Aufräumen

Entrümpeln Sie Ihr Leben


Das ganz große Großreinemachen

Krimskrams, das ist festgefahrene Energie. Die Engländerin Karen Kingston lebt, halbjährlich wechselnd, auf Bali und in London. Sie hat eine Methode entwickelt, die sich space clearing nennt („Räume aufheitern") und ist dabei im Laufe vieler Jahre eine der führenden Spezialistinnen fürs Entrümpeln geworden: Was Gerümpel ist, wie es wirkt und wie Sie es loswerden. Was es ist:

Gerümpel 1: Dinge, die Sie nicht mögen

Das Energiestrang-Modell. Stellen Sie sich vor, Sie wären mit jedem Gegenstand, den Sie besitzen, über einen feinen unsichtbaren Energiestrang verbunden. Von Sachen, die Sie mögen und benutzen (also z. B. ein Bild ansehen), erhalten Sie Kraft. Deswegen ist eine übertrieben aufgeräumte Wohnung, in der alle Gegenstände hinter Schloss und Riegel liegen, energielos. Ungenutzte und ungeliebte Dinge dagegen zapfen Ihnen Energie ab – je länger, um so mehr. Das Entrümpeln unnützer Gegenstände steigert Ihre Energie und Lebensfreude.

Gerümpel 2: Dinge, die durcheinander sind

Die Ordnung im Chaos. Unorganisierte Menschen („Messies") haben oft sehr viele Dinge herumliegen, weil sie fürchten, Wichtiges zu vergessen, sobald sie es nicht mehr sehen. Aus dem gleichen Grund räumen ordentliche Menschen auf: Sie fürchten, Wichtiges nicht mehr zu finden, wenn es nicht am richtigen Ort ist. Das Thema ist in beiden Fällen Kontrolle. Vielen Messies hilft es, wenn sie Schubladen und Schränke beschriften - ohne Rücksicht darauf, ob das „schön" aussieht - und so auch von außen die Kontrolle haben, was sich wo befindet.

Gerümpel 3: Zu viele Dinge, zu wenig Raum

Raum zum Atmen. Manchmal ist „Gerümpel" ein reines Platzproblem. Ihr Leben oder Ihre Familie haben sich erweitert, Ihre Wohnung aber ist nicht größer geworden. Eine Zeit lang lässt sich das mit kreativen Aufbewahrungsideen lösen, aber irgendwann passt nirgends mehr ein Regal hin. Dann hilft nur Umziehen in etwas Größeres oder das beherzte Auslagern kompletter Bereiche.

Gerümpel 4: Unfertige Dinge

Reparieren macht glücklich. Einen besonders hohen Energieverbrauch für Ihr Unterbewusstsein stellen unfertige und kaputte Dinge dar: Großvaters zerlegte Standuhr, der ständig tropfende Wasserhahn, das nur noch zeitweise funktionierende Faxgerät, die klemmende Garagentür, der von Unkraut überwucherte Garten. Gehen Sie mit geschärftem Blick für diese Art „Gerümpel" durch Ihre Wohnung. Lassen Sie alles reparieren oder austauschen, was Ihnen auffällt.

Gerümpel 5: Alte Versionen

Das Raus-rein-Prinzip. Wenn Sie etwas Neues anschaffen, dann werfen Sie das Alte weg. Horten Sie keine alten Bügeleisen, Anoraks und Bettdecken in Keller und Speicher. Je früher Sie Kleider in die Kleidersammlung geben, um so wertvoller sind sie für die anderen. Warum erst dann weggeben, wenn etwas 2 Jahre unbenutzt im Schrank hing? Mit dem Raus-rein-Prinzip vermeiden Sie, dass Ihre aufgeräumte Umgebung wieder in den unaufgeräumten Zustand zurückfällt.

Die merkwürdigen Folgen von Gerümpel

und was Sie dagegen tun können

Mehr Dinge um Sie herum, als Sie bewältigen können, vermitteln Ihnen ein Gefühl von Schwäche, und dieses Gefühl überträgt sich auf andere Lebensbereiche, in denen Sie eigentlich voll leistungsfähig wären:

Gerümpel bremst Ihre Entwicklung

Oft sind die vielen gelagerten Dinge mit Erinnerungen verbunden und halten Sie so in der Vergangenheit fest.

Abhilfe: Denken Sie dankbar an die Menschen, die mit den Gegenständen verbunden sind. Heben Sie pro Person ein besonders schönes oder wertvolles Erinnerungsstück auf und geben Sie den Rest weg. Die Erinnerung an Tante Martha wird einzigartiger und wertvoller, wenn Sie Ihre Tante mit der edlen Perlenkette verbinden und nicht mit einem großen Schrank voll unpraktischem altmodischem Geschirr. Wenn Sie mehr Raum für neue Gegenstände haben, schafft das mehr Raum für Zukunft in Ihrem Leben.

Gerümpel kann Übergewicht verursachen

Karen Kingston hat über viele Jahre eine kuriose Entdeckung gemacht: Menschen mit viel Gerümpel im Haus haben häufig auch Übergewicht. Möglicherweise dient beides, Körperfett und materielle Schätze, dem Selbstschutz. Übergewicht hat immer zu tun mit emotionaler „Verstopfung": So wie Sie Gefühle nicht loslassen können, hält auch Ihr Körper den Stoffwechsel zurück und schaltet auf „Sammeln".

Abhilfe: Beginnen Sie mit einer Diät für Ihre verstopfte Wohnung. Oft - so hat Karen Kingston erlebt - fällt einem das leichter als die Diät für den Körper. Die folgt dann als nächster Schritt. Eine Kundin sagte es so: „In einer leeren Wohnung konnte ich mich einfach nicht mehr selbst vollstopfen."

Unordnung begünstigt Aufschieberitis

Einen ähnlichen Zusammenhang gibt es zwischen dem Chaos in Ihrer unmittelbaren Umgebung und Ihrer Motivation zum Arbeiten. Gerümpel bindet Energie und verhindert Konzentration.

Abhilfe: Räumen Sie bei besonderer Arbeitsbelastung unbedingt als erstes den Schreibtisch und dessen Umgebung auf. Die dafür aufgewendete Zeit wird durch konzentrierteres, fröhlicheres und schnelleres Arbeiten mehr als wettgemacht. Kingston motiviert ihre Kunden mit dem Satz: „Ihr Schreibtisch ist ein Abbild Ihres Gehirns: Was auf dem Schreibtisch steht, haben Sie im Kopf. Ein aufgeräumter Tisch ist ein geordneter Geist." Nach einer beherzten Aufräumaktion staunen die Menschen über neue Kräfte: Sie erledigen nicht nur ihre Pflichten, sondern bilden sich fort, suchen sich ein neues Berufsfeld, bringen ihre Beziehung in Ordnung, machen einen erholsamen Urlaub.

Gerümpel kostet Geld

Viele passionierte „Alles-Sammler" meinen, damit Geld zu sparen. Karen Kingston hat es mehrfach nachgerechnet: Sammler geben viel Geld aus für Dinge, „die sie vielleicht einmal brauchen könnten". Sie sind anfällig für unnütze Sonderangebote. Alles-Sammler geben Geld aus für Aufbewahrungsmöglichkeiten (Regale, Koffer, Schränke, Kisten, bis hin zu An- und Ausbauten im Haus). Zeit, um die gesammelten Dinge zu nutzen, haben sie aber wenig, weil sie sich um Pflege und Aufbewahrung all der Sachen kümmern müssen. Alles-Sammler bewohnen oft zu große und zu teure Wohnungen.

Im Durchschnitt lassen sich in einem Sammler-Haus 45% der Wohn- und Nutzfläche durch konsequentes Wegschaffen unnötiger Dinge frei räumen. Am meisten Geld kostet Gerümpel aber dadurch: Sammlernaturen bleiben beruflich häufig in schlecht bezahlten Positionen stecken.

Abhilfe: Entrümpeln Sie! Fangen Sie damit am besten noch heute an.


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