Aufräumen

Aufräumtipps: Nie mehr Sachen suchen


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Wie Sie mit dem Farb-Namen-Trick ab sofort die Vergesslichkeit überlisten

90% aller simplify-Leser müssen regelmäßig nach verlegten Gegenständen suchen. Es ist eine Verschwendung von Zeit und guter Laune, sich durch die unnötige Sucherei Stress zu verschaffen. Dabei ist Vergesslichkeit bei den kleinen Dingen kein unabänderliches Naturereignis. Mit wenig Aufwand und den richtigen Aufräumtipps können Sie auch hier Ihr Leben entscheidend vereinfachen.

Die gehirngerechte Erfolgsmethode gegen überflüssige Sucherei

Was tun? Viele Menschen haben sich vorgenommen, den Schlüsselbund nach dem Betreten des Hauses an einen festen Platz zu tun – aber selten konsequent durchgehalten. Das Problem: Der feste Platz hat sich im Gehirn nicht tief genug verankert. Dagegen hilft eine Kombination verschiedener gedächtnisfreundlicher Lernmethoden.

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1. Eindeutiger Ort

Suchen Sie einen festen Platz in der Nähe der Eingangstür. Das kann eine Schublade in einer Kommode sein, ein Schlüsselbrett, ein Schlüsselkasten, eine Schale auf einem Tisch oder sonst ein leicht erreichbarer Ort. In Ihrem Büro können Sie es ebenso halten.

2. Eindeutige Farbe

Markieren Sie diesen Ort mit einer auffälligen neuen Farbe: Umranden Sie den Griff der Schublade mit farbigem Klebeband, streichen Sie das Schlüsselbrett in einer anderen Farbe, wechseln Sie die Schale gegen eine andersfarbige aus. Damit verankert sich der Ort in Ihrer rechten Gehirnhälfte, die bildhaft denkt und für Farben besonders zugänglich ist.

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3. Eindeutiger Name

Geben Sie dem Ort einen unmissverständlichen Namen: "die blaue Schublade" (vorausgesetzt, es ist die einzige blaue in Ihrer Wohnung), "das rosa Schweinebrett" (ein lustiger Name bleibt besonders gut haften), "die Sternenschale" (weil sie mit deutlich sichtbarem Sternenmuster verziert ist). Der Name verankert den Ort in Ihrer analytischen und "buchstabenfreundlichen" linken Gehirnhemisphäre. Ungünstig sind zu komplizierte Bezeichnungen ("die oberste linke Schublade in der Kommode neben der Wohnungstür").

Durch einen prägnanten Namen können Sie anderen klare Aufträge geben ("Leg den Schlüssel in die Sternenschale!") und sind auch unter Stress oder Zeitdruck in der Lage, sich zurechtzufinden ("Schlüssel – blaue Schublade!").

4. Positive Emotionen

Der Erfolg dieser kleinen Ordnungsaktion lässt sich noch steigern, wenn das Aufräumen selbst mit einem angenehmen Gefühl verbunden ist. Beispiele: Stellen Sie in den Schlüsselkasten ein kleines Potpourri (mit Duftöl getränkte Blätter), das einen für Sie positiven Duft verströmt. Die Schlüsselschublade ist mit einem Material ausgelegt, das Sie mögen, etwa mit rotem Samt, auf dem der Schlüssel beim Hineinwerfen sanft landet.

Alles hat seinen Platz

Entwickeln Sie auch für andere oft verlegte Gegenstände wie Geldbeutel, Brille oder Kugelschreiber eindeutige Aufbewahrungs-Prinzipien. Weitere Aufräumtipps:

Halten Sie Stifte in einem Becher neben dem Telefon bereit. Statten Sie jede Aktentasche und Handtasche mit einem Kuli aus, der dort bleibt. Auch im Handschuhfach des Autos sollte ein Schreibgerät sein.

Behalten Sie Ihre Brille immer am Körper (Hemdentasche, Handtasche oder mit einer Brillenkette um den Hals).

Machen Sie es sich zum Prinzip: "Geldbeutel bleibt immer bei den Schlüsseln", landet also ebenfalls in der Schlüsselschublade.

Das funktioniert auch bei Kindern

Diese 4 Bedingungen lassen sich ebenso anwenden, um Kinder zum Aufräumen zu motivieren. Die Lerntrainerin Barbara Meister Vitale aus Florida rät, die bei vielen "unordentlichen" Kindern übliche Faszination von Farben und originellen Namen dafür zu nutzen. Ein paar ihrer Tricks:

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Das Ampel-Spiel

Wenn der Fußboden übersät ist mit Gegenständen und das Kind nicht weiß, womit es anfangen soll, soll es das Ampel-System anwenden: Zuerst alle roten Gegenstände, dann alle gelben, alle grünen und zum Schluss die übrigen.

Schachtel-Luxus

Sparen Sie nie an Boxen, Schachteln und Schubladen. Bieten Sie großzügig Aufbewahrungsmöglichkeiten an. Kindern (und vielen Erwachsenen) fällt es schwer, sich ohne Strukturen, z. B. auf einem Regalbrett, gut zu organisieren. Wenn Gleichartiges zusammen in eine Kiste kommt, geht das Aufräumen leicht und macht Spaß.

Das Socken-Monster

Heben Sie Problembereiche wie etwa die Kiste mit den frischen Socken (in der immer wieder Unterhosen und T-Shirts landen) besonders heraus. Lassen Sie das Kind ein schreckliches Monsterbild aufmalen oder -kleben, und erklären Sie, dass dieses Ungeheuer böse wird, wenn in seiner Kiste Unordnung herrscht.

Beim Verlegen von Sachen gilt eigentlich: "Gefahr erkannt, Gefahr gebannt." Sobald Sie sich vornehmen, etwas gegen Ihre tägliche Fahndung nach Schlüssel und Geldbeutel zu tun, haben Sie den wichtigsten Schritt bereits geschafft.

Heiliger Antonius, hilf!        

Nicht nur katholische Christen berichten von verblüffend schnellen Erfolgen beim Suchen von verlegten Gegenständen, wenn sie den Heiligen Antonius anrufen, den Patron aller Suchenden. Der spanische Psychologe Jose Morais hat das Phänomen erforscht und durch Versuche bestätigt. Er nimmt an, dass sich durch den Seufzer gen Himmel die innere Verkrampfung des Suchenden löst und sein Unterbewusstsein ihn dadurch zu dem Platz führt, an dem er das Gesuchte zum letzten Mal (unbewusst) sah. Morais rät: "Auch wenn Sie nicht an Heilige glauben – probieren Sie es aus!"


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