Persönlichkeitsentwicklung

Mit dem richtigen Persönlichkeitstraining Flugangst überwinden und entspannt fliegen


Mittel gegen die Flugangst

Jeder dritte Fluggast leidet mehr oder weniger stark unter Flugangst (so eine Umfrage des Instituts für Demoskopie in Allensbach). Falls auch Sie zu denjenigen gehören, die nur mit ungutem Gefühl im Magen oder Schweiß auf der Stirn fliegen, hier einige nützliche Tipps des Psychotherapeuten Rudolf Krefting für ein Persönlichkeitstraining, das Ihnen helfen kann.

Ruhiger treten

Wer weniger Stress hat, hat weniger Angst. Wer entspannt ist, empfindet gar keine. Senken Sie deshalb einige Tage vor dem Flug bewusst Ihren Stresspegel, indem Sie weniger Termine annehmen und Stresserzeuger (ein schwieriges Gespräch, ein unangenehmer Auftrag) auf die Zeit nach dem Flug verlegen.

Bewegung und Entspannung

Lösen Sie Ihre Spannungen, indem Sie sich abends bewegen. Eine Runde Fahrradfahren, Walken oder ein Besuch in der Muckibude lenken Ihre Energie in gesunde Bahnen und die Flugangst kann nicht so leicht ausbrechen.

Ihre Muskeln lockern Sie gut mit der Jacobson-Methode: Spannen Sie die verschiedenen Muskeln (Finger, Ellbogen, Oberarme, Mund, Augenbrauen, Waden usw.) jeweils 10 bis 15 Sekunden lang an und lassen Sie dann langsam los. Sie werden spüren, dass der körperlichen Entspannung mit der Zeit auch eine geistige folgt. Diese Übung können Sie auch im Flugzeug durchführen: Krallen Sie Finger oder Fußzehen einige Sekunden lang fest zusammen und lassen Sie sie dann bewusst wieder los.

Positive Selbstsuggestion

Malen Sie sich bei diesem Persönlichkeitstraining in Gedanken nicht den schlimmstmöglichen Ausgang Ihrer Reise aus. Die meisten Flugunfälle passieren in der Phantasie und nicht in Wirklichkeit. Denken Sie lieber daran, dass das Flugzeug eines der sichersten Verkehrsmittel ist. Statt zu unken: „Ich werde bestimmt wieder Angst haben“, sagen Sie sich:„Ich brauche keine Angst zu haben.“ Dieser positive Gedanke beruhigt Sie. Besetzen Sie auch die Zeit, die Sie im Flieger verbringen werden, positiv. Was möchten Sie während des Fluges machen? Sie sind immerhin eine Weile völlig ungestört. Packen Sie sich ein Buch ein, das Sie schon länger lesen wollten, oder einen Walkman mit Ihrer Lieblingsmusik. Sehen Sie es positiv, dass Sie die Kontrolle an den Piloten und die anderen Profis abgeben können: Sie müssen sich um nichts mehr kümmern, nur noch um Ihr Wohlbefinden.

Aufregung akzeptieren

Beruhigen Sie sich am Morgen des Fluges damit, dass Ihre Aufregung ganz normal ist. Sie können mit dem richtigen Persönlichkeitstraining etwas tun, um zu verhindern, dass sie stärker wird. Nehmen Sie sich 10 Minuten Zeit, um sich nach Jacobson systematisch zu entspannen.Auch wenn es Ihnen schwer fällt, sollten Sie frühstücken. Wählen Sie Nahrungsmittel, die leicht verdaulich sind und Ihren Körper nicht zu stark belasten. Trinken Sie vor dem Abflug keinen Kaffee und keinen Alkohol. Beides steigert unnötig Ihre Erregung. Führen Sie sich vor Augen, dass Sie schon andere schwierige Situationen in Ihrem Leben erfolgreich gemeistert haben.

Zeit einplanen

Planen Sie ausreichend Zeit für den Weg zum Flughafen ein. Hektik ist Gift! Schlendern Sie in aller Ruhe durch die Duty-Free-Zone. Lenken Sie sich durch Spiele oder interessante Lektüre ab. Beginnen Sie Gespräche mit anderen Fluggästen. Informieren Sie schon beim Einsteigen die Flugbegleiter, dass Sie zur großen Gruppe der Flugängstlichen zählen. Bekunden Sie z.B. Ihr Interesse, das Cockpit zu besichtigen.

Wissen hilft

Informieren Sie sich über das Flugzeug und die Flugtechnik aus erster Hand.Wer von einem Flugtechniker erklärt bekommt, dass die Triebwerke je nach Flugsituation ganz unterschiedlich arbeiten, findet Veränderungen im Geräuschpegel nicht mehr so beunruhigend.Wer nachliest, dass die Tragflächen einer Boeing 747 an ihren Spitzen um 8 Meter nach oben und 4 Meter nach unten biegbar sind, findet den Blick auf „wackelnde Flügel“ weniger beängstigend und Sie stechen Ihre Flugangst mit Vernunft aus.

Ruhig atmen

Angst löst im Körper eine Stressreaktion aus, die ihn leistungsfähiger macht für den Kampf oder die Flucht. Das ist seit Urzeiten so, nur können Sie heute die Stresshormone nicht mehr durch Wegrennen oder einen Ringkampf abbauen. Die schnelle, flache Stress-Atmung, früher sinnvoll, verursacht jetzt zu viel Sauerstoff und zu wenig Kohlendioxid im Blut. Die Folgen: Muskelverspannungen und Schwindelgefühl.

Regulieren Sie Ihre Atmung mit folgender Übung: Holen Sie Luft und atmen Sie aus. Zählen Sie, bevor Sie wieder einatmen, langsam von 1 bis 6. Machen Sie das 2 Minuten lang. Sie werden staunen, wie ruhig Sie werden.Wenn Sie Ihre Atmung gar nicht in den Griff kriegen, hilft es auch,wenn Sie sich eine Plastiktüte vor Mund und Nase halten und Ihre verbrauchte, kohlendioxidreiche Luft wieder einatmen.


zum nächsten Artikel
zum vorherigen Artikel