Messie

Sofort-Hilfe gegen das Messie-Syndrom


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Die goldenen Regeln des Ex-Messies Thomas Ritter

Sind Sie in Ihrer Wohnung chronisch von Chaos umgeben (englisch: mess) und haben schon die Hoffnung aufgegeben, dass Ihre persönliche Umgebung jemals wieder ganz in Ordnung kommen könnte? Wir möchten Ihnen diese Hoffnung zurückgeben. Ein Neuanfang ist möglich! Immer! Für jeden! Lassen Sie sich anstecken von Thomas Ritters Elan, den wir mit ein paar simplify-Übungen konkretisiert haben.

Entscheiden Sie sich

Stellen Sie sich hin, und sagen Sie laut: „Ja, ich will ein Messie bleiben!“ Finden Sie den Zustand Ihrer Wohnung schön. Wenn das gelingt, haben Sie keinen Hilfe-Bedarf. Haben Sie aber Zweifel, dann holen Sie tief Luft, und probieren Sie einen anderen Satz: „Ich will frei und als Nicht-Messie leben!“ Danach lesen Sie weiter, und zwar:

Lesen Sie diese Seite ganz durch

Sagen Sie nicht (wie schon so oft): „Dieser Artikel wird mir auch nicht weiterhelfen.“ Nehmen Sie hin, was Sie lesen. Zu Ihrer Persönlichkeit gehört Widerspruchsgeist. Das ist gar nicht so schlecht. Aber lassen Sie nicht zu, dass dieser Geist Sie blockiert.

simplify-Tipp: Akzeptieren Sie jetzt schon, dass die vor Ihnen liegende Aufgabe einfach ist. Jeder, der Ihnen sagt, es sei schwer, ist gegen Sie.

Vergessen Sie die schlimme Frage

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Warum bin ich ein Messie? Ist das eine Fehlfunktion bestimmter Hirnregionen? Habe ich ein schweres Kindheitstrauma?

simplify-Tipp: Werfen Sie diese Fragen über Bord. Niemand ist durch ihre Beantwortung weitergekommen. Warum Sie Messie sind, ist egal. Sie wollen keiner mehr sein. Das ist das Einzige, was zählt.

Pfeifen Sie auf die anderen Probleme

„Ja, wenn das Chaos in der Wohnung nur mein einziges Problem wäre!“ Sie haben ein schlimmes Verhältnis zu Ihren Eltern. Chronische Geldsorgen. Sie fühlen sich wertlos. Sind oft krank.

simplify-Tipp: Alle diese Probleme müssen auch gelöst werden. Aber die hindern Sie nicht daran, Ihr Messie-Dasein zu beenden. Jetzt geht es nur ums Aufräumen. Und das Tolle daran: Haben Sie das geschafft, hilft es Ihnen sogar bei Ihren anderen Problemen weiter.

Benutzen Sie Ihre Sachen

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„Ich brauche das doch aber alles.“ Haben Sie alte Zeitschriften, aus denen Sie noch etwas ausschneiden wollten? Dann tun Sie es und freuen sich darüber. Hängen im Kleiderschrank alte Sachen, die Sie endlich mal wieder anziehen wollten? Dann ziehen Sie sie jetzt an und freuen sich.

simplify-Tipp: Erleben Sie das wunderbare Gefühl, dass niemand Sie zum Wegwerfen zwingt.

Pfeifen Sie aufs Scheitern

„Das ist so viel, das schaffe ich doch nie!“ Scheitern bedeutet, etwas tun zu müssen, was Sie lieber nicht tun möchten. Bei etwas Vergnüglichem dagegen kann man nicht scheitern. So ist das jetzt mit dem Aufräumen.

simplify-Tipp: Schalten Sie um von Müssen auf Wollen. Etwas, was Sie wollen, halten Sie auch durch. Oder haben Sie schon einmal gefürchtet, Ihr Lieblingsessen nicht aufessen zu können?

Seien Sie ehrlich zu sich

Messies sehen sich selbst gern als „kreative Chaoten“, bei denen das Chaos die unvermeidliche negative Seite der Kreativität ist. Sprechen Sie 5-mal hintereinander den Satz: „Ohne Chaos verliere ich meine Kreativität!“ Bereits beim 3. Mal werden Sie merken, wie unsinnig er ist. Messies haben viele gute Ideen, aber so gut wie nie mitten in ihrer Wohnung, sondern bei allen möglichen anderen Gelegenheiten.

simplify-Tipp: Trennen Sie die unsinnige Verbindung von Unordnung und Geistesblitz. Ihr Leben wird in einer „leeren“ Wohnung nicht leer. Sie verlieren auch nicht Ihre Individualität. Im Gegenteil.

Gratulieren Sie sich

„Ich werde es schaffen!“ Auch dieser Satz ist eine Falle. Denn er geht davon aus, dass Sie eigentlich ein Messie sind und dagegen ankämpfen müssen. Sie haben aber doch oben im 1. Absatz bereits beschlossen, keiner mehr zu sein, und es damit bereits geschafft.

simplify-Tipp: Sagen Sie stattdessen fröhlich: „Ja, ich will beim Thema Ordnung ein ganz normaler Mensch bleiben!“

Tun Sie’s selbst!

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Holen Sie sich keinen professionellen Ordnungsdienst oder Freund ins Haus, der in Ihrer Abwesenheit aufräumt und wegwirft. Denn abgesehen davon, dass es fast unmöglich ist, eine fremde Ordnung aufrechtzuerhalten: Nicht genau zu wissen, was weggeworfen wurde, ist extrem belastend. Bleiben Sie der Herr Ihrer Dinge!

simplify-Tipp: Entscheiden Sie selbst, aber lassen Sie sich praktisch helfen. Etwa von einem Aufräumberater, der Ihnen sagt, welche Unterlagen Sie tatsächlich noch aufbewahren müssen, oder einem Freund, der für Sie Sachen zum Wertstoffhof fährt oder bei Ebay einstellt.

Und jetzt?

Wo bleiben die Aufräum-Tipps? Die praktischen Anleitungen? Die Kniffe der Profis? Hand aufs Herz: Die kennen Sie zur Genüge, besser als viele andere. Die Technik ist nicht mehr das Problem. Sie wissen, wie Sie es anstellen, damit jedes Ding seinen Platz hat. Sie wissen auch, dass es bei Ihnen niemals steril aussehen wird. Und dass Sie nun endlich anfangen dürfen.

Thomas Ritter, Endlich aufgeräumt. Rowohlt Taschenbuch Verlag, Reinbek 2004, gebraucht erhältlich. ISBN-13: 978-3-499-61591-7. Oder: Die Kunst des Aufräumens. Rowohlt Taschenbuch Verlag, Reinbek 2009, 8,99 €. ISBN-13: 978-3499-62513-8.

Autorin: Dr. Ruth Drost-Hüttl


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