Persönlichkeitsentwicklung

Persönlichkeitsentwicklung: Angstmacher ade!


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Durchschauen Sie Panikmechanismen

Viele der Risiken des Lebens, vor denen in der Vergangenheit gewarnt wurde, stellen sich statistisch als weit weniger gefährlich dar: Das Frühstücksei ist vom Vorwurf freigesprochen, eine gesundheitsschädliche Cholesterinbombe zu sein. Kaffee erweist sich in umfassenden Studien als unschädlich. Auch aufgewärmte Pilze stellen keinerlei Gesundheitsrisiko dar. Fazit: Für ein glücklicheres und einfacheres Leben ist es gut, sich nicht zu schnell in Panik versetzen zu lassen. Dazu sollten Sie 3 Grundsätze kennen:

1. Das Lenkrad-Phänomen

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Menschen neigen dazu, von ihnen selbst beeinflussbare Risiken zu unterschätzen. Bestes Beispiel: Das gefährlichste Verkehrsmittel, das Auto, wird vom Risikoträger selbst gesteuert. Wenn ein deutscher Autofahrer sein Gefährt besteigt, traut er sich wie selbstverständlich zu, nicht zu den 20 Verkehrstoten dieses Tages zu gehören. Man stelle sich vor, ähnliche Todeszahlen gäbe es im Bahnverkehr - kein Mensch würde mehr einen Zug besteigen!

Ähnlich funktioniert es beim Rauchen: Wer sich eine Zigarette anzündet, hat im übertragenen Sinne das Lenkrad in der Hand, denn das Nikotinstäbchen wurde ihm ja nicht aufgezwungen. Der Zusammenhang von Lungenkrebs und Rauchen ist zwar evident, aber beim Lenkrad-Phänomen dreht sich die Beweislast um: Solange es 96-jährige Raucher gibt, bleibt ein Hoffnungsschimmer, heil davonzukommen.

Anti-Panik-Technik: Machen Sie sich in der Persönlichkeitsentwicklung Ihren eigenen Anteil an Ihrem Überleben klar. Seien Sie dankbar, dass Sie vorsichtig sind in Haushalt, Freizeit und Straßenverkehr.

2. Die Passiv-Panik

Umgekehrt werden nicht beeinflussbare Risiken überschätzt und in den Medien entsprechend überproportional hervorgehoben. Je passiver wir der Gefahr gegenüberstehen, umso größer kommt sie uns vor. Musterbeispiel Luftverkehr: Beim Fliegen begibt sich der Passagier in die Obhut anderer. Die Tätigkeit der Piloten, Flugzeugtechniker, Fluglotsen und vieler anderer ist außerhalb seines Einflussbereichs. Die Folge: So gut wie jeder Flugzeugabsturz wird in den Nachrichten gemeldet. Über tödliche Unglücke im Straßenverkehr wird nur in Ausnahmefällen berichtet (vorzugsweise Unfälle von Reisebussen, bei denen die Opfer passive Passagiere waren).

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Anti-Panik-Technik: Auch wenn es Ihnen makaber vorkommen mag - wägen Sie Sterbezahlen gegeneinander ab. In Deutschland sterben pro Jahr rund 800.000 Menschen, davon etwa 30.000 durch Alkohol, 12.000 durch Selbstmord, 7.000 durch Stürze. Todesfälle durch Asbest, Strahlenschäden, Gentechnik und vieles andere, was den Fernsehzuschauer beunruhigt, spielt so gut wie keine Rolle.

3. Das Konnex-Prinzip

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Die Berichterstattung der Massenmedien kann wie mit einem Vergrößerungsglas ein Einzelphänomen in den Mittelpunkt rücken: Ritualmord in England, Bungee-Unfall in Australien. Solange die Umstände des Geschehens individuell geschildert werden, rückt uns solch eine Begebenheit nicht auf den Leib. Wird aber ein Massenphänomen mit dem Einzelereignis verknüpft, kann daraus eine Panik werden.

Eine der bizarrsten Verknüpfungen passierte im Fall BSE und führte zu beispiellosen Auswirkungen. Das extrem seltene Einzelphänomen waren 10 an der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit (CJK) erkrankte Menschen in England. Das zugehörige Massenphänomen: Alle Erkrankten hatten Rindfleisch gegessen. Das 2. Massenphänomen dieser Art war die Rinderkrankheit Bovine Spongiforme Enzephalopathie (BSE), die zu dieser Zeit in England grassierte. Ein schlüssiger Zusammenhang der wenigen CJK-Opfer mit BSE konnte nie erbracht werden, aber das Konnex-Prinzip der Berichterstattung verknüpfte die 3 Phänomene miteinander. Wer den Zusammenhang anzweifelte, wurde als Verharmloser abgestempelt.

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Anti-Panik-Technik: Stellen Sie Zusammenhänge prinzipiell infrage. Machen Sie sich klar, dass immer nur ein winziger Teil aller möglichen Risikofaktoren in der Öffentlichkeit weite Verbreitung findet. Warum beunruhigen die unveröffentlichten niemanden?

Zum vertieften Weiterlesen: Walter Krämer und Gerald Mackenthun, Die Panik-Macher. Piper Verlag, München 2001. ISBN 3-492-04355-0. gebraucht erhältlich.

Autor: Tiki Küstenmacher


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