Beziehungsprobleme

Beziehungsprobleme: Wagen Sie die Wiedervereinigung


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Plädoyer für einen neuen Anfang

1990 geschah die historische Sensation: Das nach dem 2. Weltkrieg von den Siegermächten geteilte Deutschland vereinigte sich wieder. Viele Paare leben wie BRD und DDR vor 1989: nicht gerade mit Mauer und Stacheldraht, aber doch innerlich ein Stück weit entfremdet, mit wenig echter Kommunikation, immer wieder mal in Gedanken die endgültige Trennung durchspielend. Unsere simplify-Idee für alle Paare, die grade solche Beziehungsprobleme durchleben: Lassen Sie auch in Ihrer Partnerschaft wieder zusammenwachsen, was zusammengehört. Das können Sie als Paar von der Wiedervereinigung lernen:

Lassen Sie sich hinreißen

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Die Bilder von der unerwarteten Öffnung der innerdeutschen Grenzen sind immer wieder schön: Menschen liegen sich in den Armen, DDR-Bürger ziehen nachts staunend über den Ku'damm, verwunderte Vopos lassen jubelnde Menschenmassen in ihren Trabbis passieren. Zu Beginn des Wiedervereinigungsprozesses standen spontane Freude und Begeisterung!

simplify-Rat: Gewiss gibt es rationale Gründe für eine Wiederannäherung. Noch wichtiger ist es aber, die emotionalen Funken zu entdecken, die zwischen Ihnen noch hin- und herspringen. In welchen Situationen empfinden Sie: „Ich bin so froh, dass es dich gibt?“ Welche Gesten Ihres Partners bringen Sie spontan zum Lächeln? Wann waren Sie zuletzt ausgelassen miteinander? Wann haben Sie Lust aufeinander? Nähren Sie diese Funken, und beziehen Sie daraus Energie für die Bewältigung der Beziehungsprobleme.

Nicht mit der Trennung spielen

„Wir wollen unsere Mauer wiederhaben“ steht auf meist lustig gemeinten T-Shirts. Doch einigen ist es ganz ernst damit, wenn sie sich die erneute Trennung der Deutschen in Ost und West herbeifantasieren. Noch häufiger spielen Menschen mit dem Gedanken, sich von demjenigen zu trennen, den sie einmal so sehr geliebt haben. Immer wieder gibt es Phasen, da spüren Paare nicht mehr, was sie verbindet. Sie sehen nur noch, was trennt.

simplify-Rat: Fragen Sie Paare aus Ihrem Freundeskreis, die über viele Jahre zusammen sind, nach ihrer gemeinsamen Geschichte. Die meisten werden Ihnen erzählen, dass sie nicht lückenlos im Liebeshimmel gelebt haben. Überall gab es Krisen. Aber dann haben sie die schwierigen Phasen gemeinsam gemeistert und auf eine neue Weise zusammengefunden. Unterscheiden Sie nicht zwischen glücklichen Paaren und unglücklichen, sondern zwischen flexiblen und unflexiblen.

Versöhnen Sie sich mit Ihren Differenzen

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Klar gibt es immer noch Unterschiede zwischen „neuen“ und „alten“ Bundesländern. Deutschland ist seit der Wiedervereinigung bunter geworden, aber auch schwieriger. Doch woher kommt das Ideal, dass alle gleich sein und in Dauerharmonie leben müssten?

simplify-Rat: Kommen Sie Ihren unrealistischen Idealvorstellungen auf die Schliche. Vielleicht beruhen die auf Ängsten aus Ihrer Kindheit („Menschen, die sich lieben, dürfen sich nie streiten“) oder schwärmerischen Leitbildern aus der Literatur („... und lebten glücklich bis ans Ende ihrer Tage“).

Verabschieden Sie sich von solchen pauschalen Zielvorstellungen, und sehen Sie sich konkret die Lebensbereiche an, in denen Sie sich fremd geworden sind: Wo müssen Sie wieder zu einer einheitlichen Linie, einem Gleichklang finden, weil sonst der Alltag unter einem Dach nicht funktioniert oder Sie sich nicht mehr als Paar fühlen? Wo können dagegen 2 unterschiedliche Stile nebeneinander Geltung behalten? Und zwar nicht im Sinne von gleichgültiger Koexistenz („Mir egal, was du machst!“), sondern so, dass Sie sich mit Ihren unterschiedlichen Erfahrungen gegenseitig befruchten?

Frieden ist machbar

Süd- und Nordkorea, Baskenland und Spanien, Katholiken und Protestanten in Nordirland, Kurden und Türken: Die Welt ist voller ungelöster Dauerkonflikte. Die beiden getrennten deutschen Staaten aber haben auf friedlichem Weg zusammengefunden. Auch wenn das viel Geld und Anstrengungen gekostet hat – verglichen mit langwierigen leidvollen kriegerischen Auseinandersetzungen ist der waffenlose Weg ein Schnäppchen.

simplify-Rat: Ähnlich ist es in der Liebe. Friedliche Lösungen kosten weniger Schmerzen, Verletzungen und oft auch weniger Geld als Streit, Vorwürfe, Beleidigtsein oder gar Scheidung. Selbstverständlich gibt es gescheiterte Beziehungen. Aber über 60 % aller Scheidungen, so ergab eine Studie der Uni Münster, sind eigentlich überflüssig – jeder von beiden hatte bereits den richtigen Partner, man wusste nur nicht, wie man die Beziehungsprobleme überwinden und zu Frieden und Liebe zurückfinden sollte.

Autorin: Dr. Ruth Drost-Hüttl


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