Putzen

Aufräumtipps: Das Staubsauger-Zen


Verwandeln Sie tägliche Routinearbeiten in Momente der Ruhe

Der Tag war für Anne überfüllt wie immer: Kinder zur Schule fahren, die Arbeit im Krankenhaus begann mit einem Notfall, abends einen Vortrag in der Volkshochschule halten ... aber jetzt saugte sie in aller Ruhe das Wohnzimmer. Wie das? Anne hatte die Seelenkraft alltäglicher Arbeiten entdeckt. „Arbeit mit den Händen befreit den Geist“ schreibt die Psychologin Kathleen Kendall-Tackett. Hier Ihre Aufräumtipps:

1. Betrachten Sie Ihre Gedanken

Wenn über Ihrer Putztätigkeit ein großes Transparent mit einer Parole hinge, was stünde da drauf? „Meine persönliche gescheiterte Emanzipation“, „Niemand hilft mir“ oder „So tief bin ich als Pantoffelheld gesunken“? Entwerfen Sie neue, Mut machende Überschriften: „Das ist die Arbeit, die mich erdet“ oder „Stunden der Einfachheit“. Die Arbeiten im Haushalt müssen getan werden, ob Sie darüber böse sind oder nicht. Warum sie dann nicht mit guten Empfindungen tun?

2. Lernen Sie von den Benediktinern

Mönche und Nonnen müssen ihre Klöster in der Regel selber putzen und aufräumen – weil die einfachen Arbeiten eine besondere spirituelle Dimension haben. Das ist bei den Buddhisten ebenso wie in christlichen Orden. Besonders weit entwickelt wurde diese Kultur durch den Heiligen Benedikt. Er schreibt in seiner Regel: „Betrachte alle Geräte und allen Besitz des Klosters als heiliges Altargerät.“ Eine Aufspaltung in Weltliches und Heiliges ist ihm fremd.

3. Entdecken Sie den liebevollen Aspekt

„Arbeit ist sichtbar gemachte Liebe“ sagt der libanesische Dichter Kahlil Gibran. Die Liebe besteht nicht darin, etwas Außergewöhnliches zu tun, sondern die gewöhnlichen Dinge des Lebens einfühlsam und sachgemäß erledigen zu können. Manchmal auch dadurch, dass Sie etwas ganz Einfaches mit außergewöhnlicher Meisterschaft machen. „Gepackt sein vom Werk der eigenen Hände“ nennt das die britische Theologin Esther de Waal.

4. Fangen Sie einfach an

Beginnen Sie mit einer Haushaltsarbeit, die Sie gerne tun. Bei Ihrer Lieblingstätigkeit fällt Ihnen das Meditieren am leichtesten. Wenn es dort klappt, werden Sie es bald auch bei den unbeliebteren Pflichten schaffen.

5. Schaffen Sie sich Raum

Sorgen Sie dafür, dass Sie während Ihrer Arbeit ungestört sind. Teilen Sie den anderen Familienmitgliedern mit, dass Sie die nächste Stunde aufräumen und alleine bleiben wollen. Gestalten Sie Ihren Arbeitsraum schön, mit einer Pflanze, einer Kerze oder was Ihnen sonst gut tut.

6. Umgeben Sie sich mit Klang

Ihrem Wunsch sich zu entstressen, sind Fernsehtöne aus dem Nebenzimmer oder heftiger Straßenverkehr abträglich. Übertönen Sie solche Störungen mit einer gleichmäßigen Geräuschkulisse. Das Brummeln der Waschmaschine oder Gebläse des Staubsaugers, so fand Kathleen Kendall-Tackett in ihren Studien heraus, hilft Ihrem Geist, sich zu entspannen. Auch ruhige Musik, die sich nicht in Ihr Bewusstsein drängelt, ist gut geeignet.

7. Verwenden Sie gutes Werkzeug

Ist Ihr Staubsauger extralaut, schwergängig und saugt er nicht gut, dann ist er Gift für Ihren Entspannungswunsch. Leisten Sie sich neue, einwandfrei arbeitende Geräte.                                                     Erst wenn die Bügeleisensohle wirklich sanft über die Wäsche gleitet, können Sie auch sanft zu sich selbst sein.

8. Nutzen Sie Ihre Atemkraft

Beginnen Sie mit 3, 4 tiefen und bewussten Atemzügen. Nichts konzentriert Sie mehr auf Ihre innere Mitte als die durch Ihre Lungen strömende Luft. Wenn während der Arbeit Ärger oder andere ungute Gefühle aufsteigen, wiederholen Sie die Atemübung. Der psychologische Effekt ist dramatisch.

9. Entdecken Sie das Gleichnis

Wenn Sie den Teppich saugen oder den Fliesenboden wischen, entfernen Sie Schmutz. Mit jedem äußeren Reinigungs- oder Ordnungsvorgang ist auch ein innerer verbunden, so wie die Räume Ihrer Wohnung Symbole sind für Abteilungen Ihrer Seele.

10. Bleiben Sie achtsam

Verjagen Sie Gedanken, die Sie von Ihrer Arbeit wegziehen („Was könnte ich jetzt nicht viel Sinnvolleres und Schöneres tun!“). Damit wäre Ihr Körper an einem anderen Ort als Ihre Seele, und das verursacht immer mentale, oft auch körperliche Schmerzen. Wenn es Ihnen gelingt, sich allein auf die momentane Arbeit zu konzentrieren, werden Sie ruhig und froh.

11. Kehren Sie dankbar zurück

Sind Sie mit der Arbeit fertig und wollen in die normale Welt zurückkehren, verharren Sie noch einen Augenblick und reflektieren Sie über die Dankbarkeit. Sehen Sie wohlwollend auf das, was Sie geschafft haben und auf die Ruhe in sich selbst. Kathleen Kendall-Tackett hat noch einen reizvollen Zusatzeffekt dieser Übungen entdeckt: Seit sie ihre Hausarbeit nicht mehr als Strafe oder Qual empfindet, bieten die anderen Familienmitglieder ihr viel häufiger ihre Mithilfe an.


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