Beziehungstipps

Beziehungstipps für eine demokratische Partnerschaft


beziehungstipps_verhandeln

Warum der Liebe ein bisschen Demokratie und Marktwirtschaft sehr gut tun

In vielen Ehen und Partnerschaften geht es sehr unausgeglichen zu: Der eine fordert überwiegend, der andere gibt in der Regel nach – wobei eine objektive Betrachtung schwierig ist: Der fordernde Partner kommt sich oft ausgesprochen großzügig vor,weil er innerlich noch viel mehr von seinem Partner erwartet, als er laut sagt. Und der andere hat sich an seine dienende Haltung gewöhnt.

Für die meisten Partnerschaften aber ist das ein krank machender Dauerstress, denn beide Partner sind unzufrieden. Grund genug, diese Verhaltensmuster endlich zu thematisieren und Beziehungstipps für ein demokratischeres Miteinander aufzustellen.

Das Dilemma: Doppelte Erblindung

beziehungstipps_dilemma

Oft weiß der fordernde Partner gar nicht, dass er oder sie seiner besseren Hälfte etwas abverlangt. Er sieht nicht, wie viel Mühe, Zeit, Geld und Lebensqualität es den anderen kostet.

Der nachgebende Partner dagegen muss lernen, seine Belastung überhaupt zu sehen. Oft hat sich im Lauf der Jahre das Modell so verfestigt, dass er seine seelische Belastung gar nicht mehr wahrnimmt. Unbewusst jedoch wirkt die sehr wohl und vergiftet langsam, aber sicher das normale Gleichgewicht einer Liebesbeziehung.

Die Lösung: Nennen Sie den Preis

beziehungstipps_loesung

Der Nachgebende nennt die Anstrengung, die seine Bemühungen ihn kosten – und wenn er sie für noch so gering hält. Es ist gleichsam der Übergang vom Absolutismus zur demokratischen Marktwirtschaft: Es wird nicht mehr verlangt und Folge geleistet, sondern – verhandelt.

 Er: „Bring meinen Anzug noch in die Reinigung.“ Sie (bisher): „Gerne, mein Schatz.“ Sie (bessere Antwort): „Kann ich schon machen, aber es ist für mich ein großer Umweg. Und mich nerven solche Dienstleistungen, die du auch problemlos selbst erledigen könntest.“

Gewöhnen Sie sich das automatische „Ja“ ab

beziehungstipps_preis

Der nachgebende Partner hat sich das Jasagen angewöhnt, um Konflikten aus dem Weg zu gehen. Er hat gelernt, dass er dabei zwar den Kürzeren zieht, so aber die Beziehung friedlich bleibt. Mit einem Bild aus der Wirtschaft könnte man sagen: Mit Ihrem ständigen „Ja“ haben Sie als Nachgebende/r die Preise verdorben. Ihr Partner weiß gar nicht mehr zu schätzen, was Sie ständig für ihn tun.

Machen Sie sich keine Sorgen: Indem Sie ab sofort jede Ihrer Aktionen mit einem Preisschild versehen, gefährden Sie noch nicht den partnerschaftlichen Frieden oder den gemeinschaftlichen Konsens. Ganz im Gegenteil: Sie beenden die Inflation in Ihrer Beziehung und sorgen dadurch für die Stabilität Ihrer Liebe.

Argumentieren Sie nicht mit Sachzwängen

beziehungstipps_sachzwaenge

Bei der Wiederentdeckung des Verhandelns geht es nur um Sie beide. Stehen Sie dazu, wenn Sie einer Bitte oder Aufforderung Ihres Partners nicht nachkommen wollen oder können. Rufen Sie nicht fremde Mächte zu Hilfe.

Sie: „Ich möchte, dass du morgen Abend früh zu Hause bist.“ Er (bisher): „Ich muss aber einfach an dieser Sitzung teilnehmen, mein Chef hat das so angeordnet.“ Er (bessere Antwort): „Ich fühle mich meinem Chef und meinen Kollegen gegenüber verpflichtet. Ich bringe es nicht übers Herz, denen abzusagen.“

Der Hintergrund: Ihr Chef und Ihre Kollegen sind während der Auseinandersetzung mit der Partnerin nicht anwesend, deswegen empfindet sie Ihre Argumentation als Ausrede. Wenn Sie dagegen mit Ihren eigenen Gefühlen argumentieren, sind Sie als echter Verhandlungspartner anwesend.

Verlangen Sie Ausgleich

Wenn Sie deutlich gemacht haben, was es Sie kostet, die Forderung oder Bitte Ihres Partners zu erfüllen, dürfen Sie Ja sagen – aber eine Gegenleistung ansprechen. Machen Sie Ihr Ja nicht von dieser Gegenleistung abhängig. Aber sagen Sie klar, dass Sie nicht gewillt sind, auf Dauer Ihrem Partner entgegenzukommen, ohne von ihm eine Gegenleistung zu erwarten. In der Sprache der Wirtschaft hieße das ständig Kredit geben – ohne Sicherheiten!

Probieren Sie zunächst, ob Ihr Partner eine Gegenleistung in der gleichen Währung erbringen kann. Wenn Sie das frühe Nach-Hause-Kommen Punkte bei Ihrem Chef kostet, dann bieten Sie an: „Dafür sollten wir am Wochenende einen Ausflug machen. Im Kirchenchor können sie doch mal auf dich verzichten.“

Merken Sie den Unterschied?

beziehungstipps_unterschied

Aus der Bitte mit dem unausgesprochenen Vorwurf ist nun eine echte Verhandlungssituation geworden. Gleichgültig, ob der andere darauf eingeht oder nicht: Für die Zukunft Ihrer Beziehung haben Sie damit schon einen enormen Fortschritt erreicht.

Keine Heimlichkeiten

beziehungstipps_heimlichkeiten

Mancher Partner versucht, Schwierigkeiten dadurch aus dem Weg zu gehen, dass er Termine heimlich ausmacht, heimlich einkauft, heimlich arbeitet. Er tut das, um den Frieden der Beziehung zu wahren oder um seinen Partner nicht zu behelligen. Der aber empfindet Heimlichkeiten als Vertrauensbruch. Selbst wenn Sie im Recht sind – durch ihre Unaufrichtigkeit geben Sie Ihrem Partner einen berechtigten Grund, auf Sie böse zu sein. Kurzum: Mit Ihrer vermeintlich „lautlosen Lösung“ bringen Sie nur neuen Zündstoff in Ihre Beziehung!

Formulieren Sie Ihre Wünsche daher niemals als Antrag auf Genehmigung, sondern als berechtigtes Bedürfnis Ihrerseits. Sie: „Darf ich mir ein paar Schuhe kaufen? Ich hätte so große Lust auf die braunen Pumps, die ich neulich gesehen habe!“ Sie (bessere Frage): „Ich brauche neue Schuhe. Ich habe einfach kein braunes Paar mehr, mit dem ich mich öffentlich zeigen möchte.“

Autor: Tiki Küstenmacher


zum vorherigen Artikel

simplify präsentiert:

132 wertvolle Beziehungstipps für Harmonie und Partnerschaft in der Ehe

132 wertvolle Beziehungstipps für Harmonie und Partnerschaft in der Ehe.

>> Als Geschenk oder für Ihr eigenes Glück <<

Jetzt das kleine Partnerschaftsbuch sichern!