Gute Vorsätze

Gutes tun – aber wie?


simplify-Hilfen für Spenden- und Hilfswillige

Weltweit, so scheint es, wird die Not der Menschen immer größer. Die UNO schätzt, dass sich momentan rund 65 Millionen Menschen auf der Flucht befinden – das ist jeder 113. Erdenbürger. Grund genug für viele, sich zu fragen, wie angesichts dieser Massen geholfen werden kann. Möglich ist es, auch ohne eigenen Einsatz von Geld.

Helfen mit Geld

Der wohl klassischste Weg, um Gutes zu tun, ist der, sein Portemonnaie zu öffnen und zu spenden. Und er wird auch von den meisten verfolgt: 2015 kamen so bis zu sieben Milliarden Euro zusammen. Aber an wen und wer garantiert, dass die Hilfe auch ankommt? Zunächst ein guter Grundsatz: Einfach auf der Straße Bargeld spenden, sollten Sie nicht unbedingt. Oft genug handelt es sich bei den vermeintlich Spendensammelnden nämlich nicht um Vertreter von seriösen Hilfsorganisationen oder gar um Mitglieder organisierter „Bettel-Banden“, die Sie nur um Ihr Bares bringen wollen.

Einige Anzeichen für unseriöse Spendenaufrufe finden Sie hier.

  • Besonders auf Mitleid getrimmte Stände mit traurigen Kinderbildern u. Ä.
  • Vertreter, die besonders auf die Tränendrüse drücken.
  • Mitarbeiter, die zu einer Fördermitgliedschaft drängen oder für etwas anderes Unterschriften wollen und dafür Druck ausüben.
  • Keine genauen Auskünfte hinsichtlich der Verwendung von Geldern.
  • Bitten um sofortige Spenden, weil ohne diese keine Hilfe starten könnte – seriöse Organisationen haben Rücklagen um ungeachtet von Spenden Ersthilfe leisten zu können.
  • Kein Spendensiegel.

Das bedeutet jedoch keinesfalls, dass jede Organisation, die auf der Straße um Spenden bittet, unseriös wäre. Der Trick ist eben nur, sein Bargeld bei sich zu behalten. Die meisten Vertreter dieser Einrichtungen haben auch Broschüren oder Visitenkarten bei sich. Bitten Sie sie um eine davon.

Anschließend gehen Sie ins Internet und zwar zunächst auf die Seite des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen (DZI). Dieses listet eine riesige Bandbreite an Organisationen, die in der DZI-Datenbank abgefragt werden können. Der Vorteil dieser Datenbank ist der, dass sie nicht nur durch Bewertungen die Kontrolle von Spendenaufrufen auf der Straße möglich macht, sondern durch die unterschiedlichen Themenfelder auch eine umfangreiche Suchfunktion für alle die bietet, die für klar definierte Zwecke oder in einem bestimmten Land spenden möchten.

Erst wenn nach diesem Check die Organisation, die Sie eben auf der Straße noch um Spenden bat, als seriös eingestuft wurde, können Sie spenden. Dann aber am besten in Form einer Überweisung.

Besser wenige Organisationen

Generell sollten Sie darauf achten, nicht an zu viele Organisationen zu spenden: Bei jeder davon werden Sie als spendendes Mitglied registriert und erhalten danach immer wieder Werbung und erneute Aufrufe. Das ist nicht nur mit der Zeit nervig, weil Ihr Briefkasten überquillt, sondern erhöht auch für alle Organisationen den Verwaltungsaufwand. Und das wiederum reduziert die Summen, die für tatsächliche Hilfe zur Verfügung stehen.

Not der kleinen Hilfswerke

In der ersten Welt steigt die Spendenbereitschaften an genau zwei Punkten signifikant an: Generell jedes Jahr um die Weihnachtszeit sowie nach besonders großen Katastrophen und Unglücken. Zwar ist Spenden immer eine gute Sache, aber dieses Verhalten führt gerade bei kleinen Organisationen dazu, dass diese nur einmal pro Jahr wirklich große Einnahmen haben. Wer also hier helfen will, gibt dann, wenn kein anderer spendenwillig ist, also mitten im Sommer.

An die Steuer gedacht?

Auch wenn viele das im Moment der Spende nicht auf dem Radar haben, aber alle Geld- und Sachspenden sind von der Steuer absetzbar. Bei Beträgen bis 200 Euro reicht ein Bankbeleg, etwa die Quittung der Überweisung oder ein Kontoauszug. Liegt die Spendensumme jedoch darüber, müssen Sie sich vom Hilfswerk eine Spendenbescheinigung ausstellen lassen. Alle Unterlagen werden anschließend bei der Steuererklärung eingereicht.

Sachspenden

Zwar wird von Fachleuten immer wieder betont, dass Geldspenden die beste Form sind, weil sie den Organisationen ermöglichen, flexibel zu agieren. Aber dennoch kann es natürlich auch sein, dass Sie schlicht nicht das Geld übrig haben. Andere wollen vielleicht auch keine monetären Spenden leisten und wieder andere haben überzählige aber durchaus brauchbare Dinge daheim, die in Krisengebieten in aller Welt die Not lindern könnten. Und das ist durchaus vieles:

  • Kleidung jeglicher Art, darunter wärmende und/oder wasserfeste Oberbekleidung sowie Babyklamotten aber auch warme Decken.
  • Spielzeug von abwaschbaren Plüschtieren bis hin zu Puppen, Lego und Brettspielen.
  • Schulutensilien zwischen Schulranzen, Stiften, Linealen und Mäppchen.
  • Sportgeräte aller Art von Bällen (und den dazugehörigen Luftpumpen) bis hin zu Federballschlägern.
  • Mal- und Bastelutensilien: Kleber, Scheren, farbiges Papier usw.
  • Campingequipment von Zelten und Isomatten über Schlafsäcke, Taschenlampen bis hin zu Kissen und Campingkochern samt Gaskartuschen.
  • Babysachen: Bettchen, Möbel aber auch Windeln, Badewannen und andere Hygieneartikel sowie Babynahrung.
  • Taschen, Rucksäcke und Regenschirme sowie wasserdichte Planen und Seile.
  • Elektrogeräte, darunter besonders Radios und Handys – natürlich mit Kabeln und funktionsfähig.
  • Werkzeug von Hammer und Nägel bis hinauf zu schwerem Gerät wie Bohrhämmer.
  • Dinge für die Körperhygiene: Seifen, Shampoos aber auch Schwämme, Toilettenpapier und Tampons.

Generell gilt dabei: Ob direkt im Katastrophengebiet oder in einer Flüchtlingsunterkunft. Es gibt praktisch nichts, was in gebrauchsfähigem Zustand keine Abnehmer finden würde. Dennoch sollten Sie sich nicht einfach mit einem Kofferraum voll überzähliger Kleider zum nächsten Hilfswerk oder Lager aufmachen. Besser ist es, vorher kurz anzufragen und das Vorhandene mit dem Benötigten abzugleichen. Denn dann kann die Sachspende wirklich zielgerichtet eingesetzt werden. Oder andersherum: Was würde ein Lager voller Frauen mit den zu eng gewordenen Hosen von Opa anfangen?

Neben den genannten Spenden ist Nahrung natürlich auch immer wieder ein großes Problem. Wer hier spenden will, kann auch das tun. Dann aber sollten Sie darauf achten, dass nur das gespendet wird, was lange haltbar ist, weil die Hilfsorganisationen immer erst viele Spenden zentral sammeln um sie dann ins Krisengebiet zu versenden. Damit bleiben praktisch nur Konservendosen und spezielle Camping-Nahrung übrig. Übrigens gilt das auch für Nahrungsspenden an Tierheime: Viele Zoo- und ähnliche Fachgeschäfte haben an ihren Ausgängen Spendenboxen postiert. Sie können also im Laden frische Tiernahrung erwerben und sie gleich dort hinein werfen.

Durch Arbeit helfen

Die dritte Möglichkeit, Gutes zu tun, ist natürlich die, seine eigene Kraft zur Verfügung zu stellen. Es fängt schon klein an: Alle Organisationen suchen gerade in den spendenfreudigen Stoßzeiten um Weihnachten händeringend nach Freiwilligen aber auch festen Mitarbeitern. Diese werden nicht nur eingesetzt, um auf der Straße um Spenden zu bitten, sondern auch, um zu koordinieren, Sachspenden zu überprüfen und, und und.

Daneben können Sie auch auf andere Weise persönlich helfen: Gerade angesichts der momentanen Flüchtlingslage werden dringend Übersetzer benötigt. Aber auch Menschen, die bei Behördengängen helfen und auch Personen, die einfach mal die Kinder betreuen können oder bei der Essensausgabe helfen.

Vor allem in diesem Gebiet haben sich im vergangenen Jahr unzählige private Gruppierungen gebildet, die helfen wollen. Ihr Vorteil: Sie sind regional und äußerst flexibel, weil es bei ihnen kein starres Organisations-Korsett gibt. Der Nachteil: Sie sind kaum zu überprüfen und häufig nirgendwo registriert, weil es einfach nur ad-hoc-Gruppen sind. Das macht es etwas kniffelig, überhaupt einen Ansprechpartner zu finden. Allerdings: Die größte deutsche Flüchtlingsorganisation Proasyl hat hier eine Karte mit den wichtigsten ehrenamtlichen Helfer-Trupps zusammengestellt.

Fazit

Es gibt drei Arten, Gutes zu tun: Durch Geld, Gegenstände oder Eigenleistung. Keine davon ist besser oder schlechter. Wichtig ist nur, dass Sie nicht in blinde Hilfswut verfallen. Denn dann könnte auch die bestgemeinte Hilfsleistung ungenutzt verpuffen. Das gilt in besonderem Maße für Hilfs- und Sachspenden. Wer sich dennoch nicht sicher ist, sollte sich folgendes Kästner-Zitat zu Herzen nehmen: „Es gibt nichts Gutes, außer man tut es“.


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