Ablagesystem

Der Lebenstisch - Das neue Ablagesystem


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Eine neues Ablagesystem, um glücklicher und effizienter zu arbeiten

„Wenn ich nur endlich wieder Ordnung auf meinem Schreibtisch hätte!" Das ist einer der häufigsten Seufzer, auch bei Menschen, die ihr Leben ansonsten recht gut im Griff haben. Trotz guter Ansätze und noch besserer Vorsätze - immer wieder türmen sich dort Berge von unerledigten Papieren. Der simplify-Tipp: Sehen Sie Ihren Schreibtisch ab sofort mit anderen Augen!

Das Bild von der Hobelbank

Stellen Sie sich vor, Sie wären ein Schreiner. Der hat in seiner Werkstatt auf einem Tisch die einzelnen Aufträge liegen: Konstruktionszeichnungen, Kundenadressen, dazu Kataloge seiner Lieferanten usw. Die eigentliche Arbeit führt er an der Hobelbank und den anderen Maschinen aus.

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Der Schreiner wäre sehr unglücklich, wenn der ganze Papierkram auf seiner Hobelbank läge. Dann hätte er keinen Platz zum Arbeiten. Die meisten Büroarbeiter aber tun genau das: Sie vermischen die Funktionen von (Organisations-)Tisch und Arbeitsplatz.

Wenn Sie Ihre Arbeit hauptsächlich am Schreibtisch und am PC ausführen, dann betrachten Sie Ihren Schreibtisch als Hobelbank. Hier wird eine Arbeit nach der anderen fertig gestellt. Daneben sollten Sie für dieses Ablagesystem einen 2. Tisch haben, auf dem die zu erledigenden Arbeiten warten.

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Lebenssimulation auf der Tischplatte

Nennen Sie diese Fläche Lebenstisch, weil Sie dort nicht nur Aufträge stapeln, sondern Ihr gesamtes Arbeitsleben in einer Art dreidimensionalem Ablagesystem aufbauen können. Einige der Möglichkeiten:

  • Was wichtig ist, kommt nach vorn.
  • Links liegt, was als Nächstes getan werden muss. Was erledigt ist, wird rechts vorne abgelegt.
  • An den Schmalseiten hinten liegen Dinge, die Sie erfreuen - die Ihrem Arbeitsleben sozusagen Halt geben, z. B. schöne Kataloge über Ihr Hobby.
  • Am hinteren Rand in der Mitte stapeln Sie die größeren, längerfristigen Aufgaben - sozusagen die zu ersteigenden Gebirge.

Der Lebenstisch ist dabei kein Ersatz für ein schnelles Ordnungs- oder Ablagesystem (z. B. eine Hängeregistratur),womit Sie To-do-Stapel und Papierchaos vermeiden, sondern er ist das Bindeglied zwischen Ihrem Arbeitsplatz und der Zwischenablage - in etwa das, was in verarbeitenden Betrieben „Arbeitsvorbereitung" genannt wird.

So schaffen Sie sich Ihren Lebenstisch

Der 2. Tisch für Ihr Ablagesystem muss nicht groß sein. Unter Umständen lässt er sich auf 2 bis 3 Regalbrettern organisieren. Bei extremem Platzmangel können Sie auch an einer Wand mit Hängekörben die verschiedenen Ebenen simulieren.

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Der Lebenstisch wirkt auf 2 Ebenen:

Arbeitstechnisch: Durch den Lebenstisch halten Sie Ihre Arbeitsfläche frei und haben dort nur 1 Projekt vor sich - unser oft wiederholter Ur-simplify-Tipp.

Psychologisch: Der Lebenstisch gibt Ihnen „Überblick" über Ihr Arbeitsleben. Aus der manchmal unübersehbaren Flut von Pflichten wird ein halbwegs geordnetes Gebilde. Der Tisch ist - auch wenn er manchmal übervoll ist - begrenzt. „Wenn ich meinen Tisch geschafft habe, habe ich meine Pflicht getan." Sie sehen, was zu tun ist, was davon sehr wichtig und was weniger wichtig ist und vor allem, was getan ist. Durch Umgruppieren der einzelnen Papiere (hinter denen ja Aufgaben stecken) können Sie die Prioritäten Ihrer Arbeit verschieben - auch probeweise.

Wie der Lebenstisch entstand

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Das Ablagesystem "Lebenstisch" ist eine Weiterentwicklung unseres Tipps „Chaostisch" (Ausgabe 11/2000). Damals hatten wir geraten, die Arbeitsplatte des Schreibtischs freizuhalten, indem Sie alles, was dort bisher gelagert wurde, auf einen 2. Tisch verlagern. In Zusammenarbeit mit den (vom Chaostisch zunächst begeisterten) Lesern Harald Leykamp und Peter Schad und unter Mithilfe von Prof. Lothar J. Seiwert entstand die Idee, das Chaos auf diesem Tisch lieber doch zu strukturieren - was auf dem 2. Tisch besser gelang als vorher auf dem (chaotischen) Schreibtisch.


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