Sinn des Lebens

Lebenskrise: So wird aus seelischem Schmerz Kraft


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Nutzen Sie die Energie Ihrer Emotionen

Angst, Zorn, Egoismus, Neid, Geiz, Eifersucht und vieles, vieles mehr: Schlimme und schmerzhafte Empfindungen können Sie vollkommen herunterziehen und lähmen, und zwar mit einer enormen destruktiven Kraft.  

Diese Kraft, so hat die amerikanische Therapeutin Doris Helge herausgefunden, lässt sich aber auch konstruktiv nutzen. Mit ihrer Selbsthilfe-Methode können Sie Schmerz zu einer Kraftquelle in Ihrem Leben machen, um die Sie andere Menschen eigentlich beneiden müssten.

Erleben Sie Ihre Gefühle

Jedes unserer schmerzhaften Gefühle hat eine positive Kehrseite:

  • Wer Angst hat, kann in gefährlichen Situationen enormen Mut entwickeln und hat ein Bewusstsein für die Sicherheit der anderen.
  • Wer sich ins eigene Leiden flüchtet und einer Opfermentalität huldigt, hat eine hohe Sensibilität für die Gefühle anderer.
  • Wer sich schuldig fühlt, hat ein gutes Herz und innere Reinheit.
  • Wer andere beneidet, hat guten Zugang zu Individualität und Echtheit.
  • Wer geizig ist, hat die Gabe der Weisheit und nüchternen Klarheit.

Die positive Energie Ihrer Gefühle kann sich nur entfalten, wenn Sie zunächst die ursprüngliche, möglicherweise negative Energie zulassen. Helges zentrale Botschaft für eine Lebenskrise: „Erfahren Sie Ihre Gefühle, anstatt sie zu bewerten."

Gefühle verbergen macht krank

Gefühle zu empfinden ist etwas anderes als das Über-meine-Gefühle-Reden aus den 70-er Jahren. Doris Helge hat in ihrer Praxis erlebt, dass viele Menschen gelernt haben, über Gefühle zu reden, aber im Alltag nicht einmal mehr wagen, schmerzhafte Gefühle überhaupt noch zu empfinden. Wir haben in einem lebenslangen Prozess gelernt, bestimmte Gefühle zu haben und bestimmte lieber nicht. Wir haben uns die wichtige Frage regelrecht wegtrainiert: Wer bin ich wirklich? Ich allein, ohne Beachtung der Menschen um mich herum?

Meist rächt sich dies dadurch, dass sich die negativen Energien körperlich äußern. Es kann lebensgefährlich sein, Gefühle über einen langen Zeitraum zu unterdrücken und sich nicht mehr selbst zu spüren. Es gibt Hinweise, dass das auch eine wichtige Ursache für das Entstehen von Krebs sein kann. Der an Kehlkopfkrebs leidende Schweizer Dichter Robert Walser (1878-1956) hatte seiner tödlichen Krankheit einen treffenden poetischen Namen gegeben: „die verschluckte Träne". Die Träne, die nicht geweint werden durfte.

Halten Sie „inne"

Der 1. Schritt zu einem gesunden Ich besteht darin, die Träne zu weinen. Das Lachen zu lachen. Die Wut zu haben. Sich nicht zu fragen: Darf ich das? Schadet das meiner Beziehung? Kostet das Geld? Lernen Sie, innezuhalten und nach innen zu lauschen, bevor die angelernten Mechanismen wieder anlaufen.

Ein Beispiel: Ihr Ehepartner macht Ihnen heftige Vorwürfe. Ihre erlernte Reaktion: Sie unterwerfen sich aus Freundlichkeit, um die Harmonie nicht zu gefährden. Stattdessen sollten Sie: auf Ihr eigenes Herz hören. Vielleicht finden Sie dort den Wunsch, stark zu sein und sich zu verteidigen. Sehen Sie Ihre eigene Empfindung liebevoll an und stehen Sie dazu: Ja, das bin ich. Das ist meine Position. Das Ergebnis: Sie werden merken, dass Sie damit eher ernst genommen werden als mit der erlernten taktischen Reaktion.

Stehen Sie aufrecht

Bei Auseinandersetzungen neigen viele Menschen dazu, sich schuldig zu fühlen, sich anzupassen und auf die eigenen Bedürfnisse zu verzichten. Sie leiden, um den Frieden wiederherzustellen. Der Irrtum: Sie meinen, Sie wären dann ganz besonders für den anderen da, wenn Sie nicht mehr für sich selbst da sind. Wenn Sie sich selbst nicht mehr spüren. Wenn Sie nur noch leiden und ganz in diesem Leidensgefühl aufgehen.

Versuchen Sie, beim Innehalten sich selbst zu spüren. Sagen Sie sich: „Das tut mir weh, aber ich stehe aufrecht in mir drin. Ich krümme mich nicht." Dabei kann es erleichternd wirken, wenn Sie nicht sitzen, sondern tatsächlich stehen.

Entdecken Sie neue Erdteile in sich

Sehen Sie nicht immer wieder auf Ihre typischen Lieblingsfehler. Lassen Sie Ihren inneren Blick schweifen, entdecken Sie unentdeckte Erdteile in Ihrer Persönlichkeit, leben Sie ungelebte Seiten, überraschen Sie sich mit sich selbst. Wenn Sie ein sehr ordentlicher Mensch sind - vergessen Sie einmal einen Termin. Wenn Sie immer unter Menschen sein wollen - verbringen Sie Ihren nächsten Urlaub in der Einsamkeit.

Die herkömmliche Psychotherapie versucht, die Belastungen und Fehler Ihrer Vergangenheit aufzuspüren und sie loszuwerden. Der bessere Weg ist jedoch, die eigene Kindheit und Vergangenheit zu nutzen. Durch die Defizite, Erziehungsfehler und schweren Erlebnisse Ihres Lebens haben Sie speziell darauf abgestimmte Kräfte entwickelt, auf die Sie sich 100-%ig verlassen können. In der ressourcenorientierten Psychologie werden diese Fähigkeiten bewusst gepflegt und eingesetzt.

Zum Weiterlesen: Doris Helge, Transforming Pain Into Power, Ontario 1998, 16,95 US-Dollar, ISBN 1-885598-88-2. Eine deutsche Ausgabe haben wir nicht gefunden.

Autor: Werner Tiki Küstenmacher

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