Persönlichkeitsentwicklung

Persönlichkeitsentwicklung für große Umbrüche


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Wie Lebensumbrüche funktionieren

Wir von simplify your life hoffen, dass Sie Ihr Leben nicht komplett verändern müssen, sondern dass Sie nur kleine Umstellungen und ein paar neue Denkmodelle brauchen, um einfacher und glücklicher zu leben. Manchmal aber stößt Ihr Selbst an Grenzen, Ihr Wesen erscheint in einem Leben eingesperrt, in dem es nicht mehr atmen kann. Dann muss zuweilen das ganze Gebäude eingerissen werden, damit Platz ist für Neues.

Martha Beck hat in ihrem Leben viele Menschen in solchen Krisen- und Umbruchssituationen begleitet. Dabei hat sie ein Schema gefunden, nach dem solche radikalen Veränderungen in der Persönlichkeitsentwicklung ablaufen.

1. Tod und Wiedergeburt

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Jeder tief greifende Wandel beginnt mit Schock und Schmerz. Es ist aus. Ein kleiner Tod, aber das Wort „klein" empfinden Sie nicht, während Sie mitten drin sind. Fragen Sie in der Krise nicht nach dem Warum, sehen Sie nicht zurück. Am Ende der Phase 1 steht die vage Vermutung, dass in der Katastrophe eine Chance enthalten ist - und zwar eine größere Chance, als Sie sie jemals hatten.

Martha Becks Leitspruch für Phase 1 (den können Sie in der größten Not vor sich hin murmeln, wenn alle Vernunfteinsicht in Ihnen abgestorben ist): Ich habe keine Ahnung, was los ist, und das ist in Ordnung so.

simplify-Übung: Erinnern Sie sich an das größte Unglück in Ihrem Leben. Was passierte danach? Können Sie rückblickend die Chance sehen, die aus der Katastrophe entstanden ist?

2. Träumen und Planen

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Die Phase 1 geht irgendwann zu Ende, wenn auch selten so schnell, wie Sie es gerne hätten. Die Traumphase ist oft wörtlich zu nehmen: Sie haben viele Nachtträume, Ihr Unterbewusstsein wird aktiv. Von dort sickern neue Ideen langsam in Ihr Bewusstsein. Sie planen Neues, entwerfen neue Visionen. Wünsche zur Veränderung keimen in Ihnen auf. Es gibt äußere Anzeichen: Sie lachen öfter. Sie möchten Dinge tun, die Sie noch nie getan haben. Sie ziehen sich anders an, ändern Ihre Frisur, Ihre Wohnung. Geben Sie dem nach. Lernen Sie etwas Neues, gönnen Sie sich etwas Verrücktes. Irgendwann werden sich die vielen kleinen Pläne zu einem oder mehreren großen verdichten. Richard Bolles drückt es so aus: „Deine Aufgabe im Leben ist die Stelle, wo deine tiefe Freude und die Bedürftigkeit der Welt zusammenfallen."

Martha Becks Leitspruch für Phase 2: Es gibt keine Regeln, und das ist in Ordnung so.

simplify-Übung: Schreiben Sie Sätze auf, die etwa so anfangen: „Wenn es mir egal wäre, was die Leute sagen, würde ich ..." - „Wenn ich endlos Geld hätte, würde ich ...". Greifen Sie dann einen dieser Sätze heraus (der weder einen Rechtsbruch verlangt noch lebensgefährlich ist) und stellen Sie sich vor, das wäre ein Elektrozaun. Was wäre schlimmer: sich an einem Elektrozaun einen Schlag zu holen oder für immer gefangen zu sein? Vor allem: Was wäre, wenn der Strom gerade ausgeschaltet ist?

3. Die Heldenreise

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Hier wird es ausgesprochen praktisch und konkret. Sie machen sich an die Verwirklichung Ihres Plans - und merken, dass er nicht hinhaut. Die meisten großen Epen der Weltliteratur handeln von solchen Helden, die in der Außenwelt etwas schaffen wollen, was in ihrem Inneren vorgezeichnet ist. Das ist (jedenfalls in echten Heldensagen) niemals einfach. Es ist harte Arbeit, während der Sie immer wieder einmal in der Phase 1 landen. Bei keinem noch so ausgefeilten Plankönnen Sie im Voraus wissen, welche Schwierigkeiten sich Ihnen in den Weg stellen werden. Das bedeutet aber nicht, dass Ihr Traum falsch ist. Die wichtigste Eigenschaft während Ihrer Heldenreise ist daher, Ihrem inneren Plan zu vertrauen.

Martha Becks Leitspruch für Phase 3: Das hier ist viel schlimmer, als ich gedacht hätte, und das ist in Ordnung so.

simplify-Übung: Ein in Phase 2 aufgestellter Plan muss detailliert sein. Denken Sie an ein Ziel, das Sie gern erreichen würden. Nehmen Sie sich einen der erforderliche Schritte, und teilen Sie ihn in kleinere Teile, und die wiederum in winzige Einzelmaßnahmen (so genannte „Schildkrötenschritte"), die Sie ohne weiteres schaffen. Dann verwirklichen Sie den einfachsten davon sofort. Mehr nicht! Warten Sie bis zum nächsten Schildkrötenschritt 24 Stunden.

4. Das Gelobte Land

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Eine der großartigsten Heldenreisen ist der Weg des Volkes Israel ins versprochene Land, wie er im Alten Testament ausführlich aufgezeichnet ist. Dort findet sich auch die wichtige Einsicht: Wenn Sie das Gelobte Land endlich erreicht haben, sieht es nicht ganz so sensationell aus wie erwartet. Der Einzug ist kein Triumph, sondern er vollzieht sich in mehreren Schritten. Auch am Ziel gibt es weiterhin Probleme und Schwierigkeiten, wenn auch weit weniger als in den Phasen davor. Machen Sie sich aber darauf gefasst, dass auch das Gelobte Land nie so bleiben wird, wie es jetzt ist.

Martha Becks Leitspruch für Phase 4: Alles ändert sich, und das ist in Ordnung so.

simplify-Übung: Stellen Sie sich vor, Sie wären fließendes Wasser. Das bleibt immer frisch, auch das aus Jahrtausende alten Quellen. Vermeiden Sie es, stehendes Wasser zu sein. Wenn es im Gelobten Land zu bequem wird, probieren Sie etwas Neues. Bleiben Sie neugierig. Dann werden Sie 100 Jahre lang jung sein.

Dieser Artikel fasst das Schlusskapitel des Buches "Das Polaris-Prinzip" von Martha Beck zusammen. Integral Verlag, München 2002. 22,00 €. ISBN 3-7787-9090-0.

Autor: Tikis Küstenmacher


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