Aufräumen

Aufräumen: Bücher sinnvoll entsorgen


Wie Sie sich von Ihren geliebten Schmökern trennen

„Wegwerfen – gut und schön, aber darf man das auch mit Büchern machen?“ Das ist ein oft gehörter Seufzer. Sehen Sie es sachlich: Der Inhalt der meisten Bücher veraltet schnell. Es ist kein Verbrechen, ein ausgedientes Buch zu entsorgen. Es besteht aus recycelbarem Material. Vor allem: Jedes Buch hinterlässt ja einen mehr oder weniger eindrucksvollen, bleibenden Eindruck in Ihrem Gehirn. Das zählt.
An manchen Büchern aber hängen Erinnerungen. Oder es enthält Einsichten, die Sie gern auch anderen Menschen zugänglich machen würden. Damit Ihnen das Aufräumen leichter fällt hier ein paar Tipps, wie Sie sich von Büchern (und anderen Medien) so trennen können, dass auch andere noch etwas davon haben.

Verkaufen über amazon.de

Der große Online-Buchhändler Amazon listet sämtliche Bücher auf, die seit Kriegsende im deutschsprachigen Raum erschienen sind, auch die längst vergriffenen. Dazu die ebenso riesige Datei englischsprachiger Titel, viele Bücher aus anderen Sprachen und ein gigantisches Angebot in- und ausländischer CDs, DVDs, Software und Videos. Jedes Stück, das Sie im Angebot von Amazon finden, können Sie auch zum Verkauf anbieten.

Dafür gibt es am rechten Rand jeder Angebotsseite die Klickfläche „Diesen Artikel verkaufen“. Um dort etwas anzubieten, brauchen Sie keine 60 Sekunden. Sie füllen ein simples Formular aus, geben den Zustand Ihrer Ware an und erhalten dann einen Preisvorschlag (den Sie akzeptieren oder knapp unterbieten sollten).

Sie müssen sich nur ein einziges Mal als Verkäufer anmelden. Vorsicht bei der Frage nach der Umsatzsteuerpflicht: Wenn Sie Ihre Bücher und Medien privat verkaufen, sollten Sie „Nein“ wählen. Dann müssen Sie zwar die Amazon-Gebühren zzgl. Steuer zahlen, brauchen Ihre Einnahmen aber ansonsten nicht zu versteuern.

Wenn sich ein Käufer für Ihr Angebot findet, erhalten Sie von Amazon eine E-Mail. Sie verpflichten sich, die Ware innerhalb von 2 Werktagen zu versenden. Amazon berechnet 0,99 € für jeden Verkauf plus 15 % vom Verkaufspreis; dazu kommen noch 16 % Umsatzsteuer. Vom Käufer zieht Amazon eine Versandkostenpauschale von 3 € ein, die Sie in voller Höhe erhalten. Wird Ihr Artikel innerhalb von 60 Tagen nicht verkauft, endet Ihr Angebot und es fallen keinerlei Gebühren an. Daher spricht nichts dagegen, wirklich viele Sachen anzubieten. Der hinter Amazon stehende Markt ist enorm. Wir haben 60 Sachen zum Verkauf angeboten und innerhalb einer Woche 20 davon verkauft!

Flohmarkt

Auf den klassischen Flohmärkten verkaufen sich Bücher eher schleppend. Hören Sie sich um nach speziellen Bücherflohmärkten in Ihrer Nähe. Zum jährlichen Gröbenzeller Bücherflohmarkt kommen Tausende Menschen. Alle Bücher werden gestiftet, der (5-stellige!) Erlös fließt in Dritte-Welt-Projekte. Wenn es bei Ihnen keinen solchen Flohmarkt gibt – vielleicht rufen Sie einfach einen ins Leben?

Bookcrossing

„Lasst die Bücher frei!“ ist das Motto einer 2001 in den USA geborenen Idee. So geht’s: Sie registrieren ein Buch, das Sie selbst nicht mehr lesen, aber Ihrer Meinung nach andere lesen sollten, auf der Internetseite www.bookcrossing.de. Sie erhalten dort eine kurze Erläuterung des Systems und eine BCID (Bookcrossing-Identifikationsnummer) zum Ausdrucken. Die kleben Sie in das Buch und „lassen es frei“, indem Sie es an einem öffentlichen Ort liegen lassen. Diesen Ort geben Sie auch auf der Bookcrossing-Seite an. Nun können andere nach Ihrem Buch „jagen“, oder jemand findet es zufällig. Dann kann er das Buch lesen, wieder aussetzen und den neuen Ort (am besten mit einem Kommentar über sein Leseerlebnis) auf der Internetseite eintragen. So entsteht ein quirliges Netzwerk von Lesern. Derzeit gibt es rund 20.000 Bücher, die der „Regalhaltung“ entflohen sind, davon über 2.000 in Deutschland. Es ist ausgesprochen unterhaltsam, im Lauf der Zeit die Spur der von Ihnen „freigelassenen“ Bücher zu verfolgen.

Verschenkkiste

Stellen Sie vor Ihrem Büro (oder vor Ihrer Wohnungstür im Mietshaus) eine Kiste auf mit Büchern „zum Mitnehmen“. Oder innerhalb Ihrer Wohnung, nahe dem Ausgang, damit Gäste ans Mitnehmen erinnert werden. Auch so werden Bücher „freigelassen“.

Wiederbeschaffung

Wenn Sie Sorge haben, einen einmaligen Schatz wegzuwerfen: Suchen Sie Ihr Buch in amazon.de und www.zvab.de Zentrales Verzeichnis antiquarischer Bücher. So sehen Sie, ob und zu welchem Preis Ihr Buch neu oder gebraucht lieferbar ist. Sie werden staunen, wie viele antiquarische Bücher angeboten werden. Von 100 weggegebenen Büchern werden Sie vielleicht 1 oder 2 in vielen Jahren wieder benötigen. Wenn Sie es dann antiquarisch kaufen, haben Sie sich inzwischen viel Platz und Lagerkosten gespart.

Lesertipps:

Zum Thema "Bücher entsorgen" haben wir auch von Ihrer Seite interessante Anregungen erhalten. Hier eine kleine Auswahl:

Bücher hinter Gittern

Ich schenke ausrangierte Bücher an die Bibliothek der Justizvollzugsanstalt in unserem Ort. Da auch bei deren Etats der Rotstift angesetzt wird, sind Büchergeschenke dort gern gesehen.
Berthold Zins

Vollautomatischer Flohmarkt

In unserer Kirchenvorhalle stehen 2 große Tische. Darauf befindet sich ein ständiger Bücher-Flohmarkt. Die Kirchgänger bringen Bücher, die sie nicht mehr brauchen, andere Kirchgänger kaufen sie. Jeder bezahlt, was er will und legt das Geld in ein Körbchen. Die Messdiener ordnen lediglich die Bücher. In einem Jahr konnten wir so 1100 € an Projekte in Israel schicken. Der Bücher- Flohmarkt macht kaum Arbeit, hilft anderen und erhöht sogar ein bisschen die Attraktivität des Kirchgangs. Zur Nachahmung sehr empfohlen.
Pfarrer Karlheinz Bumb

Amazon-Alternative

Ein großer Nachteil bei amazon.de sind die hohen Gebühren und das hohe Porto, das der Käufer zahlen muss. Meine Lösung dazu lautet www.booklooker.de Die Vorteile dort: geringe Gebühren (nur 8 % vom Verkaufspreis). Das Porto legt jeder Verkäufer fest (meist 1 € für Büchersendung und Verpackung). Die Bücher bleiben angeboten, so lange man will, und die Auswahl ist meiner Meinung nach sehr groß. Unbequem ist nur, dass ich dem Käufer meine Kontodaten schicken und dessen Überweisung überprüfen muss, was aber mit einer vorformulierten E-Mail und Online-Banking bei mir recht einfach geht.
Hannah Scharlau



zum nächsten Artikel
zum vorherigen Artikel