Persönlichkeitsentwicklung

Wut in der Persönlichkeitsentwicklung


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So kommen Sie mit Ihrer zornigen Seite besser klar

Sie würden Ihrem Mann am liebsten an die Gurgel gehen (aber dabei lieben Sie ihn doch auch, irgendwie). Oder Sie möchten diese Frau anschreien und ihr den ganzen Kram vor die Füße kippen (was allerdings unklug wäre, weil sie Ihre Chefin ist). So bleiben Sie mit Ihrer Wut allein, schlucken den Zorn hinunter und fühlen sich wie ein Vulkan, der niemals, niemals ausbrechen darf. „Ohnmächtige Wut“ heißt das dann mit Recht, und es fühlt sich schrecklich an. Was können Sie dagegen tun? Wir verraten Ihnen, wie Sie in Ihrer Persönlichkeitsentwicklung richtig mit Ihrer Wut umgehen können.

Warum Wut schadet

„Trotzphase“ heißen die Jahre, in denen Sie bereits als kleines Kind gelernt haben, wie ohnmächtig Ihre Wut ist. Wer nicht das Glück hatte, außergewöhnlich verständnisvolle und geduldige Eltern zu haben, hat im Lauf der Kindheit ein Reservoir von wütend heißer Lava angesammelt, die locker für ein ganzes Leben reicht. Sie haben erfahren, dass Zorn und Wut nichts bringen, und daher im Lauf der Jahre eine der vielen Ersatztechniken angewendet: extrem aufgesetzte Freundlichkeit; abends still ins Kissen heulen; Alkohol; Essen aus Frust; krude religiöse Ideen von Aufopferung und Ergebung. Doch es gibt einen Ausweg.

Keine Angst vor Ihrem Zorn!

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Vereinfachen Sie Ihren Zorn, indem Sie ihn lieben lernen. Ihre Wut ist nicht das Problem, sondern die Lösung. Das eigentliche Problem sind Ihre Angst und Ihre Sorge, dass Ihre Wutausbrüche zu einem Unglück führen könnten. Viele Wut-Unterdrücker(innen) wollen auch als Erwachsene so brav sein wie damals als (eigentlich trotzige) Kinder. Oder sie erinnern sich an eine Katastrophe, die irgendwann einmal durch eine unkontrollierte Zorneruption ausgelöst wurde – manchmal eine, die schon Jahrzehnte zurückliegt. Oder sie phantasieren sich eine zusammen. Jedenfalls versuchen Sie, Ihre Wut zu kontrollieren. Aber das geht nicht wirklich.

Zorn ist gesund

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Aber nur wenn Sie ihn loslassen und nicht speichern. Stellen Sie sich Ihren Zorn als Gift vor, das Ihren Körper verlassen muss, weil es sonst in Ihrem Inneren schlimmen Schaden anrichtet: Depression, chronische Schmerzen (für die kein Arzt organische Ursachen findet) und ein ätzendes andauerndes Gefühl von Unzufriedenheit. Das Ergebnis dieses Gemüts-Cocktails ist die Nörgelei: Sie geben Ihrer Unzufriedenheit Ausdruck, sind aber innerlich überzeugt, dass Ihre Kritik ergebnislos verhallen wird. Schließlich habe Sie ja schon in Ihrer Kindheit gelernt, dass Wut nichts bringt. Entsprechend genervt reagieren andere Menschen auf Sie, und bald sind Sie ausnahmslos von unfreundlichen Gesichtern umgeben. Willkommen im Teufelskreis!

Wut ist Energie

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Nutzen Sie die Energie Ihres Zorns, um ungerechte Strukturen dauerhaft zu verändern oder aus ihnen auszusteigen. Damit die Wut in Ihrer Innenwelt keinen Schaden mehr anrichtet, müssen Sie ihr Raum verschaffen in der Außenwelt. Geben Sie Ihrem Zorn eine Stimme. Suchen Sie sich Menschen, die Ihre gelegentlichen Eruptionen aushalten. Sagen Sie ihnen, dass sie nicht persönlich gemeint sind. Freunde, mit denen Sie nicht jeden Tag zu tun haben, sind dafür besser geeignet als Familienmitglieder, gegenüber denen Sie berechtigterweise eine gewisse Beißhemmung haben. Machen Sie’s schriftlich. Vertrauen Sie Ihrem Tagebuch alles an, was Sie nervt und erzürnt. Beschreiben Sie das ausführlich. Finden Sie heraus, wo Ihre Wut herkommen und was sie erreichen könnte.

Was Wut will

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Wut will Gerechtigkeit. Zorn ist Ihre Reaktion auf ein Unrecht, das man Ihnen zugefügt hat. Je feiner Ihr Gerechtigkeitsempfinden ist, umso heftiger kann Ihr Zorn werden. Hier liegt zugleich ein Ansatz, wie Sie bestimmte Arten von Zorn bekämpfen können. Beispiel: Sie sind stinksauer, weil Kollege Karl Ihnen kommentarlos einen fiesen Stapel dringendster Arbeit hinterlassen hat. Aber als Sie erfahren, dass er wegen einer Nierenkolik ins Krankenhaus musste, verraucht Ihr Zorn.

Oder Sie erinnern sich, dass Ihre Schwester Susi Ihnen genauso viel Arbeit aufgehalst hat wie eben Kollege Karl. Sobald Sie solche Muster im Laufe Ihrer Persönlichkeitsentwicklung durchschauen und merken, dass sich Ihr Zorn in Wahrheit gegen erlittenes Unrecht in der Kindheit richtet, kann die Wut gegen den Kollegen nachlassen.

Autor: Tiki Küstenmacher


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