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Partnerschaft: 4 entscheidende Zutaten für Ihr Eheglück


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Immer mehr Menschen sind stolze 50 Jahre und mehr verheiratet: Dank gestiegener Lebenserwartung geht die Zahl der „Langzeitehen“ steil in die Höhe. Zugleich nimmt aber auch die Anzahl der Scheidungen immer noch zu, und zwar nicht nur bei relativ jungen, erst seit Kurzem verheirateten Paaren, sondern auch bei langjährigen Ehen. Die äußeren Umstände für eine glückliche Ehe scheinen eher ungünstig. Trotzdem gelingt es nach wie vor sehr vielen Paaren, zusammenzubleiben (und sei es auch beim 2. oder 3. Versuch). Verschiedene Untersuchungen dazu sind sich erstaunlich einig darüber, welches die wichtigsten Zutaten für eine gelingende Partnerschaft sind. Hier die Top 4:

Oberwichtig: Toleranz

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Auf Platz 1 der Zutatenliste für eine gelingende Partnerschaft: den anderen so lassen zu können, wie er ist. Toleranz und Akzeptanz bedeuten: sich achten, sich mit Verständnis gegenübertreten und die Schwächen des anderen ausdrücklich akzeptieren – ohne heimliche Wünsche, ihn doch noch nach den eigenen Vorstellungen umzubauen.

simplify-Technik: Schließen Sie einen emotionalen Ehevertrag. Zunächst schreibt jeder die 3 größten Schwächen des anderen auf (das fällt einem meist nicht schwer). Beispiel: „Du nörgelst an allem herum.“ Hinter jede der Eigenschaften schreiben Sie Ihre persönliche Strategie, mit der Schwäche des anderen umzugehen („Ich werde mich nicht immer gleich angesprochen und schuldig fühlen“). Sprechen Sie miteinander über Ihre Aufzeichnungen, und vereinbaren Sie danach den genauen Inhalt Ihres Vertrags. Vielleicht hat Ihr Partner ja noch eine bessere Idee, wie Sie reagieren könnten, wenn er sich mal wieder nicht von seiner Schokoladenseite zeigt. Probieren Sie es aus: In der nächsten Zeit darf jeder von Ihnen den anderen auf die Vereinbarung hinweisen. Das Verfahren ist erprobt und wirkt in der Regel als echter Zufriedenheitsverstärker.

Sehr wichtig: Ehrlichkeit

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Platz 2 belegen Vertrauen und Offenheit. Schon der Verdacht, der eine verheimliche dem anderen etwas (gleichgültig, ob das etwas Wichtiges oder eine Lappalie ist), wirkt als Beziehungskiller. Die negative Wirkung alter Geheimnisse können Sie jedoch auch nach Jahren noch neutralisieren. Die häufige Befürchtung, dass dadurch die Ehe auseinandergehen könnte, ist in den meisten Fällen unbegründet.

simplify-Technik: Achten Sie auf Ausgewogenheit. Dazu hilft dieses kleine Ritual: Jeder schreibt ein Geheimnis, das der andere nicht weiß, auf einen Zettel. Falls einer glaubt, niemals vor dem anderen etwas verborgen zu haben: Es reicht auch ein Gedanke, den man bisher nie geäußert hatte. Den Zettel steckt jeder in einen Umschlag, Sie tauschen die Umschläge aus, gehen in getrennte Räume, lesen den Inhalt, stecken den Zettel zurück, treffen sich mit den Umschlägen und zerreißen diese im Beisein des anderen.

Wichtig: Liebe

Erst auf Platz 3 folgt der Klassiker. Denn alle Untersuchungen glücklicher Paare zeigen: Ohne Toleranz und Ehrlichkeit geht es nicht, emotionale und erotische Zuneigung allein garantieren kein dauerhaftes Zusammenbleiben.

simplify-Technik: Jedes Paar hat im Laufe des Zusammenlebens spezifische Riten und Gesten entwickelt, um sich ohne Worte emotionale Sicherheit zu geben. Entdecken und pflegen Sie solche Zeichen. Die Intimität beim Sex ist eine Form davon, aber daneben gibt es: Handhalten beim Einschlafen, Winken beim Weggehen, Anrufen nach der Ankunft usw. Sprechen Sie nicht darüber, sonst zerreden Sie diese bedeutsamen Zeichen möglicherweise.

Auch wichtig: Positivität

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Eine Ehe ist umso stabiler, je mehr die beiden Partner das Gefühl haben, in einer verlässlichen Beziehung zu leben: Diese positive Einstellung steht auf Platz 4. Hat einer der beiden geschiedene Eltern, ist diese Selbstverständlichkeit gestört, und die statistische Wahrscheinlichkeit für eine Trennung steigt. Aber das gute Verhältnis zur eigenen Ehe lässt sich trainieren.

simplify-Technik: Klären Sie, wer und was außer Ihnen beiden noch zu Streit und Unzufriedenheit in Ihrer Beziehung beiträgt – nach dem Motto: „Zu einem Streit gehören 3!“ Schreiben Sie gemeinsam eine Liste möglicher Kandidaten: Geldmangel, Sorge um die Kinder, beruflicher Stress, Streit mit Verwandten usw. Etliche Punkte auf der Liste haben Sie sich vielleicht gegenseitig vorgeworfen („Du arbeitest zu viel“ – „Du kümmerst dich zu sehr um deine Mutter!“) und erkennen nun, dass nicht der andere schuld ist, sondern Sie beide unter einem größeren Problemhorizont stehen. Betrachten Sie Ihre Liste – und freuen Sie sich darüber, dass Ihre Partnerschaft diesen vielen Schwierigkeiten standhält.

Autorin: Dr. Ruth Drost-Hüttl


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