Persönlichkeitsentwicklung

Mut in der Persönlichkeitsentwicklung


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So lassen Sie sich auch in schwierigen Zeiten nicht bange machen

Brennende Autos, Straßenterror, Selbstmordanschläge, Grippewellen, Naturkastastrophen. Was können Sie gegen die Ängste tun, die Ihr Leben vergiften und blockieren, ohne kalt und abgestumpft in Ihrer Persönlichkeitsentwicklung zu werden?

Beachten Sie die Dimension

Wer seine Informationen vor allem aus dem Fernsehen und Nachrichtenmagazinen bezieht, hat überproportional viel Angst, die sich auf die Persönlichkeitsentwicklung auswirkt. Nicht nur in den Nachrichten, auch in Spielfilmen und Reportagen spielen Gewalt und Hass oft die Hauptrolle, denn ruhige Gegenden und friedliche Menschen sind für Medien nicht interessant.

simplify-Erkenntnis: Bilder blasen sich in unserem Gehirn auf. Sie erwecken z.B. den Eindruck, in „ganz Paris“ oder "ganz London" brennen die Autos. Dabei sind nur wenige Straßen in wenigen Stadtvierteln betroffen. Damit soll nichts beschönigt werden – aber wie sähen die TV-Bilder aus, wenn tatsächlich jedes Auto in ganz Paris in Flammen stünde? Genauso!

Beachten Sie die Quelle

Gehirnforscher nennen es „Quellenamnesie“: das Vergessen des Woher unserer Informationen. So kommt es, dass Menschen Filmszenen oder Zeitungsmeldungen nach einiger Zeit so in ihre Erinnerung integrieren, als hätten sie es selbst erlebt. Das bedeutet: Ihr Gedächtnis und somit Ihre Persönlichkeitsentwicklung wird von Spielfilmen, Romanen und TV-Berichten mindestens so stark beeinflusst wie von Ihren eigenen Erlebnissen.

simplify-Erkenntnis: Misstrauen Sie Ihren Erinnerungen. Überprüfen Sie im Gespräch mit anderen kritisch, was von Ihren Einschätzungen auf echten Erfahrungen beruht und was auf gängigen Mustern. Fragen Sie auch bei Erzählungen anderer nach: Hat der Betreffende es selbst erfahren oder „weiß“ er es aus den Medien?

Helfen Sie partiell

Ärzte und andere Helferberufe sehen viel Elend. Wie können sie das aushalten? Eine Untersuchung der Stanford- Universität zeigte, dass es die eigene helfende Tätigkeit ist, die Menschen in diesen Berufen nicht verzweifeln lässt, sondern sogar seelisch oft außergewöhnlich gesund erhält und Ihre Persönlichkeitsentwicklung fördert.

simplify-Erkenntnis: Machen Sie es genauso. Leisten Sie Hilfe in Ihrem direkten Umfeld, aber sehen Sie Ihre Grenzen. Sie können niemals alles Elend der Welt bekämpfen. Konzentrieren Sie sich auf die kleinen Gefallen, die Sie anderen tun können.

Vergraulen Sie Panikmacher

Sobald in den Medien über eine neue Krankheit berichtet wird, steigt die Zahl der daran leidenden Menschen sprunghaft an. Ständig berichten Medien über neue Gefahrenquellen für Ihre Gesundheit.

simplify-Erkenntnis: Schalten Sie um von Krankheits- auf Gesundheitsorientierung. Ernähren Sie sich gesund, rauchen Sie nicht, bewegen Sie sich ausreichend, gehen Sie zu Vorsorgeuntersuchungen. Sehen Sie Horrormeldungen statistisch: Wie viel Prozent sind weltweit 300 Opfer einer neuen Krankheit, verglichen mit jährlich weltweit mehreren Millionen Menschen, die an Folgen von Tabakrauchen sterben?

Stellen Sie Sporting Life’s Frage

In George Gershwins Oper Porgy und Bess singt die Figur Sporting Life das Lied „It ain’t necessarily so“ – „Es war nicht unbedingt so“. In den Darstellungen der Medien sind Schlussfolgerungen oft auf eine merkwürdige Weise automatisiert. Arbeitslosigkeit etwa ist dort gleichbedeutend mit persönlichem Elend. Doch es gibt auch Menschen, die von Arbeitslosengeld, Ersparnissen sowie dem Einkommen der Familienmitglieder angenehm leben und durch ehrenamtliche Engagements Erfüllung finden.

simplify-Erkenntnis: Wenn Sie z.B. von Arbeitslosigkeit lesen, bereiten Sie sich mental vor und sagen Sie sich: Sie werden einen Weg finden, das Beste aus der Situation zu machen, und in Ihrer Persönlichkeitsentwicklung gestärkt aus einer Krise hervorgehen.

Beugen Sie sich dem Terror nicht

Bombenanschläge ängstigen uns besonders, weil es keine Möglichkeit gibt, sich gegen sie zu schützen. Wer sich in der U-Bahn in die Luft sprengen will, der wird es tun. Wenn deshalb niemand mehr U-Bahn fährt, hat der Terrorismus (auf Deutsch: Schrecken verbreiten) sein Ziel erreicht: Angst und Verunsicherung.

simplify-Erkenntnis: Den eigentlichen Kampf gegen den Terrorismus führen nicht Politik und Polizei, sondern wir alle. Mit jedem Menschen, der sich nicht fürchtet, hat der Terror eine Schlacht verloren. Schränken Sie sich nicht zu sehr ein bei der Wahl der Verkehrsmittel oder Urlaubsziele. Holen Sie sich Mut auf einer Homepage, die nach den Anschlägen von London geschaffen wurde: www.werenotafraid.com.

Zum Weiterlesen: Ein unterhaltsames Plädoyer gegen irrationale Ängste bietet dieses Buch: Walter Krämer, Gerald Mackenthun: Die Panikmacher. Piper München 2003. 9,90 €. ISBN 3-492-23866-1. 


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