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Wünsche in der Ehe


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... und wie Sie hinter ihre Maskerade schauen

„Ich will, dass du zärtlicher zu mir bist.“ „ Ich wünsche mir, dass wir in einem größeren Haus leben.“ „Ich möchte, dass du mehr für deine Figur tust.“ Das Leben zu zweit besteht aus unzähligen, oft unausgesprochenen Wünschen. Die amerikanische Lebensberaterin Martha Beck hat bei ihren Klienten eine verblüffende Erfahrung gemacht: Es liegt selten an der mangelnden Energie der Beteiligten, wenn Wünsche nicht in Erfüllung gehen. Meist sind es einfach die falschen Wünsche. Wie kommt das, und was können Sie dagegen tun?

Warum es so schwierig ist, zu zweit zu sein

 

 

 

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Das Wort, mit dem sich das Dilemma jeder Partnerschaft erklären lässt, lautet: Projektion. Ihre eigenen Probleme und Mängel sehen Sie nicht bei sich selbst, sondern – wie auf einem Fernsehschirm – in Ihrem Partner. Dahinter stecken weder böse Absicht noch Dummheit, dahinter steckt: Liebe. Als Sie den anderen kennengelernt und sich in ihn verliebt haben, da hatten Sie nur Augen für ihn (oder sie). War der andere glücklich, waren Sie es auch. Ging es dem anderen schlecht, fühlten auch Sie sich nicht gut. Projektion, sich mit den Augen des anderen zu sehen, das ist geradezu ein Kennzeichen der Liebe.

Warum es wichtig ist, nicht nur zu zweit zu sein

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Nach der Phase der Verliebtheit aber ist es wichtig, wieder einen gesunden Zugang zu den eigenen Bedürfnissen zu bekommen – ohne egoistisch zu werden. Diese Balance ist nicht leicht. Denn aus Liebe (!) fühlen sich viele Frauen wie Männer gezwungen, sich durch ihren Partner einschränken zu lassen. Ihre Seele wagt es daher oft nicht, Wünsche in der Ich-Form zu formulieren, sondern sagt stattdessen „du“. Statt: „Ich sollte mehr Zeit auf meine körperliche Fitness verwenden“ heißt es dann: „Du solltest mehr Sport treiben.“

Das kann zwar lieb gemeint sein, kommt aber häufig falsch an – als Vorwurf, sinnloses Genörgel oder depressives Gejammer.

Wie Sie Ihre wahren Wünsche finden

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Durchschauen Sie die Verkleidung Ihrer Wünsche gegenüber Ihrem Partner. Ziehen Sie ihnen den „Du“-Mantel aus. Finden Sie Ihren wahren Wunsch, der mit „Ich“ beginnt.

simplify-Trick: Formulieren Sie Ihren Vorwurf oder Ihre Bitte so um, dass statt „du“ nun „ich“ dasteht. Das Ergebnis wird Sie zunächst verblüffen, aber es enthält immer einen wahren Kern.Wenn Sie den finden, sind Sie der Lösung ganz nah. Beispiele:

Eine Frau sagt zu ihrem Mann: „Nie bist du da. Ich hätte so gerne, dass du mehr zu Hause bist.“ Umformulierung: „Nie bin ich da.“ Bedeutung: „Nie bin ich da, wo du bist – da draußen im richtigen Leben.“ Der wahre Wunsch: „Ich möchte auch solche Freiheiten haben wie du. Ich will nicht immer nur hier zu Hause hocken.“ Die Lösung: Finden Sie eine Aufgabe für sich, mit der Sie neue Menschen und andere Orte kennenlernen. Das kann Ihre Rückkehr ins Berufsleben sein, eine Fortbildung, Mitgliedschaft in einem Verein oder ehrenamtliches Engagement für andere. Mögliche Folge: Wenn er keine Vorwürfe mehr zu hören bekommt, flieht er weniger auf Dienstreisen.

Ein Mann sagt zu seiner Frau: „Du bist so abweisend. Ich wünschte, du wärest zärtlicher und erotischer zu mir.“ Umformulierung: „Ich bin so abweisend.“ Bedeutung: „Ich tue mich schwer, die Initiative zu ergreifen.“ Der wahre Wunsch: „Ich möchte zärtlicher und erotischer sein.“ Die Lösung: Reden Sie über Ihre Sexualität mit einem Dritten, etwa einem Therapeuten. Dann wird klar, dass es stets an beiden liegt. Mögliche Folge: ein ungeahnter Erotik-Schub für Sie als Paar.

Eine Frau sagt zu ihrem Mann: „Sorge endlich dafür, dass du mehr Geld verdienst. Ich will einfach besser leben.“ Umformulierung: „Sorge endlich dafür, dass ich mehr Geld verdiene.“ Bedeutung: „Ich will mich weiterentwickeln und mehr zu unserem Familieneinkommen beitragen.“ Der wahre Wunsch: „Ich will auch fachlich von dir gewürdigt werden.“ Die Lösung: Organisieren Sie Ihr gemeinsames Leben so um, dass Sie beide ausreichend berufstätig sein können. Mögliche Folge: Wenn sich die Frau beruflich engagiert, ist auch der Mann motivierter, in seinem Job mehr zu leisten.

Autor: Tiki Küstenmacher


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