternativ gibt es zahlreiche Teilbetäubungsverfahren (Lokal-, Regionalanästhesien). Diese haben oft den Vorteil, dass der Schmerz noch einige Zeit über das OP-Ende hinaus ausgeschaltet bleibt.Was für Sie besser ist, hängt auch von Ihrer Persönlichkeit ab. Manche Menschen hassen die Idee, völlig außer Gefecht gesetzt zu werden, andere wollen am liebsten „nichts hören und nichts sehen“.

simplify-Tipp: Lassen Sie sich die Vor- und Nachteile der verschiedenen Verfahren für Ihre Situation darstellen. Viele Ärzte haben zwar ihre persönlichen Präferenzen oder argumentieren mit organisatorischen bzw. wirtschaftlichen Gegebenheiten („Wir haben für den OP-Saal morgen keinen Anästhesisten. Aber den kleinen Eingriff mache ich Ihnen in örtlicher Betäubung“). In den meisten Fällen gibt es jedoch Entscheidungsspielräume.

Ganz wichtig: Die Nüchternheitsfristen

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Eine professionell durchgeführte Vollnarkose vor einem geplanten Eingriff ist risikoarm, vorausgesetzt, Sie halten die Nüchternheitsfristen ein. Sonst kann es speziell bei einer Vollnarkose, aber auch bei anderen Narkoseformen zu Erbrechen kommen und Mageninhalt in die Atemwege eindringen.

Klären Sie die Fristen, die Sie zu beachten haben, unbedingt mit dem Narkosearzt beim Vorgespräch ab. Grundsätzlich gilt: Leichte Kost (Scheibe Brot, Jogurt) ist bis maximal 6 Stunden vor jedem Betäubungsverfahren möglich. Vermeiden Sie opulente Mahlzeiten in den letzten 24 Stunden. Wasser oder ungesüßten (Früchte-)Tee können Sie in kleinen Mengen (1–2 Tassen) bis zu 2 Stunden vor einer Narkose trinken.

simplify-Tipp: Notieren Sie nicht nur, ab wann Sie nichts mehr essen bzw. trinken dürfen, sondern auch, wann Sie noch etwas essen bzw. trinken sollten, um gut durchzuhalten. Achtung: Haben Sie den erforderlichen Nüchternheitszeitraum versehentlich nicht eingehalten, teilen Sie es umgehend dem Pflegepersonal und den Ärzten mit! Ihre OP wird dann „nach hinten geschoben“.

Aufwachen – und dann?

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Versäumt es der Anästhesist im Vorgespräch, die postoperative Schmerztherapie anzusprechen, fragen Sie selbst nach, welche Optionen es für Sie gibt.

simplify-Tipp: Verzichten Sie nach jeder Form von Anästhesie 24 Stunden lang auf alle Tätigkeiten, für die Sie Ihre volle Aufmerksamkeit und Konzentration benötigen – also nicht nur aufs Autofahren, sondern z. B. auch auf Bankgeschäfte. Innerhalb dieses Zeitraums sollte zudem für den Fall der Fälle immer jemand für Sie unmittelbar (nicht nur per Telefon!) erreichbar sein.

Autorin: Dr. Ruth Drost-Hüttl


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