Beziehungsprobleme

Beziehungsprobleme beim Aufräumen


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Aufräumen, Entrümpeln und Saubermachen: Duo statt Duell

„Nie räumst du das schmutzige Geschirr in die Spülmaschine.“ – „Ich hasse das Zeitschriftenchaos auf unserem Sofatisch!“ – „Wo, bitteschön, ist in diesem Schrank noch Platz für meine Sachen?“ – „Aus unseren Fenstern kann man ja kaum noch rausschauen!“ Beim Thema Haushalt geraten sich auch harmonische Paare in die Haare. So vermeiden Sie Zank wegen Zeug:

Warum Nacht-und-Nebel-Aktionen nichts bringen

Gerade bei Paaren mit sehr ungleich ausgeprägter Ordnungsliebe ein häufiges Szenario: Der Ordnungsfan bekommt einen Rappel und bringt in einer Nachtund-Nebel-Aktion den Haushalt auf Vordermann. Nachteil jeder einsamen Aktion: Weil der andere nicht weiß, nach welchen Prinzipien die Ordnung nun funktionieren soll, findet er sich nur schwer zurecht. Umso schneller stellt sich wieder das Chaos ein.

simplify-Tipp: Räumen Sie zusammen auf. Dann können Sie miteinander besprechen, welches der beste Ort für bestimmte Gegenstände ist („Die Nachfüllpackungen aus der zu vollen Küchenschublade kommen in den Keller. Einverstanden?“). Und sich darüber einigen, das eine oder andere gleich zu entsorgen. Immer hilfreich, um die mühsam hergestellte Ordnung zu erhalten: Beschriften Sie Regalfächer, Schubladen und Boxen.

Partner-Event statt Pflichtprogramm

Verknüpfen Sie größere Aufräumaktionen mit einem netten Ritual. Lassen Sie eine CD mit schwungvoller Musik laufen. Belohnen Sie sich nach getaner Arbeit mit einem Restaurantbesuch, einem Spieleabend oder einer Einladung von Gästen – um Ihr „neues“ Zuhause gleich jemandem zu präsentieren.

simplify-Tipp: Machen Sie aus Aufräumen und Putzen einen spielerischen Wettbewerb. Einer nimmt sich beispielsweise das Wohnzimmer vor, der andere Küche und Flur (auf die Gleichwertigkeit der Herausforderung achten!). Wessen Raum ist nach 1 Stunde ansprechender?

Kleine Maßnahmen mit großer Wirkung

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Sie träumen insgeheim von einem stilsicher eingerichteten, perfekt aufgeräumten und blitzblank geputzten Zuhause – wie aus der Wohnzeitschrift? Unser Rat: Lassen Sie’s, denn Ihre Chancen, diesen Idealzustand zu erreichen und zu bewahren, sind denkbar schlecht.

simplify-Tipp: Identifizieren Sie jeder für sich, was Sie am meisten stört. Verleiht der Zeitungsstapel, den Ihr Mann auf seinem Nachttisch aufbewahrt, Ihrem Schlafzimmer die erotische Atmosphäre eines Arztwartezimmers? Oder müssen Sie regelmäßig zu zweit in Eile nach Ihrem verlegten Geldbeutel suchen? Formulieren Sie Ihr Problem in einen positiven Wunsch um: „Unser Schlafzimmer sollte uns Lust aufeinander machen.“ – „Ich möchte morgens in aller Ruhe aus dem Haus gehen.“ Finden Sie gemeinsam eine Lösung: Verstecken Sie den Zeitungsstapel unten im Kleiderschrank, und bedienen Sie sich dort bei Bedarf. Funktionieren Sie die oberste Schublade in der Küche in ein „Weggeh-Center“ um, in dem sich Geldbeutel, Handy, Schlüssel, Taschentücher etc. befinden.

Nicht die Arbeit aufrechnen

Untersuchungen haben ergeben: Nur in Familien, in denen beide Elternteile in Vollzeit arbeiten, sind die sonstigen Aufgaben halbwegs gerecht verteilt. Arbeitet die Frau dagegen „nur“ Teilzeit, bleibt ihr meist genauso viel Arbeit im Haushalt und mit den Kindern wie nicht berufstätigen Müttern. Konflikte sind damit vorprogrammiert: Wer arbeitet wie viel („Natürlich machst du die ganze Wäsche, aber wer kümmert sich am Feierabend noch um Auto und Versicherungen?“)? Wer hat mehr Stress („Betreu du mal 3 Kinder den ganzen Tag, dagegen hast du einen ruhigen Bürojob!“)?

simplify-Tipp: Versuchen Sie nicht, die jeweilige Arbeitsbelastung aufzurechnen und mit der des anderen zu vergleichen. Kalkulieren Sie, wie viel freie Zeit Ihnen beiden insgesamt pro Woche in etwa zur Verfügung steht, und teilen Sie diese gerecht durch 2. Beispiel: Jeder von Ihnen darf 3 Abende pro Woche für sich haben (ob fürs Fernsehen oder Lesen, Telefonieren oder Ausgehen), dazu noch einen halben Tag am Wochenende.

Legen Sie Ihre freien Zeiten – bzw. Ihre Haushaltszeiten – nach Möglichkeit parallel. Wenn Sie beide zur selben Zeit werkeln, ist das weitaus motivierender, als wenn einer die Küche putzt, während der andere vor dem Fernseher sitzt.

Motivation statt Frust

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Hausarbeit ist frustrierend: Alles, was getan wird, wirkt wie selbstverständlich; alles, was nicht getan wird, fällt auf. Entsprechend wird in den meisten Partnerschaften wesentlich mehr Kritik an Haus oder Wohnung geübt als Lob bzw. Dank ausgesprochen. Überprüfen Sie, wie es bei Ihnen damit steht: Führen Sie 1 Woche lang eine Strichliste, wie oft jeder von Ihnen Kritik bzw. Lob und Dank äußert.

simplify-Tipp: Machen Sie es sich zur Gewohnheit, Ihrem Partner/Ihrer Partnerin auch für Kleinigkeiten zu danken bzw. für all das, was eindeutig zu seinem/ihrem Aufgabenbereich gehört: „Danke, dass du den Plastikmüll entsorgt hast.“ – „Schön ist unser Wohnzimmer mit den geputzten Fenstern.“ – „Super, dass du wieder Ordnung in unsere Flurkommode gebracht hast.“

Wegwerfer contra Sammler

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Leben diese beiden Typen unter einem Dach, geht es in puncto Ordnung nicht ohne Reibereien ab. Oberste Regel für ein friedliches Zusammenleben ist: Werfen Sie nichts (heimlich) weg, was dem anderen gehört – selbst wenn es Sie noch so sehr „in den Fingern juckt“. Denn auch wenn Sie beide keine „Materialisten“ sind: Unbewusst oder bewusst identifizieren Sie sich auch über die Dinge, die Sie besitzen. Für Sie mag das „total veraltete Fachbuch“ nur noch für den Papiermüll taugen, für Ihren Partner ist es das Symbol einer Lebensleistung (sein Studiendiplom). Für Sie mag der Wäscheständer hässlich und klapprig sein, Ihre Partnerin erinnert er an die Zeit, als sie die Wäsche einer 5-köpfigen Familie aufhängte.

Ebenso wichtig: Teilen Sie den verfügbaren Platz gerecht unter sich auf. Nur weil Ihre Frau sich nicht von ihren alten Kleidern trennen kann, müssen Sie Ihre Anzüge nicht an der Flurgarderobe verstauben lassen (oder umgekehrt). Nur weil Ihr Mann sämtliche Uraltakten aufbewahrt, müssen Sie sich nicht jedes Jahr von einem halben Regalmeter an Büchern trennen (oder umgekehrt).

simplify-Tipp: Erleichtern Sie es dem Sammler, sich von Dingen zu trennen, indem Sie ein „probeweises Wegwerfen“ vereinbaren: Der Wegwerfer deponiert die seiner Meinung nach überflüssigen Dinge (veraltete Bücher, die xte Hose für „Drecksarbeit“, die Porzellan-Einzelteile aus der hintersten Schrankecke) heimlich in einer Kellerkiste. Was der Sammler davon im Laufe der Zeit tatsächlich vermisst („Wo ist denn mein ... geblieben?“), wird wieder hervorgeholt. Über das weitere Schicksal der übrigen Dinge entscheiden Sie gemeinsam nach Ablauf eines Jahres.

Auch ohne Wohnzeitschrift: So bekommen Sie Ideen zur Verschönerung Ihres Zuhauses

Lassen Sie sich davon anregen, wie andere ihr Zuhause gestalten und in Schuss halten. Vereinbaren Sie vor einem Besuch bei Verwandten oder Freunden, dass jeder von Ihnen 1 Idee mit nach Hause nimmt. Beispiel: Ihnen gefällt bei Ihren Freunden besonders der Zeitschriftenständer in der Toilette, Ihrer Frau/Ihrem Mann, dass die Oberfläche des Geschirrschranks frei ist. Beschließen Sie gemeinsam, welche Anregung Sie bei sich daheim umsetzen können.

Autorin: Dr. Ruth Drost-Hüttl


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