Aufräumen

Aufräumen: Warum wir horten


aufraeumen_sammeln

Entdecken Sie, warum Sie Sachen sammeln und wie Sie davon loskommen

Wenn Sie den tieferen Grund wissen, warum Sie so wenig wegwerfen können, geht das Aufräumen und Entrümpeln danach fast wie von selbst. Das behauptet Mike Nelson, eines der vielen Mitglieder der amerikanischen Vereinigung „professioneller Aufräumer". Seine Analyse-Methode ist besonders geeignet für Menschen, die schon länger versuchen, Ballast abzuwerfen, es aber nicht schaffen. Hier die häufigsten Blockade-Sätze und wie Sie die Bremsen lösen können.

Ich bin so unsicher

Sie fürchten, Ihre Wegwerf-Entscheidung zu bereuen. Oft genügt ein einziger, weit zurück liegender Vorfall („Kaum hatte ich die Vase weggegeben, fragte mich meine Tochter danach und war todunglücklich, dass ich sie nicht mehr hatte.") – und der muss als Begründung dafür herhalten, alles aufzuheben.

Gegengedanke: Sie werden niemals genug Dinge um sich haben, um damit die Furcht in Ihrem Inneren zu bekämpfen. Der einzige Ausweg: Werfen Sie radikal weg und stellen Sie sich der Angst, die dann kommt. Sie ist weniger schlimm als die Angst, die Sie jetzt bereits vor dem Aufräumen  haben.

Ich brauche Liebe

Selbst wenn Sie einen lieben Partner haben (und es ist viel Liebe nötig, um mit einem Horter zusammenzuleben!), fürchten Sie, ihn zu verlieren – und schützen sich mit den Dingen.

Gegengedanke: Dinge geben Ihnen keine Liebe, niemals. Nicht einmal der einäugige Teddybär, den Sie seit Ihren Kindertagen aufheben, liebt Sie. Vermutlich hat die Person, die Ihnen den Teddy gab, Sie geliebt. Können Sie diese Person vor lauter Bär davor noch sehen? Wenn ja, brauchen Sie das Erinnerungsstück dazu nicht unbedingt. Zumindest nicht so viele davon.

aufraeumen_stapel

Ich fühle mich so klein

Wirken Sie durch viele Sachen größer? Nein, im Gegenteil: Wenn die Dinge Ihr Leben regieren und nicht mehr Sie, dann werden Sie klein.

Gegengedanke: Sammeln Sie Ihre inneren Qualitäten, nicht den Krimskrams. Gehen Sie in die Natur, nehmen Sie die Schätze des Himmels, der Wiesen, Bäume, Tiere und Menschen um Sie herum in sich auf. Dann werden Sie so groß wie sie.

Ich bin so hilflos

Eine Wohnung voller angehäufter Dinge ist in der Tat überwältigend. Was Sie in vielen Jahren angesammelt haben, lässt sich nicht in einem Handstreich aufräumen oder entsorgen.

Gegengedanke: Warten Sie nicht länger auf den Flaschengeist, der Ihnen alles wegzaubert. Beginnen Sie jetzt, heute, mit einem kleinen Abschnitt. Egal wo. Rechnen Sie dabei mit: Dauert das Aufräumen so lange wie das Sammeln? Nein! Wenn Sie mal in Schwung sind, geht es verblüffend schnell!

Ich fühle mich schuldig

Sie fühlen sich schuldig, weil Sie so viel Plunder angehäuft haben, und Sie fühlen sich schuldig, wenn Sie all die wertvollen Sachen aufräumen oder gar wegwerfen. Sie fühlen sich schlecht, weil Onkel Gerhard für das hässliche Hirschgeweih so viel Geld gezahlt hat, usw.

Gegengedanke: Werfen Sie die Schuld mit weg. Onkel Gerhard (wenn er noch lebt) hat das Geweih längst vergessen. Denken Sie gut über die Menschen, aber verschenken Sie deren Sachen mit gutem Gewissen.

aufraeumen_zeit

Ich habe keine Zeit

Sie wissen, Sie sollten mal aufräumen, ja – aber immer kommt etwas anderes, Wichtigeres dazwischen. Es gelingt einfach nicht, auf der Schiene zu bleiben. Warum? Weil all die Sachen auf den Gleisen stehen!

Gegengedanke: Ihre voll gestopften Regale oder gar ganze Zimmer sind ein Abbild Ihres inneren Zeitempfindens. Alles ist zu, nichts ist frei. Dabei haben Sie viel mehr Zeit, als Sie ahnen – genau wie unter den Stapeln und Kisten fantastische Mengen von Wohnraum sind. Gucken Sie mal nach!

Das Buch von Mike Nelson, Stop Clutter From Stealing Your Life ist bisher nur auf Englisch erschienen: New Page Books 2001, 14,99 $. ISBN 1-56414-502-6.


zum nächsten Artikel
zum vorherigen Artikel