Persönlichkeitsentwicklung

Selbstsicherheit: Schluss mit schüchtern!


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So überwinden Sie Selbstblockaden 

Schüchternheit wird gern als Kinderproblem gesehen, ist aber keines: Auch viele Erwachsene leiden darunter. Wer schüchtern ist, hat schlechtere berufliche Aussichten, ist häufiger einsam und tut sich schwerer mit der Partnersuche. So der renommierte Angstforscher Professor Dr. Borwin Bandelow. Aber er versichert auch: „Schüchternheit kann man loswerden!“ Hier einige seiner besten Tipps für mehr Selbstsicherheit, simplify-mäßig zusammengefasst.

Was in schüchternen Menschen vor sich geht

Jeder Mensch hat, so erklärt Bandelow, im Gehirn ein soziales Warnsystem, das über Hormone gesteuert ist und ihn von riskantem und sozial schädlichem Verhalten abhält. Bei schüchternen Menschen ist dieses Warnsystem zu scharf eingestellt.

Sie wirken anders, als Sie denken

Anders als schüchterne Menschen glauben, ist Schüchternheit für die Umgebung oft gar nicht erkennbar. Die positive Seite: Auch wenn Sie denken, dass Sie sich mit einem ungeschickten Auftreten lächerlich gemacht haben, ist dies meist nicht der Fall. Überzeugen Sie sich davon, indem Sie vertraute Menschen um ein Feedback zu Ihrem Auftreten in schwierigen Situationen bitten.

Die negative Seite: Zurückhaltung wird oft für Arroganz gehalten. Einfache Gegenmittel: Schauen Sie Ihren Gesprächspartnern ins Gesicht, und bewundern Sie dabei vor allem Augen, Nase und Mund. Lächeln Sie möglichst oft und so breit, wie Sie können. Üben Sie das mit vertrauten Personen.

Achtung: Viele nichtschüchterne Menschen finden schüchterne Zurückhaltung nicht etwa sympathisch, sondern nervig. Fangen Sie im Kleinen an, Ihre Wünsche zu äußern. Beispielsweise, indem Sie die Frage „Tee oder Kaffee?“ wahrheitsgemäß statt mit „Mir ist alles recht“ beantworten.

Selbstbewusstsein stärken

Schüchterne Menschen unterschätzen sich oft selbst, während sie andere Menschen überschätzen. Eine gute Übung: Schreiben Sie die Namen von Menschen in Ihrer Umgebung auf, denen Sie sich unterlegen fühlen, und notieren Sie dahinter, welche Eigenschaften Sie von diesen Personen positiv unterscheiden, z. B.: „Die Kolleginnen tratschen zwar gerne mit Frau Meier, aber mit mir arbeiten sie lieber zusammen, weil ich sehr zuverlässig bin.“

Mit Erfolg schüchtern

Viele intelligente und erfolgreiche Menschen waren zunächst schüchtern und von Selbstzweifeln geplagt, z. B. der Nobelpreisträger Albert Einstein, der Erfinder der Glühbirne Thomas Alva Edison, der Microsoft-Chef Bill Gates ... Oft verdanken solche Menschen ihren Erfolg gerade ihrer Schüchternheit, die sie durch Leistung zu kompensieren suchen. Sehen Sie also auch das Positive an dieser Charaktereigenschaft. Vielleicht könnten Sie nie aus dem Stegreif vor anderen Menschen sprechen, doch Ihre gründliche Vorbereitung kann Sie zu einem besseren Redner machen als viele andere, die selbstsicher, aber unvorbereitet das Wort ergreifen.

So bringen Sie Ihre Ängste zum Verschwinden

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Stellen Sie sich den Situationen, die in Ihnen seelisches und körperliches Unbehagen (Herzrasen, Rotwerden) hervorrufen. Beispiel: Setzen Sie sich in der Kantine neben Ihren neuen Chef, obwohl Sie Angst haben, vielleicht etwas Falsches zu sagen. Wichtig: Fliehen Sie nicht, wenn Ihre Angst am größten ist, womöglich unter einem Vorwand („Ich muss leider wieder an den Schreibtisch“). Sondern stehen Sie den gefürchteten Zustand (hier: die Unterhaltung mit dem Chef) bis zum Ende durch – so lange, bis die Angst von selbst merklich geschrumpft ist oder ganz aufgehört hat. Sie können sich, so Bandelow, darauf verlassen, dass die unangenehmen Symptome der Angst nach einer gewissen Zeit nachlassen und Sie dadurch mehr Selbstsicherheit bekommen.

Übung 1: Reden statt schreiben

E-Mail und SMS scheinen für Schüchterne erfunden worden zu sein. Trainieren Sie Ihre Selbstsicherheit, indem Sie bevorzugt das persönliche Gespräch oder das Telefon wählen. Beschränken Sie Gespräche nicht auf Themen mit praktischem Nutzwert oder tiefem Gehalt. Gemeinschaftsgefühl entsteht oft durch Smalltalk. Üben Sie den – auch mit wildfremden Menschen an der Bushaltestelle oder in einer Warteschlange! Achtung: Hat ein schüchterner Mensch erst einmal seine Scheu verloren, redet er manchmal wie ein Wasserfall. Lassen Sie auch Ihr Gegenüber zu Wort kommen!

Übung 2: Psychokarate

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Testen Sie, was passiert, wenn Sie gegen Ihren „Ich will nicht auffallen“-Instinkt handeln, z. B.: Sprechen Sie einen Autofahrer an, der auf einem Radweg parken will. Zahlen Sie im Supermarkt mit vielen kleinen Münzen. Gehen Sie, ohne auszuweichen, als „Geisterfahrer“ mitten durch eine Menschenmenge. Stürmen Sie als Erster zum Büfett. Halten Sie bei einer Fahrkartenkontrolle nach langer Suche erst dann Ihr Ticket hoch, wenn der Kontrolleur schon ungeduldig geworden ist.

Übung 3: Treten Sie auf

Schauspieler lernen, ihre Außendarstellung und das, was sich in ihrem Inneren abspielt, komplett voneinander zu trennen. Suchen Sie sich eine Freizeittätigkeit, bei der Sie öffentlich Beifall bekommen, z. B.: Werden Sie Hobbymagier für Kindergeburtstage, halten Sie Volkshochschulvorträge über Ihr Hobby, spielen Sie in einer Band oder in einem Laientheater-Ensemble, oder bieten Sie sich als Conférencier für runde Geburtstage an.

Zum Weiterlesen: Borwin Bandelow: "Das Buch für Schüchterne"

Autorin: Dr. Ruth Drost-Hüttl


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