Persönlichkeitsentwicklung

Glücklich leben: Heißen Sie Ihr Glück willkommen!


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Wie werde ich glücklich? Diese Frage beschäftigt viele Menschen heute mehr denn je. Als der Mediziner und Kabarettist Dr. Eckart von Hirschhausen Anfang 2009 ein Buch zum Thema „Glück“ veröffentlichte, kletterte es gleich an die Spitze der Bestsellerlisten. Seine vielen sprechenden Bilder haben nicht nur einen hohen Unterhaltungswert, sondern regen auch zum Nachdenken über das eigene Lebensglück an. Besonders angesprochen haben uns die Bilder vom „Glücksbesuch“, vom „Jammerlappen“ und vom „Bronze-Sieger“ – hier einige simplify-Anregungen dazu.

 

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Glücksbesuch!

„Stellen Sie sich vor, Sie selbst wären das Glück. Würden Sie dann gerne bei sich vorbeikommen?“

simplify-Anregungen: Laden Sie Ihr Glück zu sich ein, und seien Sie zuversichtlich, dass es tatsächlich kommt. (Wie viele Menschen erwarten prinzipiell das Unglück!) Hören Sie Ihr Glück auch, wenn es nicht klingelt, sondern nur unspektakulär anklopft – wie es das meistens tut. Öffnen Sie nicht nur die Tür, sondern auch die Fenster, sprich: Versteifen Sie sich nicht darauf, nur dann glücklich sein zu können, wenn etwas Bestimmtes geschieht. Also etwa, wenn Ihr Sprössling sein Abitur schafft, die Fußoperation Ihre Beweglichkeit vollständig wiederherstellt oder im Urlaub die Sonne scheint.

Wer würde schon von einem Gast erwarten, dass der ihm das Essen serviert und die Verantwortung für die allgemeine Unterhaltung übernimmt? Wenn Sie Ihren Glücksbesuch als Diener oder als Alleinunterhalter behandeln, wird er schnell das Weite suchen. Lassen Sie sich nicht von anderen „glücklich machen“, sondern seien Sie mit anderen glücklich. Denn Gemeinschaft ist die wichtigste Glücksquelle im Leben. Zeigen Sie Ihrem Glück, wie sehr Sie sich über sein Kommen freuen – das Schlüsselwort, mit dem Sie dafür sorgen, dass es wiederkehrt, heißt „Danke!“.

Tricksen Sie Ihren Jammerlappen aus

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„Eine gewagte These: Wir Deutschen sind deshalb so besonders, weil wir ein eigenes Hirnteil besitzen. Nicht nur den Stirnlappen, der plant, und den Seitenlappen, der vernetzt. Wir Deutschen haben auch noch den Jammerlappen, der verhindert.“

simplify-Anregungen: Jammern, Schlechtreden, Unglücklichsein – all das hat oft eine starke Gruppendynamik. Arbeiten Sie in Ihrer unmittelbaren Umgebung gegen die Verbreitung der Jammerkrankheit. Oft gibt der Erste, der spricht, den Ton vor. Beginnen Sie Unterhaltungen mit einer netten Bemerkung („Ich freue mich, dass du so spontan Zeit für mich gefunden hast“). Ergreifen Sie bei einer Feedback-Runde als Erster das Wort, und sagen Sie, was Ihnen gefallen hat. Lernen Sie von den Briten und den Amerikanern, denen es nie in den Sinn käme, auf die Frage „How are you?“ gleich mit einer Jammertirade zu antworten. In unseren Ohren mag „Fine, thanks“ („Danke, gut“) wie eine abgedroschene Floskel klingen, aber steckt darin nicht immer ein Körnchen Wahrheit?

Auch hilfreich für die allgemeine Stimmung: Behalten Sie das letzte Wort – mit einer positiven Bemerkung. Wischen Sie dabei die zuvor zur Sprache gekommenen 3 Ks (Klage, Kritik, Krise) nicht vom Tisch, sondern greifen Sie sie auf, beispielsweise mit einem konstruktiven Verbesserungsvorschlag.

Zum Ablegen Ihrer eigenen Jammergewohnheiten empfiehlt von Hirschhausen die Jammer-Hitparaden-Technik: Schreiben Sie Ihre eigenen typischen Jammersätze auf, und ordnen Sie sie nach derzeitiger Häufigkeit. Wenn Sie wieder einmal solch einen Satz aus eigenem Mund hören, kommentieren Sie ihn innerlich wie in einer Hitparade: „Wieder die Nummer 1: ‚Hier kann man sich auf niemanden verlassen!’“ Mit der Zeit werden Sie Ihre Jammerschlager nicht mehr hören können – warten Sie einfach ab, bis es so weit ist, und bestätigen Sie sich dann, dass das Jammerlied nicht mehr zu Ihren persönlichen Hits gehört: „Inzwischen kaum mehr gespielt: ‚Heute geht alles schief.’“

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Bronze gewinnt!

„Wer ist Ihrer Meinung nach glücklicher, Silber- oder Bronzemedaillen- Gewinner? Richtig: Bronze gewinnt. Glückstechnisch. Nicht das Ergebnis macht uns glücklich oder unglücklich – es ist die Bewertung.“

simplify-Anregungen: Viele Leute streben heute in allen Lebensbereichen nach dem Maximum – nach der optimalen Entscheidung, nach einer Leistung, die unüberbietbar ist, nach der größtmöglichen Zahl an schönen Erlebnissen. Glücklich macht sie das allerdings nicht – zumal, wenn sich herausstellt, dass sie trotzdem nur „Silber“ statt „Gold“ erreicht haben. Dagegen hilft: Freuen Sie sich darüber, wenn Sie mehrere gute Möglichkeiten haben, statt unglücklich darüber zu sein, dass es keine eindeutig richtige Entscheidung gibt. Geben Sie sich mit einem guten Arbeitsergebnis zufrieden, und verzichten Sie darauf, Unmengen an Zeit in die Perfektionierung zu stecken (und damit das Ergebnis womöglich sogar zu verschlimmbessern). Verschließen Sie Ihre Augen nicht vor dem, was Sie alles verpassen im Leben, sondern sehen Sie es als Teil der großen Glücksvielfalt, aus deren Fundus auch Sie reich beschenkt werden.

Eckart von Hirschhausen: Glück kommt selten allein ... Rowohlt Verlag, Reinbek b. Hamburg 2009. ISBN-13: 978-3-498-02997-5.


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