Beziehungstipps

Beziehungstipps für guten Sex


beziehungstipps_guter-sex

Was die Sexpertin Ruth Westheimer rät

Sex zu haben, das ist ziemlich einfach. Aber auf Dauer guten, erfüllenden Sex zu haben, das ist schon wesentlich schwieriger. Nicht umsonst zeigen Filme meist den Beginn einer wundervollen Liebe und nicht das 5.000ste Mal. Hier einige Beziehungstipps der deutsch-amerikanischen Sexualtherapeutin Ruth Westheimer.

Fangen Sie bei sich an

beziehungstipps_anfangen

Vielen Paaren fällt es ausgesprochen schwer, über Sex zu reden. Wenn Sie es regelmäßig tun, wird es Ihnen jedoch bald leichterfallen. Vorher sollte sich jeder von Ihnen allerdings erst einmal selbst fragen: Wie verhalte ich mich vor, während und nach dem Sex? Was tue ich, und wie tue ich es? Denn das einzige Verhalten, das Sie von sich aus ändern können, ist Ihr eigenes! Beantworten Sie sich selbst ehrlich die Frage: Wie zufrieden bin ich mit unserer sexuellen Beziehung?

Wie Sie mit Ihrem Partner über Sex sprechen sollten

Machen Sie Ihrem Partner nichts vor, aber listen Sie auch nicht schonungslos sämtliche Mängel auf, und wägen Sie ab, welche Ihrer Fantasien Sie ihm erzählen. Schließlich wollen Sie ihn weder kränken noch verschrecken. Wenn einer von Ihnen oder Sie beide unzufrieden sind: Einigen Sie sich zunächst auf eine ganz banale Veränderung – etwa dass Sie sich nicht im Dunkeln oder unter der kalten Deckenbeleuchtung lieben, sondern beim sanften Licht einer Kerze oder mit einem Nachtlicht in der Steckdose. Auch solche Minischritte zeigen Wirkung!

Manche Menschen haben Angst vor dem, was solch ein Gespräch an Unangenehmem oder Bedrohlichem zutage fördern könnte. Aber selbst wenn sich dabei herausstellen sollte, dass Ihre Partnerschaft in einer schweren Krise steckt oder Ihr Partner sexuelle Wünsche hat, die Sie ablehnen: Nur wenn Sie das Problem auf den Tisch legen, können Sie (gegebenenfalls mithilfe eines Paartherapeuten) versuchen, eine Lösung zu finden.

Keine Zeit für Sex?

Spontaner Sex ist wunderbar, aber wichtiger ist es, überhaupt Sex zu haben. Wenn Sie immer seltener Zeit für Sex finden, weil alles andere Priorität zu haben scheint, müssen Sie ihn planen. Markieren Sie Ihre Sex-Verabredungen in Ihrem Kalender mit einem „S“, einem Herzchen oder einem anderen Zeichen!

Viele Menschen stehen solchem geplanten Sex skeptisch gegenüber („Wenn’s so weit ist, habe ich bestimmt keine Lust“). Denken Sie an das französische Sprichwort: „Der Appetit kommt beim Essen.“ „Erwärmen“ Sie sich untertags schon dafür, indem Sie sich immer mal wieder kurz vorstellen, was am Abend passieren wird. Als „Gedächtnisstütze“ können Sie beispielsweise morgens beide eine Unterwäsche anziehen, in der Sie sich und Ihrem Partner besonders gut gefallen.

Gehen Sie miteinander auf Entdeckungsreise

Langeweile ist tödlich für Sex. Probieren Sie öfter mal was aus. Befreien Sie sich dabei von Leistungsdruck, indem Sie diese Stunden nicht als „Pokalendspiel“, sondern als „Trainingseinheit“ betrachten.

Erforschen Sie sich gegenseitig immer wieder neu – welche Bereiche Ihrer Körper (außerhalb der Genitalien) sind besonders empfänglich für Berührungen (Streicheln, Küssen, Lecken ...)? Das kann sich im Laufe der Jahre durchaus auch ändern. Sagen oder zeigen Sie Ihrem Partner (durch Geräusche; indem Sie seine Hand führen), was sich gut anfühlt.

Andere Position gefällig? Sie müssen nicht sämtliche Stellungen des Kamasutra durchprobieren. Beginnen Sie beispielsweise einfach damit, dass Sie ein paar Kissen nehmen und damit Ihren Körper in eine etwas andere Stellung als sonst bringen. Oder an einem anderen Ort Sex haben – ob im Wohnzimmer, in der Abstellkammer oder im Freien. Oder ein Gleitmittel verwenden, auch wenn Sie (noch) keines brauchen. Oder morgens statt abends Sex haben – dann ist der Testerongehalt des Blutes bei Männern übrigens am höchsten.

Beim Sex tut es gut, eingefahrene Rollenmuster – z. B.: Er fragt, sie lässt sich bitten, oder umgekehrt – aufzubrechen. Schlüpfen Sie in eine andere Rolle, etwa indem Sie vorher miteinander essen gehen und sich dabei vorstellen, es sei Ihr erstes Rendezvous mit einer Internet-Bekanntschaft.

Nach dem Spiel ist vor dem Spiel

beziehungstipps_spiel

Ihr wichtigstes Sexualorgan ist, so Westheimer, Ihr Gehirn! Zeigen Sie einander Ihre Aufmerksamkeit – und zwar nicht nur dann, wenn Sie selbst Lust auf Sex haben. Berühren Sie sich gegenseitig so oft wie möglich: beim Hand-in-Hand-Spazierengehen, wenn Sie in der Wohnung aneinander vorbeigehen, zusammen im Bad oder in der Küche stehen oder zu zweit auf dem Sofa sitzen ... Sprechen Sie liebevoll mit Ihrem Partner.

Das heißt nicht, dass Sie als Paar aneinander kleben müssen. Nutzen Sie auch die Energie, die jeder gewinnt, indem er seinen ureigenen Interessen nachgeht. Wenn er angeregt von dem Vortrag über Tibet nach Hause kommt und sie mit anderen Frauen einen lustigen Abend verbracht hat, haben beide wahrscheinlich trotz später Stunde mehr Lust auf Sex als nach einem gemeinsamen Fernsehabend.

Nehmen Sie sich nach dem Sex ein paar Minuten Zeit für ein „Nachspiel“. Ob Sie sich dabei einfach umarmen, sich massieren, ein paar vorher bereitgestellte Trauben naschen oder liebevolle Worte austauschen: Wichtig ist, dass keiner den Raum verlässt oder sich wortlos zum Schlafen umdreht. Denn beim Sex ist oft der letzte Eindruck entscheidend!

Macht Lust: Ruth K. Westheimer: 10 Geheimnisse für richtig guten Sex. Goldmann Verlag, 2011. ISBN-13: 978-3-442-17221-4. 9,99 €.

Autorin: Dr. Ruth Drost-Hüttl


zum nächsten Artikel
zum vorherigen Artikel

simplify präsentiert:

132 wertvolle Beziehungstipps für Harmonie und Partnerschaft in der Ehe

132 wertvolle Beziehungstipps für Harmonie und Partnerschaft in der Ehe.

>> Als Geschenk oder für Ihr eigenes Glück <<

Jetzt das kleine Partnerschaftsbuch sichern!