Lerntypen

Gedächtnistraining für alle Lerntypen: M.A.S.T.E.R.-Lernen


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Die optimale und leichte Methode

Der Marktplatz Lernen hat sich dramatisch verändert. Gelernt wird in Zukunft immer und überall: von frühester Kindheit an (die beste Zeit fürs Fremdsprachenlernen beginnt im 5. Lebensjahr), im Beruf (denken Sie einmal daran, wie Ihr Arbeitsplatz vor 12 Jahren aussah!), in der Freizeit (jedes Medium „bringt Ihnen etwas bei"), ja sogar im Ruhestand (der für Sie bald zu Ende wäre, wenn Sie Ihren Geist nicht weiter beschäftigten).

Der Engländer Colin Rose und der Amerikaner Malcolm J. Nicholl haben ein System entwickelt, in dem alle Erkenntnisse der bisherigen Lernforschung zu einem praktikablen Ablauf für alle Lerntypen verarbeitet wurden. Er besteht aus 6 Schritten („M.A.S.T.E.R."):

M: Mentale Einstimmung (Wollen)

Um etwas lernen zu können, müssen Sie sich, unabhängig von den verschiedenen Lerntypen, in einem kreativen Bewusstseinszustand befinden - entspannt, voller Selbstvertrauen und motiviert. Die Hauptaufgabe eines guten Lehrers ist es, diese 3 Voraussetzungen zu schaffen:

  1. Den Lernenden eine angstfreie, entspannte Atmosphäre bieten, in der auch den Schwächeren und Langsameren von vornherein Möglichkeiten zum Aufholen eingeräumt werden.
  2. Allen Lernenden mit ehrlicher Überzeugung den Erfolg zutrauen. Im Mittelalter (in pädagogischer Hinsicht sonst keine vorbildliche Zeit) verbeugte sich der Lehrer zu Unterrichtsbeginn vor den Schülern, weil er in ihnen die zukünftigen Doktoren und Führungskräfte sah. Wenn Sie Lehrer für Jugendliche sind, tun Sie das wenigstens innerlich vor jeder Unterrichtsstunde. Es wird Sie verwandeln.
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  1. Den Lernenden eine Vision eröffnen, wozu die Lerninhalte sie befähigen werden. Ihnen Lust machen, Zeit und Energie dafür aufzuwenden - die größte Schwachstelle im Lernstoff-orientierten Schulsystem. Aber wenn dieser Schritt gelingt, geht der Rest von allein, Disziplinprobleme verringern sich.

A: Aufnehmen der Lerninhalte (Wissen)

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Nehmen Sie die Fakten so in sich auf, wie es Ihrer persönlichen Vorliebe entspricht: allein, in der Gruppe, durch Hören, durch Lesen, durch Selbermachen, durch Medien. Die Aufgabe des Lehrers ist es, ein breites Spektrum möglicher Lerntechniken für verschiedene Lerntypen anzubieten. Er sollte auf dem Ergebnis bestehen - aber nicht darauf, wie es erreicht wird. Die meisten Menschen nutzen alle Lernformen, haben aber einen Hang zu einem dieser 3 Lerntypen:

1. Visuell

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(Lernen durch Bilder, Videos, Diagramme). Dieser Lerntyp sollte bei Vorträgen immer mitschreiben und Skizzen oder Mindmaps malen. Visuelle Menschen müssen selbst etwas lesen, ihnen vorzulesen nützt wenig.

2. Akustisch

(Lernen durch Audiokassetten, Vorträge, Diskussionen, Gesprächsgruppen). simplify-Tipps für diesen Typ: Merksätze zu Melodien singen, Gelerntes anderen erzählen (notfalls dem Hund!), Lerninhalte in selbst erfundene Geschichten einbinden. Akustische Typen lieben theatralische Gesten und Selbstgespräche - beides gute Lernhilfen.

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3. Kinästhetisch

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(Lernen durch Berühren, Bauen, Tanzen, Erleben). Extra-Tipps: schwierige Begriffe aus Knetmasse formen, Ereignisse mit Legofiguren nachstellen, Lernstoffe beim Spazierengehen memorieren, Lernkarten 3-dimensional auf dem Tisch verteilen. Kinästhetische Typen legen Wert auf angenehme Materialien und Gerüche - ein Buch auf unsympathischem Papier kann für sie bereits eine Lernblockade sein.

S: Sinn und Bedeutung suchen (Verstehen)

Wenn Sie Fakten kennen und in einem Test wiedergeben können, ist damit noch lange nicht bewiesen, dass Sie das Thema verstanden haben. Sie können wissen, dass 1789 die Französische Revolution stattfand. Um aber zu verstehen, warum sie so wichtig war für Europas Geschichte, müssen Sie sich in einen Dschungel von Informationen begeben und alle 8 Arten von Intelligenz benutzen. Testen Sie sich: Wenn mindestens 2 der 4 pro Intelligenzart vorgestellten Eigenschaften auf Sie zutreffen, sind Sie „dabei".

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>1. Sprachlich: liest gern, löst Kreuzworträtsel, kennt Fremdwörter, hat wenig Rechtschreibprobleme.

2. Logisch-mathematisch:

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: kann Kopfrechnen, hat sein Konto im Griff, liebt Denksport, löst Probleme Schritt für Schritt.

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3. Visuell-räumlich:

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: macht gern Fotos, kann zeichnen, kann sich Dinge aus einer anderen Perspektive vorstellen, kommt mit Bausätzen (z.B. Ikea) gut zurecht.

4. Körperlich-kinästhetisch: treibt gern Sport, ist handwerklich geschickt, tanzt gern, hasst Gebrauchsanweisungen.

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>5. Musikalisch:

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: spielt ein Instrument, trifft beim Singen die Töne, hört viel Musik, klopft den Rhythmus dabei mit.

6. Interpersonal: arbeitet am liebsten in der Gruppe, mag Mannschaftssport, hat mehrere gute Freunde, übernimmt gern die Führung. 

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>7. Intrapersonal:

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: führt Tagebuch, hat klare Ziele für sein Leben, hat ein „einsames" Hobby, legt häufig besinnliche Pausen ein. 

8. Naturalistisch: hat Haustiere (oder hätte gern welche), arbeitet gern im Garten, hat ein ökologisches Bewusstsein, legt Wert auf gesunde Ernährung. 

Je mehr dieser Arten von Intelligenz Sie nutzen, desto besser können Sie Lerninhalte verstehen.

T: Treibstoff fürs Gehirn (Behalten)

Auch Inhalte, die Sie vollkommen verstanden haben, werden Sie wieder vergessen, wenn Sie Ihrem Gehirn nicht Hilfen geben, um das Gelernte dauerhaft abzuspeichern. Bewährte Lerntipps, die alle Lerntypen auf verschiedene Art und Weise für sich nutzen können:

 

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Lernkarten (flash cards): ideal nicht nur zum Wörterlernen (Vorderseite: deutsches Wort, Rückseite: lateinisches Wort), sondern für praktisch alle Inhalte. Z. B. vorne: „Die Nornen", hinten: „Urd (Vergangenheit), Verdandi (Gegenwart), Skuld (Zukunft)."

 

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Akronyme (die Buchstaben einer Abkürzung ergeben selbst wieder ein Wort): die 4 Stimmlagen eines Chors lassen sich merken mit STAB (Sopran, Tenor, Alt, Bass).

 

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Trio: Fassen Sie Ihren Lernstoff in Form eines Mindmaps oder einer Liste mit kleinen Symbolen zusammen. Sehen Sie sich Ihre Notizen 2 Minuten lang an, legen Sie sie weg und schreiben sie sie aus dem Gedächtnis noch einmal auf. Vergleichen Sie Ihre beiden Aufzeichnungen. Wenn Sie etwas vergessen oder falsch hatten, wird es Ihnen gleich auffallen. Erstellen Sie aus dem Gedächtnis eine 3. Kopie. Den so erarbeiteten und getesteten Lernstoff haben Sie "fotografisch" im Gedächtnis.

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E: Einsatz des Gelernten (Anwenden)

Ob Sie etwas wirklich verstanden und behalten haben, zeigt sich erst im harten Alltag: wenn Sie eine Fremdsprache sprechen, eine Software anwenden oder jemand anderen unterrichten. Falls Sie nach dem Lernvorgang keine Gelegenheiten zum praktischen Einsatz haben, müssen Sie sich welche schaffen, sonst war alles für die Katz.

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R: Reflexion über das Lernen (Optimieren)

Während Punkt E eine Reflexion der Lerninhalte ist, kommt es im letzten Schritt auf eine Reflexion Ihrer Lernmethoden und der Lerntypen an: Wo und wie haben Sie besonders gut gelernt? Welche Schritte können Sie das nächste Mal getrost weglassen? Dadurch optimieren Sie Ihr eigenes Lernvermögen, und es geschieht eines der größten Wunder Ihres Gehirns: Es verbessert sich selbst. Ihr Lernvermögen lernt!

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Für jeden Lehrer (von denen der staatlichen Schulen bis zu Nachhilfelehrern und Erwachsenenentrainern) und jeden Lernenden wärmstens empfohlen: Colin Rose und Malcolm Nicholl, Master-Learning, mvg Verlag, Landsberg 2000. ISBN 3-478-08681-7 (leider nur noch gebraucht erhältlich)

Lerntipp 1: Lernen im Schlaf

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Der Neurologe Terrence Seynowski hat experimentell nachgewiesen, dass unser Gehirn während des Schlafs Lernstoffe verarbeitet und optimiert.

Wenn Sie vor einer Prüfung o. Ä. stehen, dann überfliegen Sie Ihren (gut aufbereiteten!) Stoff unmittelbar vor dem Einschlafen. Schlafen Sie und sehen Sie sich am nächsten Morgen den am Vortag gelernten Stoff kurz an. Mitglieder einer Testgruppe konnten sich am nächsten Morgen an 5-mal so viel erinnern wie am Vorabend!

Lerntipp 2: Melodisch memorieren

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Während meines Theologiestudiums hatte ich Hebräisch zu lernen, und der Lehrer brachte uns die Zahlen von 1 bis 10 bei, indem wir sie auf die Melodie „Solang der alte Peter" gemeinsam sangen. Dadurch kann ich sie noch heute sicher (im modernen Hebräisch lauten die Zahlen genauso): „Ächad, schenajim, scheloschah, arbajim, chamischa, schischa, schebah, schemonah, tissa, assaraha."

Werner Küstenmacher


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