Beziehungsprobleme

Kampf gegen Beziehungsprobleme


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Wann es gut ist zu kämpfen

 „Glückliche Paare streiten sich nie.“ Das ist ein Mythos. In Wirklichkeit gibt es in gelingenden Partnerschaften genauso viele Meinungsverschiedenheiten und Beziehungsprobleme wie in unglücklichen.Wer Konflikte stets nur gewaltfrei lösen will, wird auf Dauer krank. Oder bleibt der ewige Verlierer. Was liebende Paare anders machen, ist die Grundhaltung: Sie akzeptieren unterschiedliche Ansichten als etwas Normales und betrachten einen Streit als eine Art Sport, der ihre Beziehung nicht schwächt, sondern stärkt. Diese Art der gesunden Streitkultur lässt sich erlernen und Beziehungsprobleme lassen sich so leichter in den Griff bekommen.

Ausdrücken statt sammeln

 

 

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Wenn Ihnen etwas stinkt, sagen Sie es sofort. Lassen Sie Beziehungsprobleme nicht unter der Oberfläche brodeln, bis es zu einem Vulkanausbruch kommt. Sammeln Sie nicht Ihre Truppen, um eines Tages zum großen Gefecht zu blasen. Beschreiben Sie, welches Verhalten des anderen Sie stört – und nicht Ihre Interpretation. Schlecht: „Ich bin dir egal, und deshalb hast du den Einkauf vergessen.“ Besser: „Du hast vergessen, einzukaufen, obwohl du es versprochen hattest.“

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Fühlen statt denken

 Sagen Sie, was Sie fühlen, und nicht, was Sie denken. Der Streit liebevoller Paare beginnt mit den unterschiedlichen Emotionen zu einem bestimmten Thema („Ich bin stolz, dass meine Tochter dieser schrecklichen Lehrerin nicht gefolgt ist“) und nicht mit Diskussionen über „richtig“ und „falsch“ („Man muss immer gehorchen“). Wenn Ihr Partner Sie auf das „sachliche“ Gebiet lotsen will, um dort über die Beziehungsprobleme zu streiten, bleiben Sie bei Ihren Gefühlen. Die gehören Ihnen, und die sind für Sie immer „richtig“. Schlecht: „Du bist gemein / lieblos / egoistisch / unsorgfältig / faul.“ Besser: „Ich bin sauer / wütend / verletzt / traurig / frustriert.“

Zuhören statt anklagen

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Die Versuchung ist groß, Ihre negativen Empfindungen auf die Fehler des anderen zurückzuführen. Widerstehen Sie dieser Versuchung. Anklagen und Angriffe machen Sie momentan mächtig, aber auf längere Sicht unterhöhlen Sie damit das Grundvertrauen einer Beziehung und produzieren so neue Beziehungsprobleme. Denn Sie ermuntern den anderen, auch bei Ihnen Fehler zu finden. Hören Sie lieber zu. Erlauben Sie dem anderen, Dampf abzulassen. Versuchen Sie nicht, ihm seine Wut „auszureden“ – das geht nicht! „Vernünftige“ Argumente zu diesem Zeitpunkt schlichten nicht, sondern gießen Öl ins Feuer.

Wiederholen statt interpretieren

 Der Schlüssel für gutes Zuhören ist gutes Zusammenfassen. Fassen Sie mit Ihren Worten zusammen, was der andere über die Beziehungsprobleme gesagt hat. Bewerten Sie es nicht, sondern machen Sie seine Situation klar – und dann Ihre. Jetzt ist die Ausgangslage klar, und der echte, fruchtbare Streit kann beginnen. Wenn das nicht klappt, weil Sie sich immer ins Wort fallen, vereinbaren Sie den 5-Minuten-Takt: Jeder darf 5 Minuten sprechen, ohne dass der andere ihn unterbricht.Wenn Sie sich nicht einigen können, wer anfängt, werfen Sie eine Münze.

Fair kämpfen statt gemein sein

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Faire Streiter bleiben beim Thema und machen nicht ein neues Fass auf (etwa alte Streitereien,Verletzungen von früher). Faire Streiter lassen sich durch einen unfairen Ausrutscher des anderen nicht aus dem Konzept bringen oder brechen gar den Kampf ab. Faire Streiter schlagen nicht unter die Gürtellinie („dein Übergewicht, deine schlimme Mutter, dein mieses Gehalt“). Faire Streiter ziehen nicht Dritte hinein („Du bist wie deine Schwester“). Manche Paare haben diese Regeln aufgeschrieben und erinnern sich im Zweifelsfall sanft an deren Einhaltung um die Beziehungsprobleme zu bewältigen („Wir haben doch ausgemacht, das nicht zu tun“).

Mehrere Runden statt bis zum K.o.

Eine endgültige Lösung gibt es bei Streitfragen selten.Wenn der Kampf anfängt zu nerven, ziehen Sie Zwischenbilanz: Klären Sie noch einmal gemeinsam, welche Beziehungsprobleme Sie genau haben. Was gibt es für Kompromisse? Was ist der nächste Schritt, was wird auf später vertagt? Stimmen Sie einer (Zwischen-)Lösung zu, bei der beide in irgendeiner Weise nachgeben müssen.


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amary am 26.11.2014
Grüß Euch, ich kenne das Problem in den Beziehungen auch sehr gut. In den letzten Jahren hat ...
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bienchen am 23.09.2013
Ich bin auch niemand der gerne streitet, aber sowas kommt in den besten Beziehungen vor, natü ...
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Erik am 08.08.2013
Ich muss dir zustimmen Andreas, denn eine gesunde Beziehung kann auch ohne Streit sein. Ich habe ...
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sylvie am 12.01.2012
dann stellt sich aber die Frage, was man macht, wenn Interessen/Bedürfnisse kollidieren. Wenn der ...
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Andreas am 11.01.2012
Ganz vereinfacht gesagt sehe ich das so: Ich denke das Wesentliche ist erst einmal sich klar ...
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