Messie

Messie? Nein, danke! Clevere simplify-Tipps für Sammler


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„Was sich nicht alles im Laufe der Zeit ansammelt!“, geht vielen Menschen durch den Kopf, wenn sie ihr Zuhause betrachten. Eine verräterische Formulierung, denn sie schiebt die Verantwortung für das voll gestopfte Heim auf die Dinge selbst. Gewinnen Sie Ihre Souveränität über Ihr Zuhause zurück! Sagen Sie: „Das habe ich gesammelt!“ – und entscheiden Sie, was Sie behalten wollen und was nicht. Mit diesen cleveren simplify-Tipps werden Sie kein Messie.

Eine Frage der Motivation

Zu viele Dinge belegen nicht nur Platz, sondern nehmen ihren Besitzern auch innerlich Freiräume. Und doch langt der Wunsch nach einem aufgeräumten und großzügig wirkenden Zuhause oft nicht zum Loslassen. Messie werden - das muss nicht sein. So schaffen Sie’s:

Kleidungsandenken

Sammelobjekte: nicht mehr getragene Kleidungsstücke. Der Pullover, den Sie beim 1. Date anhatten, die viel benutzte Trekkinghose, das flotte Jackett aus einer schlankeren Phase. Ganz zu schweigen von den alten Kleidungsstücken der Kinder (der süße Strampelanzug, das Einschulungskleid). Loslass-Motivation: Glückliche Erinnerungen rufen diese Stücke nur hervor, wenn Sie sie sehen, aber nicht, wenn sie im hintersten Winkel des Kleiderschranks oder in einer Kellerkiste ein Schattendasein fristen.

simplify-Tipp: Bieten Sie noch gute Kleidungsstücke jemandem an, der in Ihrer Nähe wohnt und den Sie mögen. So können Sie sich jedes Mal freuen, wenn Sie die Nachbarsmädchen mit den Kleidern Ihrer Tochter sehen oder Ihre Freundin in Ihrer zu engen Jacke. Die Kleidungsstücke wirken schon deutlich getragen oder unmodern? Lassen Sie die Stoffe zu einem Erinnerungsquilt (Kissen, Decke) verarbeiten. So finden Sie viele Erinnerungen in einem schönen und zugleich praktischen Stück vereint. Viele Quilterinnen übernehmen Auftragsarbeiten. Jemanden in Ihrer Nähe finden Sie am besten über einen Laden für Quilterinnen, wie es sie in immer größerer Zahl gibt, oder per Google („quilten“ + Ihre Stadt).

Informationen

Sammelobjekte: alte Zeitungen, Zeitschriften, Broschüren etc. Gerade bei sehr interessierten Menschen füllen sich damit Regale, Abstellecken, ja ganze Zimmer. Loslass-Motivation: Es dauert etwa 4 Stunden, um eine 1 cm dicke Zeitschrift durchzulesen.Wenn Sie einen 50-cm-Stapel bedruckten Papiers entsorgen, gewinnen Sie damit 1 Monat Zeit.

simplify-Tipp: Spendieren Sie das Papier Ihrer Papiermülltonne. Achtung: Wenn Sie die einzelnen Zeitschriften vorher noch einmal in die Hand nehmen, laufen Sie Gefahr, hängen zu bleiben. Bewahren Sie daher ab sofort alles Gedruckte, das Sie lesen müssen, separat auf. Den übrigen Lektürestapel können Sie bei Bedarf ungelesen entsorgen.

Geerbtes

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Sammelobjekte: was Sie bei einer Wohnungsauflösung aus Pietät zu sich genommen haben, obwohl Sie es unpraktisch oder hässlich finden. Loslass- Motivation: Je stärker solche Erbstücke Ihr Wohlgefühl beeinträchtigen (z. B. der dunkle Schrank, der Ihr Schlafzimmer erdrückt), desto negativer werden Ihre Erinnerungen an die Verstorbenen.

simplify-Tipp: Heben Sie von den reinen Pietätsstücken nur eines auf, und geben Sie den Rest weg, so laufen Sie nicht Gefahr ein Messie zu werden. Wählen Sie etwas, das Sie mit der/dem Verstorbenen verbindet, etwa die Kuchenplatte, die immer für Sie gefüllt war, wenn Sie sonntags zu Besuch kamen.

Nützliches

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Sammelobjekte: Schreibutensilien, Briefumschläge, Versandtaschen & Co. „kann man immer brauchen“ – und auch überall im Haus. Diese Gebrauchsgegenstände ähneln Eichhörnchenvorräten: Sie sind oft über mehrere Zimmer verteilt und im Ernstfall unauffindbar. Loslass-Motivation: Verschaffen Sie sich einen Überblick über die tatsächliche Menge Ihrer „Vorräte“, und kalkulieren Sie, wie lange Sie damit durchhalten, wenn kein Nachschub mehr kommt. So laufen Sie weniger Gefahr, zu den Briefumschlägen im Sonderangebot zu greifen oder die beschädigte Versandtasche „für alle Fälle“ aufzuheben.

simplify-Tipp: Bringen Sie derartige Materialien gesammelt in einem Zentrallager unter (z. B. in einem Kellerregal oder unten im Wohnzimmerschrank). So behalten Sie den Überblick und begrenzen den Raum, den diese Gegenstände einnehmen dürfen. Sie bekommen viel mehr Verpackungsmaterial ins Haus, als Sie selbst verwenden können? Bringen Sie wattierte Umschläge etc. zu einem Flohmarkt – die meisten Amateurverkäufer sind froh über zusätzliches Verpackungsmaterial. Oder lassen Sie sich durch Ihre Umschlagsammlung motivieren, alte Bücher über amazon.de anzubieten und dann zu versenden.

Kindergeschenke

Sammelobjekte: Gemälde, die Ihr Nachwuchs Ihnen in großer Zahl schenkt. Auch wenn Sie nicht an jedem einzelnen Bild hängen – Geschenke wirft man doch nicht weg, oder? Loslass- Motivation: Schließen Sie die Augen, und stellen Sie sich den Papierberg vor, der entstehen würde, wenn Sie in den nächsten Jahren alles aufheben würden. Schrecklich!

simplify-Tipp: Schaffen Sie für jedes Kind einen Wechselrahmen an, und suchen Sie gemeinsam jeden Monat ein Bild dafür aus. So zeigen Sie Ihren Kindern Wertschätzung für die Bilder – und lassen sie selbst bestimmen, welches das schönste ist. Am Ende des Monats kommt das Bild, mit Namen und Datum versehen, in eine Sammelmappe. Sie dürfen die anderen Kunstwerke trotzdem nicht wegwerfen? Besser, als es nach ein paar Wochen heimlich zu tun: Legen Sie die Bilder in eine Sammelbox, und sehen Sie sie gemeinsam am Jahresende wieder durch. Weil Ihre Kinder nun schon wieder besser malen können, wird ihnen der Abschied von alten Kunstwerken leichter fallen und Sie vermeiden es wie ein Messie einen Papierberg anzuhäufen.

Heimwerker- und Handarbeitsprojekte

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Sammelobjekte: das angefangene Strickzeug, der Lampenschirm mit einem Riss drin, das Album mit Kinderfotos, das Sie Ihren Eltern letzte Weihnachten schenken wollten, der Toaster, dessen Mechanik klemmt ... Loslass-Motivation: Nichts belastet so sehr wie Arbeit, die Sie ewig vor sich herschieben. Befreien Sie sich davon – und damit von Ihrem schlechten Gewissen!

simplify-Tipp: Geben Sie Ihren Objekten noch eine letzte Chance. Bringen Sie sie gesammelt in einer Kiste unter. Wenn Sie Zeit und Lust zu basteln haben, finden Sie dort eine reiche Auswahl. Kleben Sie an jede Sache ein Haftetikett mit einem realistischen „Erledigungsdatum“ – das ist der Zeitpunkt, zu dem Sie spätestens damit fertig sein möchten. Sie haben’s bis dahin nicht geschafft? Nun müssen Sie handeln: wegwerfen, auf dem Flohmarkt verkaufen, verschenken, Material anderweitig verwenden (z. B. Strickzeug auftrennen und Wolle den Kindern zum Basteln schenken) ... Oder Sie suchen jemanden, der die Arbeit für Sie übernimmt – in der Nachbarschaft, unter Freunden oder über einen Tauschring, wie es ihn an vielen Orten gibt.

Besonders belastend: unerledigte Arbeiten für andere. Beispiel: Sie haben Ihrer Nachbarin angeboten, einen Vorhang für sie zu nähen. Entschuldigen Sie sich dafür, dass Sie nicht dazu gekommen sind, und geben Sie das Material oder die Sache zurück. Vermutlich wird der/die andere Ihnen dankbar für die klare Auskunft sein! 

 

Für besonders harte Fälle haben wir noch weitere Tipps zusammengestellt, die Ihnen dabei helfen den Raum in Ihrer Wohnung wieder zurück zu gewinnen. Probieren Sie's aus: Unsere harten Tipps für harte Fälle!


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