Weitere Tipps zu Sachen

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Warum Sie die vielen kleinen Dinge überhaupt nicht organisieren sollen

 "Den ganzen Tag räume ich nur auf - wo bleibt da mein eigenes Leben?" Ein Stoßseufzer, der in vielen Haushalten und oft an Arbeitsplätzen zu hören ist. Die ständig wachsende Zahl von Dingen, die verwaltet, aufgeräumt und organisiert sein wollen, macht den Menschen zu schaffen.

Was ist Krempel?

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Die Lebensberaterin Barbara Sher rät zu einer genauen Analyse des Begriffs: Nicht nur die herumliegenden Sachen, die ein Zimmer so unordentlich aussehen lassen, sind Krempel. Auch Menschen mit blitzsauber aufgeräumten Räumen haben jede Menge Krimskrams - bei ihnen ist er lediglich besser versteckt. Krempel lässt sich am besten psychologisch beschreiben: Alles, was an Ihnen nagt, was Sie in den seufzenden Oje-ich-sollte-eigentlich-Zustand versetzt, das ist Krempel. Es stellt sich Ihrem Traum vom einfachen, glücklichen Leben in den Weg.

Barbara Sher hat daraus eine bemerkenswerte Philosophie gemacht: Besiegen Sie Krempel und Gerümpel nicht durch Aufräumen, sondern durch eine veränderte Einstellung dazu. Das geschieht in 3 Schritten:

1. Sehen Sie ein, dass Sie Gerümpel brauchen

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Die vielen Sachen um Sie herum sind keine Naturkatastrophe, sondern sie erfüllen alle irgendwelche geheimen Bedürfnisse. Eine Frau wirft einen irgendwo ausgebauten Elektromotor ohne Bedenken fort, ein Mann würde zögern. Umgekehrt ist es wahrscheinlich bei einer handgetöpferten Kanne. Jedes Stück, ob de facto brauchbar oder nicht, ist mit einer Person verbunden und hat eine emotionale Bedeutung: Wer Sachen besitzt, fühlt sich reich, sicher und bedeutend. Wer viele Dinge um sich hat, hat das Gefühl, viele Möglichkeiten zu haben. Kein Mensch mit vollen Bücherregalen hat all die Bücher gelesen - aber er liebt die Vorstellung, es vielleicht einmal zu tun und er schätzt den Nimbus des Gebildetseins, den sie vermitteln.

Sehen Sie der Wirklichkeit ins Auge: Alle Versprechungen, die Ihnen die vielen Dinge um Sie herum machen, sind hohl. Gerümpel tut das Gegenteil von dem, was es verspricht. Es frisst die Zeit auf, in der Sie sich eigentlich Ihre Träume erfüllen könnten.

2. Organisieren Sie Ihr Gerümpel nicht

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Nun könnten Sie alles wegwerfen, oder? Falsch! 1. würden Sie es nicht übers Herz bringen (noch nicht), 2. wäre das Gerümpel nach kürzester Zeit wieder da. Nicht weil es auf magische Weise aus dem Nichts erscheint, sondern weil Sie es immer noch haben wollen. Fangen Sie - so der vielfach erprobte Tipp von Barbara Sher - am anderen Ende an.

3. Richten Sie eine Traumecke ein

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Alles hat in Ihrer Wohnung einen Platz: Essen, Kochen, Schlafen, Fernsehen. Nur Ihre eigene Zukunft nicht. Alles ist sehr gegenwärtig. Reservieren Sie sich einen gerümpelfreien Platz für Ihre Träume. Raum für Ihren inneren Raum. Manche nennen das Meditationsort, Kapelle oder einfach „meine Ecke". Räumen Sie eine Wand frei, möglichst eine mit Fenster. Schaffen Sie ein paar Quadratmeter Luft. Stellen Sie dort etwas auf, was den Raum freihält: einen niedrigen Tisch, einen Teppich.

Ihre Traumecke ist nun ein Ort für 1. pure Phantasie (ohne Datum, ohne Zwang zur Verwirklichung, ohne „Eines Tages sollte ich …") und 2. zukünftige Dinge - von der Planung Ihres nächsten Urlaubs bis zu Ihrem Lebenstraum.

Sie brauchen die falschen Versprechungen der vielen Dinge nicht mehr. Im Vergleich zu den Phantasien Ihrer Traumecke wirkt das Gerümpel im übrigen Teil der Wohnung langweilig.

Wie Sie Gerümpel loswerden, ohne es zu organisieren

Vergessen Sie Ablagesysteme und perfekte Schubladenschränke - würde Ihnen so etwas liegen, würden Sie es längst benutzen. Wählen Sie stattdessen Shers Minimallösungen:

Die „Knast- oder-Ruin"-Kiste

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Damit wirklich wichtige Papiere (wie etwa Rechnungen oder amtliche Schreiben, deren Ignorieren Sie auf Dauer ins Gefängnis oder in das finanzielle Aus treiben würde) nicht verloren gehen, hat Barbara Sher im Eingangsbereich Ihrer Wohnung eine Kiste, in die nur diese allerwichtigsten Dinge kommen. Dort sind sie im Ernstfall schnell zu finden.

Fotos niemals sortieren

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Barbara Sher hebt sämtliche Fotos in einem großen Koffer auf, vollkommen durcheinander. Der Koffer steht unter dem Couchtisch, für jeden zugänglich. Der Spaß, sich beim Teestündchen oder während der Fernsehwerbung ein paar Bilder aus irgendeiner Epoche Ihres Lebens völlig zufällig anzugucken, ist viel größer als der beim braven Durchblättern eines wohlgeordneten Fotoalbums.

10 Dinge wegwerfen

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Barbara Sher würde niemals einen wunderschönen Tag ihres Lebens mit einer Großreinemach-Aktion vergeuden. Stattdessen nutzt sie immer wieder kleine Momente, um etwa 10 Dinge wegzuwerfen: während des Zähneputzens die Schublade mit den Arzneien durchstöbern; beim Öffnen eines Küchenschranks nicht nur den gesuchten Mehltopf herausnehmen, sondern 10 obsolete Schachteln mit Nahrungsmitteln entsorgen.

Autor: Tiki Küstenmacher


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