Eheprobleme

Eheprobleme: Nie bist du da!


Was Sie als Paar gegen diesen häufigen Vorwurf tun können und wie sich diese Eheprobleme lösen lassen

Jeden Abend kommt er erst um 22 Uhr von der Arbeit heim. Oder er vergräbt sich in seinem Arbeitszimmer. Nicht einmal die Wochenenden und Ferien sind ihm heilig. Der „abwesende Vater“ ist zum festen Klischee vieler Hollywood-Filme geworden. Immer häufiger lautet die Lösung des Dilemmas: Wir trennen uns. Gravierender Nachteil: Dann ist der Vater noch viel abwesender. Es muss andere Möglichkeiten geben, wenn man diese Eheprobleme lösen möchte. Hier sind einige.

Übersetzen Sie den Vorwurf

Dem Seufzer „Du bist zu viel von zu Hause weg“ entspricht das innere Gefühl der Frau: „Ich bin zu viel an dieses Zuhause gefesselt.“ Eine Untersuchung der Harvard-Universität ergab, dass das Überlastungs- und Unzufriedenheitsgefühl besonders gravierend von Frauen empfunden wird, die keine oder nur wenig Betätigung außerhalb des Haushaltsbereichs haben. Berufstätige Mütter mit zusätzlichen Haushaltspflichten sind zwar genauso erschöpft, lasten das aber weniger ihrem Partner an. Ein interessantes Detail der Studie: Frauen, die ihren Beruf vorwiegend zu Hause ausüben, sind genauso unzufrieden wie reine Hausfrauen. Es scheint also buchstäblich das Zuhause zu sein, das der Frau auf den Kopf fällt. Sie sieht bei ihrem berufstätigen Mann eine Entfaltungsmöglichkeit, die sie an sich selbst schmerzlich vermisst.

simplify-Tipp: Suchen Sie sich Betätigungsfelder außerhalb Ihres Heims. „Unmöglich!“, antworten viele Frauen, die häufig von der eigenen Mutter vorgegebene Verhaltensmuster im Kopf haben. Das führt zum nächsten Punkt:

Lassen Sie sich helfen

Kindererziehung, Haushalt, Vorbereitung von Familienfesten – wenn dann noch alte Eltern oder ein Hund und ein Garten zu versorgen sind und Probleme in Kindergarten oder Schule auftreten, ist die Belastungsgrenze schnell erreicht. Und eine Betätigung etwa im alten Beruf erscheint doppelt unmöglich.

simplify-Tipp: Hier hilft nur eine sachliche Analyse mit allen Beteiligten, was delegiert und vereinfacht werden kann. Fahrgemeinschaften mit anderen Müttern für den täglichen Bringdienst der Kinder zu Sport und Ballett. Wäschevereinfachung: ungebügelte Unterhemden, Kinder lernen bügeln. Selbst wenn das zusätzliche Einkommen der Frau vollständig für Putzhilfe und Kinderbetreuung aufgebraucht wird – in der Zufriedenheitsbilanz wird trotzdem ein dickes Pluszeichen erscheinen. In diesem Fall stellt das Einkommen nicht einen reinen Geldbetrag dar, sondern einen Zuwachs in der Zufriedenheit und eine Minimierung der Eheprobleme. Und das lässt sich Geld wiederum kaum aufwiegen.

Gehen Sie außer Haus

Es muss nicht unbedingt der Job außerhalb der eigenen 4 Wände sein. Wann waren Sie als Hausfrau zuletzt allein oder mit einer Freundin in einem Café? Haben Sie schon allein Ausflüge gemacht? (Einkaufstouren zählen dabei nicht mit!) Haben Sie Menschen, die Sie regelmäßig und gern besuchen?

simplify-Tipp: Schon der rein räumliche Abstand vom Zuhause kann Erleichterung bringen. Besonders gut sind Orte, an denen Sie (wie vielleicht Ihr Mann) Bestätigung erfahren, wo Sie willkommen sind, wo man Ihren Rat und Ihre Gesellschaft schätzt.

Bilden Sie ein Netzwerk

Verbünden Sie sich mit anderen Frauen, die in ähnlichen Situationen leben. Am Anfang kann Sie das noch unzufriedener machen, weil die eine oder andere Sie zur Scheidung ermuntern wird. Auf Dauer aber stabilisieren Frauennetzwerke Ihre Beziehung, so wie die beruflichen und privaten Netzwerke der Männer deren Ehen stärken. Zu Seitensprüngen neigen laut einer englischen Studie vor allem Männer, die im Beruf keinen menschlichen Halt mehr haben.

Belohnen Sie Ihren Mann

Wenn Ihr Mann Ihre Arbeit nicht anerkennt, wieso sollten Sie dann umgekehrt sein Engagement im Beruf loben? Die amerikanische Lebensberaterin Martha Beck provoziert ihre Klientinnen gern mit folgendem Gedanken: Wenn du willst, dass dein Mann dir endlich folgt wie ein Hund, warum nutzt du nicht die Erkenntnisse der Hundetrainer? Jedes Lebewesen (Männer eingeschlossen) wiederholt ein Verhalten, wenn es positiv belohnt wird.

simplify-Tipp: Beginnen Sie mit kleinen, einfachen Belohungen, wenn Ihr Mann einmal früh nach Hause kommt oder einen Abend für Sie freihält: Lob, Kuss, Umarmung, Schokolade. Zerstören Sie den kleinen Erfolg nicht, indem Sie sagen: Das hättest du viel früher tun sollen; das reicht noch lange nicht; jetzt kommst du dir wohl wie ein Supervater vor – usw. Mit einem solchen Tadel nach einer richtigen Handlung könnten Sie einem Hund nicht das kleinste Kunststück beibringen! Dasselbe gilt für Ihren Mann.

Vereinbaren Sie kleine Schritte

Mit den kleinen (für den Mann manchmal fast unsichtbaren, aber sehr wohl spürbaren) Belohnungen werden Ihnen kleine Fortschritte gelingen. Manche Frauen werden dadurch noch wütender: Er ist der gleiche Egoist geblieben. Meine Tricks und Bemühungen ändern ihn ja doch nicht.

simplify-Tipp: Verhandeln Sie offen, aber hart: Einen Tag pro Woche muss er um 17 Uhr zu Hause sein; einen Abend pro Woche dürfen Sie allein (oder zu zweit) etwas unternehmen; diese eine Woche Urlaub wird eisern eingehalten, ohne Handy-Verbindung zum Büro. Auch wenn Sie eigentlich 4 Abende pro Woche und einen 3-wöchigen Urlaub haben möchten – machen Sie mit übertriebenen Forderungen das Erreichte nicht kaputt. An dem einen Abend und in der einen Urlaubswoche wird die vernachlässigte Pflanze Ihrer Liebe möglicherweise so sehr aufblühen, dass Sie beide bald wieder viel mehr Zeit miteinander verbringen. Weil Sie sich gegenseitig mit sich belohnen und so Ihre Eheprobleme lösen und hinter sich lassen können.

Und die Männer?

Die sollen endlich ihren Frauen zuhören und sich an ihre Liebe erinnern! Die besteht nicht nur aus Gefühlen, sondern vor allem aus viel Zeit für ihre Frau.


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