Beziehungsprobleme

Beziehungsprobleme lösen und Intimität schaffen


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Wie Sie auch im stressigen Familienalltag Ihre Paarbeziehung bewahren

Sexualität braucht Nähe und Vertrautheit. Die fehlt oft, besonders in der typischen Familienphase einer Ehe oder Beziehung: Sie befasst sich viel mit den Kindern. Er versinkt in der Berufswelt. Er sperrt sich gegen „Psychodiskussionen" seiner Frau. Sie ist gekränkt über die Rauheit, mit der er ihr ohne liebevolle Gespräche und zärtliche Atmosphäre manchmal auf die Pelle rückt. Die Folgen: Fremdheit und Entfremdung. Keiner will die Beziehungsprobleme angehen - aus Sorge, es dadurch zu „zerreden". Aber das ist falsch.

Fremdheit überwinden

Richtiger ist es, wenn Sie Ihrer eigenen Trauer über die Situation klar Ausdruck verleihen - nicht durch Nörgeln oder Jammern, sondern durch Ehrlichkeit, auch sich selbst gegenüber. Wie geht es Ihnen wirklich bei diesem lustlosen Nebeneinander? Sagen Sie zu sich selbst: „Es reicht!" - und dann sagen Sie das Ihrem Partner. Dazu braucht es Mut, denn vielleicht wäre das mit Tränen des Schmerzes und der Wut verbunden. Aber gerade eine Auseinandersetzung schafft wieder Kontakt auf einer tieferen, „bauchigeren" Ebene.

Das andere Extrem

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Distanz ist das Thema vieler Beziehungs-Filme. „Du bist nie da" ist der Klassiker, ein fast schon abgegriffenes Klischee. Weniger bekannt ist das andere Extrem, das merkwürdigerweise gleichzeitig mit der Entfremdung auftreten kann: zu viel Nähe. Auch wenn es erstaunlich klingt, aber die Erotik vieler Paare leidet unter dem ständigen Beisammensein.

Zweierlei Vertrautheit

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Verhaltensbiologen haben herausgefunden: Familiäre Nähe schafft zwischen Kindern, Eltern und Geschwistern eine Barriere für Sexualität. Fachleute nennen es das „biologische Inzest-Tabu". Wenn Menschen länger zusammen sind, wird gleichsam der Sex-Schalter ausgeknipst. Das ist die „primäre Vertrautheit", die wir von frühester Kindheit an kennen. Die „sekundäre Vertrautheit" ist die Innigkeit zwischen Sexualpartnern, bei der stets ein Schuss Fremdheit erhalten bleibt. Viele Paare (gerade die „bewusst lebenden", psychologisch aufmerksamen) leben inzwischen so miteinander, dass es eher der primären Eltern-Kind-Vertrautheit entspricht als der knisternden Intimität zwischen Sexualpartnern. Manche muten an wie Geschwister, andere wie Mutter und Sohn oder Vater und Tochter. Klar, dass man dann nicht mehr auf die Idee kommt, miteinander leidenschaftlich zu sein.

Projektionen

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Das Phänomen wird durch einen Vorgang verstärkt, den die Psychologie „Übertragung" nennt. Vor allem wenn in einer Beziehung Kinder sind, neigen Männer dazu, in ihrer Frau die Eigenschaften ihrer Mutter zu sehen - und umgekehrt die Frau in ihrem Mann ihren Vater. Dadurch wird zusätzlich das Inzest-Tabu aktualisiert. Das Resultat: Viele Paare sind sich auf der Partnerebene fremd geworden, im Familienverband ist dagegen eine Art primäre Vertrautheit entstanden.

Auswege

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Verhaltensorientierte Sexualtherapie oder potenzsteigernde Mittel helfen hierbei nicht weiter. Einzige Lösung dieser Beziehungsprobleme: Verändern Sie Ihre Muster von Nähe und Distanz. Ändern Sie die Strukturen Ihres Alltags. Dazu brauchen Sie den Mut, aus Gewohnheit und Resignation auszubrechen.

Geben Sie gleichzeitig übertriebene Erwartungen auf - etwa die, dass der Mann wieder so viel Zeit hat wie früher am Anfang seines Berufs oder seiner Ausbildung oder dass die Frau wieder so attraktiv und überraschend wirkt wie in der romantischen Phase der Verliebtheit.

Hören Sie auf, über den Zaun zu schielen und sich heimlich amouröse Abenteuer auszumalen. Genießen Sie, was da ist. Es ist mehr da, als Sie ahnen. Von keinem Menschen werden Sie jemals so tiefe Zuneigung erfahren wie von Ihrem Partner. Weinen Sie nicht dem nach, was nicht möglich ist. Vor allem: Beenden Sie Selbstbeschuldigungen und Beschuldigungen des Partners.

Viele weitere gute Gedanken zu diesem Thema: Hans Jellouschek, Wie Partnerschaft gelingt - Spielregeln der Liebe: Beziehungskrisen sind Entwicklungschancen. Verlag Herder GmbH, Freiburg: 2007. 9,99 €. ISBN 3451059134.

Autor: Tiki Küstenmacher


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