Persönlichkeitsentwicklung

Persönlichkeitsentwicklung: Keine Sorge!


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7 Tipps für den Umgang mit Lebensängsten in Ihrer Persönlichkeitsentwicklung

„Deutsche sind Sorgen-Europameister“ – so fasste einst „Spiegel online“ die Ergebnisse einer europaweiten Studie zusammen. Immer mehr Menschen fürchten um ihren Arbeitsplatz, ihre Rente, das Gesundheitssystem und die Zukunft ihrer Kinder. Sie sind verunsichert von den Bedrohungen des internationalen Terrorismus, von der Umweltkatastrophe am Golf von Mexiko, von der wirtschaftlichen Krise, von den Missbrauchsfällen in kirchlichen Einrichtungen etc. Und sie haben Angst, dass sie bei dem rasanten Wandel, der in vielen Lebensbereichen stattfindet, nicht mehr mitkommen. Hier die simplify-Strategien für unsere Zeit, mit der Sie Ihre Persönlichkeitsentwicklung auf Sorgenfreiheit einstellen können.

Setzen Sie Ihre Ängste in Perspektive

„Haben wir denn nicht allen Grund zur Sorge?“ wird sich der eine oder andere von Ihnen jetzt denken.

simplify-Tipp: Informieren Sie sich über die Lebensumstände von Menschen anderer Kontinente und Zeitepochen. Ob Sie in ferne Länder reisen oder nicht: Gerade im Urlaub bieten sich gute Gelegenheiten dazu. Vielerorts gibt es spannende, alltagsgeschichtliche Stadtführungen (hierzulande etwa von „Stattreisen“, stattreisen.org). Sie werden merken: Die Bewältigung von Unsicherheiten, widrigen Umständen und Umbrüchen gehörte schon immer zum Leben dazu. Vielleicht stellen Sie sogar fest: Verglichen mit anderen (Zeiten) leben wir – leben Sie – im Paradies.

In Ihnen steckt ein Schmetterling

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Die Veränderung äußerer Umstände macht vor allem Angst, wenn Sie sich selbst keine innere Veränderung zutrauen. Vertrauen Sie darauf, dass Sie als Raupe zum Schmetterling werden können!

simplify-Tipp: Machen Sie sich bewusst, wie oft Sie sich im Leben schon gewandelt haben und welche Veränderungen Sie seit Ihrer Geburt schon gemeistert haben. Körperliche Veränderungen: Wachsen, Zahnwechsel, Pubertät, aber vielleicht auch nachlassende Sehkraft oder Herzprobleme. Rollenwechsel: Aus dem Single wird ein Partner, das Paar erweitert sich zur Familie und wird nach dem Auszug der Kinder wieder zum Zweier-Gespann. Umzüge, Wohnortwechsel, berufliche Neuorientierungen, immer wieder neue Interessen ... Stellen Sie Ihren Alltag unter das Motto „Öfter mal was Neues“, und trainieren Sie Ihre Veränderungskompetenz im Kleinen.

Nehmen Sie Ihr Ziel in den Blick

Und zwar Ihr eigentliches, tiefstes. Damit werden Sie in der Wahl Ihres Weges flexibel. Beispiel: Ihr Arbeitsplatz ist bedroht. Wenn Sie den Erhalt Ihres Jobs als oberstes Ziel sehen, werden Sie in Panik geraten. Aber wenn Sie als oberstes Ziel eine sinnvolle Tätigkeit definieren und genug Geld für Ihren Lebensunterhalt, können Sie Ihre Optionen gelassener prüfen. Wollen Sie den Rest Ihres Arbeitslebens wirklich immer auf derselben Stelle verbringen?

simplify-Tipp: Mit Ihren Zielen eng verbunden sind Ihre Werte. Lassen Sie die in schweren Zeiten nicht fallen („Das kann ich mir nicht mehr leisten“), sondern holen Sie sich gerade daraus Kraft.

Lassen Sie sich anstecken

Künstlerpersönlichkeiten (kreativ, unkonventionell, begeisterungsfähig, spontan) tun sich mit Veränderungen leichter als andere Menschen.

simplify-Tipp: Suchen Sie den Kontakt mit Menschen, die vor Ideen sprühen. Wenn Sie in der Familie, der Kirchengemeinde, der Arbeit Probleme wälzen, holen Sie sich jemanden von außen, der auf die Schnelle 100 Möglichkeiten sieht (2 davon sind bestimmt brauchbar)! Oder jemanden, der die Veränderung, die Ihnen bevorsteht, schon erfolgreich vollzogen hat. Zertrümmern Sie Ihre eigenen Denkblockaden („Das bringt eh nichts“), schlachten Sie Ihre heiligen Kühe („Das war schon immer so“). Wie Sie Ihre Kreativität trainieren, lesen Sie auf Seite 8.

Bleiben Sie souverän

„Es ist doch lächerlich, wenn ihr euer Kind nicht mehr ins kirchliche Zeltlager mitfahren lasst.“ – „An deiner Stelle würde ich den Hauskauf nicht riskieren.“ Wenn Sie in einer unsicheren Situation eine Entscheidung fällen müssen, finden sich immer selbst ernannte Ratgeber, die’s besser wissen.

simplify-Tipp: Hören Sie deren Meinung an, fragen Sie nach Begründungen, aber lassen Sie sich die Entscheidung nicht abnehmen. Sonst werden Sie auf Dauer abhängig von der Meinung anderer. Werden Sie Ihr eigener Ratgeber. Stellen Sie sich dazu vor, Sie müssten einer fremden Person in dieser Angelegenheit zur Seite stehen. Welche Fragen würden Sie ihr stellen? Welche Informationen an die Hand geben?

Gründen Sie Ihr Vertrauensnetzwerk

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Das Gefühl der Verunsicherung, das viele Menschen heute befallen hat, hängt eng zusammen mit einem Verlust an Vertrauen. Ganze Berufsgruppen stehen mittlerweile unter Generalverdacht, nicht mehr das Beste für andere zu wollen – Politiker, Banker, Ärzte, Priester ...

simplify-Tipp: Stärken Sie Ihre Beziehungen zu Menschen, denen Sie wirklich vertrauen können, bzw. knüpfen Sie neue. Pflegen Sie Ihre Partnerschaft, Ihre Familie. Suchen Sie sich verlässliche Freunde. Intensivieren Sie Ihre Zusammenarbeit mit denjenigen Kollegen, die sich auch kollegial verhalten. Gehen Sie zu Ärzten, die Sie als Menschen (statt als „kaputte Achillessehne“) sehen und sich Zeit für Sie nehmen. Wählen Sie Ihre Geschäfte danach aus, ob das Personal von seiner Ware überzeugt ist und Sie gut berät. Lernen Sie Lokalpolitiker, Priester, Lehrer, Banker kennen, deren Integrität und Kompetenz Sie überzeugen. Das Gute daran: Vertrauenswürdige Menschen sind meist wieder mit anderen vertrauenswürdigen Menschen verknüpft, sodass Sie bei Bedarf ein Netzwerk aktivieren können, das über die Zahl Ihrer eigenen Vertrauenspersonen weit hinausgewachsen ist.

Bleiben Sie selbst vertrauenswürdig – besonders auch dort, wo Sie Verantwortung für andere tragen. In schwierigen Zeiten bedeutet dies: Spielen Sie Ihrem Partner, Ihrer Familie, Ihren Mitarbeitern nicht vor, dass Sie alles im Griff hätten. Setzen Sie auf „Wahrheit“ statt auf „gute Nachrichten“. Glaubwürdigkeit und Kompetenz sind die einzigen Sicherheiten und größten Stärken Ihrer Persönlichkeitsentwicklung, die Sie Ihrer Umgebung jetzt bieten können.

Autorin: Dr. Ruth Drost-Hüttl


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